Zukunftswerkstatt Lehre – KI@HU

„Im Sinne des lebenslangen Lernens auf individueller sowie institutioneller Ebene leiten uns Offenheit, Dialog und gemeinsame Expertise zu neuen Erkenntnissen und Entscheidungen.“ So hat die HU ihren Anspruch im Leitbild Lehre formuliert. Gerade in komplexen Transformationsprozessen, wie der Integration generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in den akademischen Alltag, bietet die Verständigung auf einen gemeinsamen Orientierungsrahmen ein wertvolles Fundament. KI begegnet uns auf allen Ebenen, findet in vielen Bereichen Anwendung und entwickelt sich rasant weiter. Über ihren Einsatz wird intensiv diskutiert. Während die dynamische Entwicklung technischer Möglichkeiten und gesetzlicher Rahmenvorgaben die HU zum Reagieren auffordert, verfolgen wir im universitären Kontext den Anspruch, zukünftige Lehr- und Lernbedingungen aktiv zu gestalten
sowie sorgfältig, verantwortungsvoll und reflektiert zu agieren.

Gerade im Kontext der KI-Transformation zeigt sich die Notwendigkeit des kontinuierlichen Dialogs und Wissensaustauschs. Die rasante technologische Entwicklung geht mit vielfältigen gegensätzlichen Anforderungen einher: zwischen intuitiver Nutzung und Kompetenzentwicklung, Innovationsdruck und Regulierungsbedarf, dynamischem Fortschritt und Nachhaltigkeit sowie individueller Praxis und institutionellen Richtlinien. Die Entwicklung, Einführung und Nutzung von KI-Tools sowie entsprechender Schulungsangebote sind daher kein isoliertes Projekt, sondern Teil eines umfassenderen organisationalen Lernprozesses.

Das Format der Zukunftswerkstatt setzt genau hier als ein Baustein dieses Lernprozesses an. Es fungiert als fakultäts- und statusgruppenübergreifender Resonanzraum, in dem unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Expertisen zusammengeführt werden. In Workshops und Austauschformaten konnten Anfang 2026 verschiedene Ebenen strukturiert bearbeitet werden, z. B. zu den Themen „Möglichkeitsräume KI-integrierter Prüfungskultur“, „Shift in der Kompetenzvermittlung“ sowie „wertebasierte Change-Gestaltung“.

Die Zukunftswerkstatt Lehre verbindet dabei strategische Diskussion mit der praktischen Erprobung. Lehrende, Studierende sowie Mitarbeitende aus Technik, Service und Verwaltung kommen zusammen, um Nutzungsszenarien zu teilen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln. Auf diese Weise werden KI-Tools und Qualifizierungsangebote in einen breiteren Prozess eingebettet, der auf Kommunikation, Partizipation und kontinuierliches Lernen setzt.

Auch der CMS hat sich an der Zukunftswerkstatt mit einem Showroom für die eigenen KI-Tools beteiligt. Diese konnten vor Ort an mehreren Arbeitsstationen erprobt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt werden. Dabei kam die gesamte Bandbreite an Vorwissen zusammen: von Mitarbeiter:innen, die die KI-Tools der HU noch gar nicht kannten, bis hin zu Personen, die ganz spezifische Entwicklungswünsche und Fragen hatten. Im Zuge dessen hat sich erneut gezeigt, dass eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Tools deutlich zielführender, aber nur im Austausch mit den Nutzenden möglich ist.

Ableitend aus diesem Showroom soll ein Workshop entstehen, der niedrigschwellig in die generative KI und die KI-Tools einführt. Er soll vor allem in den Einrichtungen selbst den Austausch untereinander sowie mit dem CMS ermöglichen, um so Berührungsängste abzubauen, die eigenen Bedarfe besser zu verstehen und im Diskurs präzisieren zu können.

Das Schulungsformat basiert in seinem didaktischen Design auf den Faktoren, die Rogers 20031 als erfolgskritisch für die Akzeptanz innovativer Technologien identifiziert hat: sie werden so vermittelt, dass sie als nützlich, alltagstauglich und leicht verständlich erlebt werden. Zudem können sie ausprobiert und bei anderen in der Anwendung beobachtet werden.

Im Sinne einer lernenden Organisation entsteht so eine Kultur, in der Innovation nicht verordnet, sondern gemeinsam entwickelt wird. Die Zukunftswerkstatt macht deutlich: Die Gestaltung der KI-Transforma-tion ist keine rein technische Aufgabe, sondern ein sozialer Prozess, der vom aktiven Austausch und der Vielfalt universitärer Perspektiven lebt.

  1. Rogers, E. M. (2003). Diffusion of innovations (5th ed.). New York: Free Press ↩︎
24. August 2026 | Veröffentlicht von cmsredakteur
Veröffentlicht unter CMS-Broschüre 02/26

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