Authentiztität und Fremdsprachenlernen

Exposé III

Expose Katzinger Wogenstein

26. Oktober 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Exposé II

Expose_Quellen_Blassnigg_Vasilieva

26. Oktober 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Exposé I

Expose_Balas_Kaltseis_Schmidt

26. Oktober 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Leo Will: „Authentizität als Terminus und Konzept in der Fremdsprachendidaktik“

Spätestens seit den 1970er Jahren ist „Authentizität“ ein positiv konnotiertes Trendwort im wissenschaftlichen Diskurs der Fremdsprachendidaktik. Der Terminus „Authentizität“ bzw. „authentisch“ fand mit dem Aufkeimen des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts Eingang in den wissenschaftlichen Diskurs. Dabei wurde der Begriff vornehmlich verwendet, um solche Texte und Materialien zu beschreiben, die von Muttersprachlern ohne fremdsprachendidaktische Intention erstellt wurden, also etwa Romane oder Zeitungsartikel aus den jeweiligen Zielkulturen. Neben einer idiomatischen Sprache erhoffte man sich von authentischen Materialien auch einen kulturellen Mehrwert.

Nachdem sich der Terminus im fremdsprachendidaktischen Diskurs verbreitet hatte, verlor seine Denotation rasch an Exklusivität. Henry G. Widdowson plädierte 1976 offen gegen eine Bezeichnung genuiner fremdsprachlicher Texte als „authentisch“ und behauptete, es komme – vielmehr als auf die Textherkunft – auf die Interaktion zwischen Lerner und Material an. Authentizität werde erst erreicht, wenn Lerner bestimmte Texte „authentifizieren“ können. Entsprechende Prozesse würden etwa durch sprachliche Überforderung oder kulturelle Fremdheit behindert. Diese Abkopplung des Begriffs der Authentizität von den Lernmaterialien brachte in der Fremdsprachendidaktik diverse neue Konzepte von Authentizität hervor, die sich nicht selten am umgangssprachlichen Gebrauch des Terminus orientierten.

25. August 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Dr. Eva Binder: „Authentizität als Stilfigur im Film“

Der Film ist durch den ihm zugrunde liegenden technischen Abbildungsvorgang wie kein anderes Medium in der Lage, die Realität überzeugend und glaubwürdig darzustellen. Daher ist es auch heute noch verführerisch, an die Möglichkeit einer „unverstellten“ Darstellung von Realität durch den Film zu glauben. Gleichzeitig gibt es Filme, die uns glauben lassen möchten, dass das, was wir sehen, authentisch ist.

Die Frage nach filmischer Authentizität lässt sich jedoch nicht beantworten, wenn wir Authentizität in der „Sache selbst“, d.h. in der gefilmten, vorfilmischen Realität suchen. Daher muss die Frage nach Authentizität im Film anders gestellt werden. Nicht zuletzt gilt es auch grundsätzlich zu unterscheiden, ob wir von Dokumentarfilmen oder von Spielfilmen sprechen.

Für dokumentarische Filme erscheint es sinnvoll, nach Authentisierungsstrategien zu fragen – und nicht danach, ob eine Darstellung bzw. Aufnahme authentisch ist oder nicht. Dagegen können sich Spielfilme, von deren „Gestelltheit“ wir ohnehin ausgehen, insbesondere rückblickend als regelrechte Dokumente ihrer Zeit erweisen. Diese und ähnliche Fragen im Zusammenhang mit Authentizität werden im Vortrag anhand von ausgewählten Filmbeispielen diskutiert – mit dem Ziel, eine kritische Reflexion von Authentizität und Film anzuregen.

25. August 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Julia Bürgmayr: „Authentizität vs. Standardisierung“

In meiner Diplomarbeit wird das Konzept der Authentizität theoretisch fundiert dargestellt und der fortlaufenden Standardisierung in den Bildungssystemen gegenübergestellt. Ziel ist die Bedeutung von Authentizität im Fremdsprachenunterricht zu zeigen, wie Authentizität erhöht werden kann und welchen Stellenwert Authentizität in einem standardisierten und kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht einnimmt oder einnehmen kann. Basierend auf der Einteilung in sprachlich-linguistische und pädagogisch-situative Authentizität erfolgt die Auseinandersetzung mit Authentizität im Russischunterricht, in den aktuellen Lehrplänen und den universitären Curricula für das Lehramtsstudium Russisch.

