Interaktive Tafelbilder von LEIFIphysik.de am Beispiel „Spannung“

„Zurzeit gibt es bundesweit und international umfangreiche Initiativen zur Ausstattung aller Schularten und Schulstufen mit interaktiven Whiteboards.“

So wird auf der Bildungsserver-Seite Berlin / Brandenburg beschrieben, was im Lehreralltag schon längere Zeit beobachtbar ist. Die klassische Kreidetafel wird nach und nach von interaktiven Whiteboards (IWB) ersetzt. In diesem Artikel soll es darum gehen, ob und inwieweit Online-Vorlagen zum Einsatz an den IWB geeignet sind. Dazu wird im Speziellen das Online-Portal www.leifiphysik.de betrachtet. Dieses wird von der Joachim Herz Stiftung geführt. Seit 2015 existiert dort ein Downloadbereich mit Tafelbildern für die IWB. Für diesen Blogartikel wird speziell das Tafelbild „Spannung“ untersucht.

 

Allgemein:

LEIFIphysik.de bietet in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden eine Möglichkeit, auf die Ratlosigkeit vieler Lehrkräfte bezüglich des Einsatzes und des Mehrwertes von IWB einzugehen. Insgesamt gibt es momentan 39 verschiedene Interaktive Tafelbilder, welche kostenlos heruntergeladen werden können. Diese decken Themen von der Klasse 7 bis in die Oberstufe in den Themenbereichen Elektrizitätslehre, Kinematik, Dynamik und Quantenphysik ab. Zu jedem dieser Interaktiven Tafelbilder gibt es online zusätzlich Hinweise. Dabei wird auf das für die Unterrichtseinheit benötigte Vorwissen genauso eingegangen, wie auf die Handhabung der Funktionen der Notebook-Software. Außerdem gibt es bei einigen dieser Tafelbilder zusätzlich noch didaktische Hinweise.

Die meisten dieser Tafelbilder sind für eine Anwendung innerhalb einer 45-minütigen Unterrichtsstunde gedacht, einige jedoch auch für eine Doppelstunde. Sie sind so konzipiert, dass „zentrale frontale Phasen einer Unterrichtsstunde begleitet werden“, so beschreibt das Magazin Unterricht Physik das Konzept in der Ausgabe 151. Damit gemeint sind beispielsweise die Stundeneröffung, sowie die Vorstellung von Schülerexperimenten und deren Auswertung.

 

Das Beispiel „Spannung“:

Das interaktive Tafelbild „Spannung“ ist laut Entwicklern für eine 45-minütige Unterrichtseinheit geeignet und dient zur Erarbeitung der elektrischen Grundgröße Spannung. Es schließt sich direkt an das ebenfalls zum Download bereitgestellte Tafelbild zur Stromstärke an.

Zunächst einmal wird eine Analogie vom Stromkreis zum Wasserkreislauf hergestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen dort die Begriffe dem Modell zuordnen. Anschließend erfolgt die Erarbeitung einer „Merkfolie“ zur Spannung. Dazu gehören Merksatz, Formelzeichen, Einheit und das Messgerät inkl. Schaltung.

 

Interaktiv ist hier der verschiebbare graue Kasten. Dieser funktioniert wie ein Vorhang und kann beliebig verschoben werden. So werden nicht alle Informationen nicht direkt sichtbar und die Erarbeitung kann schrittweise erfolgen.

 

Es folgt ein Tafelbild, in dem einige Beispiele angegeben sind. Dazu ist außerdem ein „Umrechner“ eingebaut. Die Spannungen auf der linken Seite können durch den „Umrechner“ nach rechts verschoben werden. So kann dann für die Schülerinnen und Schüler einfacher sortiert werden.

 

Es folgt die Einführung in den Aufbau eines Multimeters. Dazu wird speziell ein analoges Multimeter der Firma Leybold Didactic analysiert. Dabei sind die Striche zur Beschriftung von Anfang an sichtbar, bei einem Klick auf das Ende des Striches erscheint die Beschriftung.

 

Abschließend wird noch erklärt, wie der Messwert schlussendlich abgelesen werden muss. Dazu gibt es eine schrittweise Anleitung. Bei Klick auf den grauen Kasten verschwindet dieser und gibt die Lösung preis.

 

Die letzte Folie ist dann eher dem Lehrenden vorbehalten und gibt noch einmal eine kurze Übersicht zum Thema, dem Lernbereich und der vorgesehenen Dauer der Unterrichtseinheit. Außerdem gibt es eine kurze Übersicht zu den Erstellern des interaktiven Tafelbildes.

 

Einbettung der interaktiven Tafelbilder in den Unterricht:

Meiner Meinung nach steht das Beispiel „Spannung“ stellvertretend auch für die anderen Tafelbilder. Insgesamt ist die Handhabung mit den vorgefertigten interaktiven Tafelbildern sehr einfach und intuitiv, vorausgesetzt man ist als Lehrperson mit der Notebook-Software von Smart vertraut. Um die Vorlagen sinnvoll in den Unterricht einzubetten scheint es meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten zu geben:

  1. Der Unterricht wird um das Tafelbild herum entworfen
  2. Teile des Entwurfes werden verwendet

 

Das interaktive Tafelbild vollständig zu verwenden und somit seinen Unterricht komplett drum herum aufzubauen scheint mir dabei die schlechtere Alternative zu sein. Es erspart zwar dem Lehrenden Vorbereitungszeit, aber, um beim Beispiel zu bleiben, muss eine Schülerin beispielsweise den Aufbau eines analogen Multimeters kennen lernen, selbst wenn die Schule nur digitale Messtechnik besitzt? Dieses Problem ergibt sich sogar schon, wenn Multimeter einer anderen Firma verwendet würden, da diese sich im Aufbau oft doch erheblich unterscheiden. Meiner Meinung nach kann es für den Lehrenden eine gute Möglichkeit sein Teile des Entwurfes in den Unterricht einzubetten. Zum Beispiel der Umrechner kann als Auflockerung eine schöne Möglichkeit bieten, um den Umgang der Schülerinnen und Schüler mit der Umrechnung von Einheiten zu üben. Ebenso kann ich mir gut vorstellen das Konzept des Vorhangs für Merkfolien zu verwenden.

Zusammenfassend würde ich behaupten, dass es sinnvoll ist sich als Lehrender zumindest einmal anzuschauen, was bei LEIFIphysik angeboten wird. Die Vielfalt ist dabei recht groß und selbst wenn nichts davon in die eigene Vorstellung von Unterricht passen sollte, so sind einige nette Möglichkeiten die Notebook-Software zu verwenden dabei.

 

 

12. Januar 2018 | Veröffentlicht von Tim Donner
Veröffentlicht unter Lehrmittelhersteller
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