Dr. Tamás Molnár
Computer- und Medienservice, Servicezentrum Campuscard – Verbund Berliner Hochschulen
Das EU-geförderte Projekt verfolgt das übergeordnete Ziel, Verwaltungsprozesse durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz effizienter, schneller und nutzungsfreundlicher zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie öffentliche Verwaltungen und angeschlossene Institutionen KI-Technologien einsetzen können, um komplexe Abläufe zu vereinfachen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.
Die Leitung und Koordination des Projekts liegt bei der Regionalregierung Andalusiens. Diese übernimmt die Rolle der zentralen Projektkoordination und steuert die Zusammenarbeit der beteiligten Partner:innen auf europäischer Ebene. Durch die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen aus Verwaltung, Technologie und Anwendung soll ein praxisnaher Rahmen entstehen, in dem innovative KI-gestützte Lösungen entwickelt, erprobt und für den späteren Regelbetrieb vorbereitet werden können.
Die Campuscard Berlin, ein Gemeinschaftsprojekt von zehn Berliner Hochschulen, konzentriert sich in ihrem Projektanteil auf den Hochschulbereich und insbesondere auf die Einführung der European Digital Identity Wallet, kurz EUDI-Wallet. Ziel ist es, einen KI-gestützten Einführungsprozess zu entwickeln, der Hochschulen bei der Planung, Umsetzung und Integration dieser neuen digitalen Identitätsinfrastruktur unterstützt. Dabei soll nicht nur die technische Einführung betrachtet werden, sondern auch die organisatorische, rechtliche und prozessuale Einbettung in bestehende Hochschulstrukturen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die Nutzung der EUDI-Wallet auch für kleinere Hochschulen realistisch und umsetzbar zu machen. Gerade kleinere Einrichtungen verfügen häufig nicht über die notwendigen personellen, finanziellen oder technischen Ressourcen. Der zu entwickelnde Prozess soll daher standardisierte Hilfestellungen, automatisierte Analysen, Handlungsempfehlungen und wiederverwendbare Einführungsmodule bereitstellen. Dadurch können Hochschulen schneller einschätzen, welche Voraussetzungen bereits erfüllt sind, welche Anpassungen erforderlich werden und wie ein realistischer Umsetzungsfahrplan aussehen kann.
Die Campuscard Berlin bringt insbesondere ihre Erfahrung mit digitalen Studierendenausweisen, Hochschulidentitäten, Karten- und App-basierten Infrastrukturen sowie mit der Integration hochschulnaher Dienste ein. Auf dieser Grundlage soll ein Modell entstehen, das Hochschulen bei der Einführung der EUDI-Wallet nicht nur technisch begleitet, sondern auch strategisch unterstützt. Perspektivisch kann dies dazu beitragen, digitale Identitätslösungen im europäischen Hochschulraum breiter verfügbar zu machen und die Grundlage für interoperable, sichere und nutzendenfreundliche Verwaltungsprozesse zu schaffen.