Authentizität im Unterricht ist ein Ziel, das auch im kompetenzorientierten Unterricht angestrebt werden kann, da durch die Annäherung an der sprachlichen Realität, echte Kommunikationssituationen vorbereitet werden können. Authentizität soll als Bereicherung verstanden werden, die dazu beitragen kann, die Kluft zwischen Wissen und Können zu verringern und die Nachhaltigkeit des schulischen Lernens zu verstärken.

25. August 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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Prof. Dr. Susanne Frank: „Authentizität“ als Begriff der Literaturwissenschaft

Ein literarisches Werk kann auf eine dreifache Art Authentizität aufweisen: Sie ist entweder im Autor, im Kunstwerk selbst oder in der Wahrnehmung durch den Rezipienten enthalten. Diese Verortung entspricht den drei Dimensionen, aus denen heraus die Authentizität in der Literatur betrachtet wird – der produktionsästhetischen Dimension, der werkästhetischen Dimension und der rezeptionsästhetischen Dimension.

Aber was genau ein Werk authentisch macht, darüber wird auch in der Literaturwissenschaft seit mehr als fünfzehn Jahren leidenschaftlich diskutiert. Es haben sich drei untereinander konkurrierende Bedeutungen herausgebildet, die alle ihren Ursprung in der (Prä)Romantik haben. Welche das sind, wird im Folgenden kurz dargestellt.

  1. Authentizität als Originalität

Ein Kunstwerk ist authentisch, wenn es original ist.

Authentizität als Originalität basiert auf der Voraussetzungslosigkeit und Einzigartigkeit eines Kunstwerks bzw. des literarischen Werks. Diese Sichtweise entstammt der poststrukturalistischen Intertextualitätstheorie (R. Barthes: Tod des Autors = Geburt des Autors als Leser), führt aber immer wieder zu der Frage: Was ist in der Literatur Original und was Plagiat? Dass die Grenzen fließend sind, beweisen verschiedene Fälle. Ist es beispielsweise ein Plagiat, wenn ein Autor auf der Basis der Erinnerungen seiner Familie schreibt?

  1. Authentizität als Aufrichtigkeit

Literatur ist nur dann gut, wenn der Autor subjektive Gefühle in sein Werk hineinbringt.

Die Forderung nach dem authentischen Fühlen des Autors wurde immer wieder als rhetorisch abgestempelt, mit der Begründung, dass niemand beweisen kann, dass Gefühle im Text wirklich echt bzw. erlebt wurden. Nach Karamzin (Was braucht ein Autor?, 1793) ist der Beweis der Echtheit der Gefühle dann erbracht, wenn das Werk beim Leser diese Gefühle hervorruft:

„Stil, Figuren, Metaphern, Bilder, Ausdrücke – sie alle berühren und bezaubern nur dann, wenn sie vom Gefühl beseelt sind; wenn nicht dieses die Phantasie des Schriftstellers entzündet, werden niemals meine Tränen, wird niemals mein Lächeln seine Belohnung sein“.

  1. Authentizität als Echtheit

Fiktionaler Text ist nicht fiktiv, da der Autor Herausgeber dieses Textes ist, den er „nur“ vorgefunden hat.

Bei der Modellierung der Gattung des historischen Romans kam es zu einem neuen literarischen Verfahren – dem Dokument. Der Autor erhebt den Anspruch darauf, etwas zu dokumentieren, was (tatsächlich?) vorgefallen war, wie z. B. in Die Leiden des jungen Werther von Goethe:

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor…

 

Die Forderung nach Aufrichtigkeit und Echtheit stößt jedoch auf ein unumgängliches Problem: Da Literatur grundsätzlich auf Fiktion beruht, das heißt Fiktion als ihr Grundprinzip benennt, ist Authentizität in der Literatur eigentlich ein unmögliches Unterfangen. Nichtsdestotrotz wird sie von allen Realismen der Literaturgeschichte angestrebt, zum einen als Effekt der Darstellungsverfahren („Wirklichkeitseffekt“ auf der Rezeptionsebene) und zum anderen als ein Mittel, das Literarische durch authentischen Gefühlsausdruck zu überschreiten und dadurch immer neu zu definieren. Darin liegt die Unverzichtbarkeit der Authentizitätsforderung.

 

Verfasst von Elena Vassilieva

25. August 2017 | Veröffentlicht von lotzandq | Kein Kommentar »
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