Base4NFDI vernetzt

Base4NFDI ist eine Initiative aus allen 26 Fachkonsortien in der NFDI (Nationale Forschungsdateninfrastruktur e.V.). Während der fünfjährigen Projektlaufzeit bis Februar 2028 entwirft und erprobt der Verbund ein Rahmenwerk für die Entwicklung von fachübergreifenden Querschnittsdiensten im Forschungsdatenmanagement und dient damit auch als Blaupause für die Serviceentwicklung in der NFDI über das Jahr 2028 hinaus. Der CMS ist mit einer Stelle als Service Steward für „Data Literacy and Data Management Support“ beteiligt.

Die Förderung von Basisdiensten erfolgt schrittweise: von der ersten Konzeptionsphase über die Weiterentwicklung bis hin zur Vorbereitung des späteren Betriebs (siehe Abb. 1). Die Basisdienste richten sich dabei an unterschiedliche Zielgruppen: Einige unterstützen Forschende unmittelbar, etwa durch digitale Werkzeuge. Andere bilden die technische Grundlage der Infrastruktur – etwa für das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) – und bleiben für viele der Nutzenden unsichtbar im Hintergrund. Deshalb ist der Austausch mit Communities von Anfang an wichtig. Denn die technische Entwicklung allein reicht nicht aus, wenn potenzielle Nutzende nicht wissen, welche Dienste existieren und welche Komponenten sie anwenden können.

Für die Zielgruppenerreichung spielen sogenannte ‚Inkubatoren‘ eine wichtige Rolle. Darunter versteht man kurzzeitige agile Projekte zwischen Basisdiensten und Fachkonsortien. Sie dienen dazu, die Integration von Services in der jeweiligen Nutzendengemeinschaft zu beschleunigen. Die Vorteile liegen auf beiden Seiten: Die Entwickler:innenteams erhalten disziplinspezifische Rückmeldungen aus der Praxis, während Konsortien frühzeitig die bereitgestellte Infrastruktur und Expertise
nutzen können. Ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist das von FAIRmat1 initiierte und mit DMP4NFDI entwickelte Angebot „DMP4PS – RDMO-based service for the Physical Sciences“2. DMP4PS soll unter anderem auf Fördermittelgeber zugeschnittene Vorlagen für Datenmanagementpläne (DMP) in den Naturwissenschaften bündeln und einen eigenen RDMO-Client bereitstellen3. Geleitet von disziplinspezifischen Anforderungen werden damit die Organisation, Dokumentation und Qualität von Forschungsdaten gefördert.

Abb. 1: Aktuelle Basisdienste in Base4NFDI in den Förder- und Entwicklungsphasen Initialisierung, Integration und Ramp-Up; die Basisdienste KGI4NFDI und RDMT4NFDI treten im Sommer 2026 in die Integrationsphase ein (Stand: Mai 2026).

Der am CMS angesiedelte Service Steward arbeitet an der Schnittstelle von Basisdiensten und Base4NFDI und unterstützt Entwickler:innenteams etwa bei der Bedarfsanalyse. Insgesamt gibt es in Deutschland sieben dieser Stellen mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten. Im weiteren Verlauf von Base4NFDI wird entscheidend sein, die Service Teams der Basisdienste bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen und die entwickelten Dienste nachhaltig in den wissenschaftlichen Communities zu verankern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Zusammenarbeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Integration von Basisdiensten in die zukünftige Servicelandschaft in der NFDI ist.

  1. FAIRmat ist das HU-geführte NFDI-Konsortium für die Physik der kondensierten Materie und den Materialwissenschaften, siehe https://www.fairmat-nfdi.eu/fairmat/about-fairmat/consortium-fairmat. ↩︎
  2. Das Projekt befindet sich – Stand Juni 2026 – noch in der Entwicklung. ↩︎
  3. Disziplinspezifische DMP-Anforderungen hat FAIRmat schon 2023 veröffentlicht. Mansour, A. E. et al. (2023). FAIRmat, Guide to Writing a Research Data Management Plan. Zenodo. https:// doi.org/10.5281/zenodo.7936477. ↩︎
24. August 2026 | Veröffentlicht von cmsredakteur
Veröffentlicht unter CMS-Broschüre 02/26

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