Jenny Schmiedel
Computer- und Medienservice, Organisation und Projekte
Der Shared Services Catalogue (SSC) der Berlin University Alliance (BUA) ist die zentrale Plattform, auf der Service-Angebote der drei beteiligten Universitäten und der Charité zusammengeführt werden. Ziel ist es, einen Überblick über verfügbare Dienstleistungen zu geben und die Nutzung dieser Services für Forschende, Lehrende, Verwaltungspersonal und Studierende zu erleichtern. Service-Owner können ihre Angebote einreichen; nach redaktioneller Aufbereitung werden diese in den Katalog aufgenommen. So entsteht eine strukturierte, verbundweite Übersicht, die Transparenz und einen gemeinsamen Zugang zu Ressourcen unterstützt.
Als Ergänzung zu diesem Gesamtkatalog werden im SSC Community-Kataloge vorbereitet. Diese bilden jeweils eine spezifische Teilmenge des Gesamtangebots ab, zugeschnitten auf die Bedürfnisse einer definierten Community, etwa einer Einrichtung, einer Nutzer:innengruppe oder eines Verbundprojekts. Die Services stammen dabei aus dem SSC; sie werden nicht neu beschrieben, sondern in einem eigenen Ausschnitt zusammengestellt und mit einer kurzen Community-Beschreibung ergänzt. Ziel ist kein paralleler Katalog, sondern ein bedarfsorientierter Zugang zu bestehenden Inhalten.
Das Konzept orientiert sich an konkreten Nutzungsszenarien. Forschende können einen Community-Katalog so zusammenstellen, dass er nur die für ihre Arbeitsgruppe relevanten Services enthält, etwa bestimmte Labor- und Geräteangebote oder Beratungsleistungen. Solche Kataloge lassen sich in Projektwebseiten oder Drittmittelanträge einbinden und ermöglichen einen direkten Verweis auf genutzte Ressourcen. Lehrende können Kataloge anlegen, die auf die Anforderungen ihrer Lehrveran-
staltungen zugeschnitten sind, etwa mit Angeboten zu E-Learning, didaktischer Unterstützung oder Weiterbildung. Für Studierende wiederum lassen sich Kataloge mit Beratungs-, Mentoring- und Karriereangeboten erstellen, die den Zugang zu zentralen Unterstützungsstrukturen erleichtern.
Auch verbundweite Themen lassen sich über Community-Kataloge abbilden. Communities, die an Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Forschungsdatenmanagement arbeiten, können BUA-weite Serviceangebote in einem Katalog bündeln. Für interdisziplinäre und überinstitutionelle Projekte entsteht so eine Übersicht, die unterschiedliche Services – von Rechenkapazitäten bis zu themenspezifischen Workshops – zusammenführt. Weitere denkbare Szenarien sind Onboarding-Kataloge für neue Mitarbeitende, in denen Schulungen, Einführungskurse, IT-Zugänge und organisatorische Services gebündelt werden.
Technisch sind für Community-Kataloge mehrere Kernfunktionen vorgesehen. Über URLs mit Parameter-Filtern können Subdomains mit eigenen Parametern aufgesetzt werden, zum Beispiel für Angebote einzelner Einrichtungen oder Nutzer:innengruppen. Hinzu kommen eigene Landingpages, auf denen allgemeine Informationen, Ansprechpersonen und Kontaktmöglichkeiten für die jeweilige Community dargestellt werden. Für diese Seiten ist ein modularer Baukasten vorgesehen, aus dem die jeweiligen ‚Gemeinschaften‘ passende Elemente für ihre Landingpage zusammenstellen können. Die URL verweist dabei auf die BUA und ermöglicht so eine neutrale Domainlösung für Verbundprojekte.
Ergänzt wird dies durch ein Webformular, über das Communities Services aus dem Gesamtrepertoire des SSC auswählen können. Einzelne Services können in mehreren Community-Katalogen erscheinen.
Ein weiterer Aspekt der Arbeit im SSC-Projekt betrifft die Mitbestimmungsverfahren bei der Einführung verbundweit genutzter Tools. Bislang gibt es hierfür keine einheitliche Regelung; BUA-weit genutzte Anwendungen wie OpenIRIS mussten bei den Verbundpartnerinnen einzeln mitbestimmt werden. Der SSC bemüht sich hier erstmals um einen Rahmen, in dem die zuständigen Gremien aus dem Verbund zusammengebracht werden. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass aus dem Austausch mittelfristig ein besser abgestimmtes Vorgehen für zukünftige BUA-Projekte entstehen kann.
Die Community-Kataloge sollen schrittweise eingeführt und zunächst mit ausgewählten Communities erprobt werden. Die lebenswissenschaftliche Core Facility AMBIO ist hierfür eine erste Kandidatin; im Gespräch sind außerdem u. a. das Interdisziplinäre Zentrum für Digitalität und digitale Methoden am Campus Mitte und das Themenfeld KI in der Forschung.
Interessierte Communities, die Nutzungsszenarien einbringen oder einen eigenen Community-Katalog aufbauen möchten, können sich an redaktion.bua-shared-services@hu-berlin.de wenden.
