Für deine Gesundheit – Arbeitsmedizinische Vorsorge ! Ein Artikel unserer Betriebsärztin

Die Betriebsärztin informiert:
FÜR IHRE GESUNDHEITSVORSORGE: Änderung der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung

 

Bereits seit Ende 2013 gibt es eine überarbeitete Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung (ArbMedVV).
Ziel der Arbeitsmedizinischen Vorsorge im Betrieb ist die Prävention von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten, der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit sowie Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Damit ist die Arbeitsmedizinische Vorsorge ein Teil der arbeitsmedizinischen Präventionsmaßnahmen im Betrieb. Sie dient der Beurteilung der individuellen Wechselwirkungen von Arbeit und physischer und psychischer Gesundheit und der Früherkennung arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen sowie der Feststellung, ob bei Ausübung einer bestimmten Tätigkeit eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht. Die Arbeitsmedizinische Vorsorge beinhaltet ein ärztliches Beratungsgespräch mit Anamnese einschließlich Arbeitsanamnese sowie körperliche oder klinische Untersuchungen, soweit diese für die individuelle Aufklärung und Beratung erforderlich sind und der oder die Beschäftigte diese Untersuchungen nicht ablehnt. Durch die Erkenntnisse aus der Vorsorge sollen Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Gefährdungsbeurteilung und für sonstige Maßnahmen im Arbeitsschutz verbessert werden.
Arbeitsmedizinische Vorsorge umfasst nicht den Nachweis der gesundheitlichen Eignung für berufliche Anforderungen nach sonstigen Rechtsvorschriften oder individual- oder kollektivrechtlichen Vereinbarungen. Diese sog. Eignungsuntersuchungen müssen extra geregelt werden z. B. über eine Dienstvereinbarung.
Die Arbeitsmedizinische Vorsorge findet auch weiterhin in der Arbeitszeit statt. Unterschieden wird zwischen Pflichtvorsorge (muss bei bestimmten besonders gefährdenden Tätigkeiten vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen veranlasst werden), Angebotsvorsorge (muss bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten angeboten werden) sowie der Wunschvorsorge (muss bei Tätigkeiten, bei denen ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann, auf Wunsch des oder der Beschäftigten ermöglicht werden). Darüber hinaus hat der Arbeitgeber den Beschäftigten auf ihren Wunsch hin regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorge nach § 11 des Arbeitsschutzgesetzes zu ermöglichen.

Da der Arbeitgeber auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen hat, stellt sich die Frage, wer in der Humboldt-Universität zu Berlin verantwortlich ist, diese umzusetzen. Die vom Präsidium bereits im Juni 2010 erlassene Verwaltungsanweisung über Verfahren und Zuständigkeiten zur Umsetzung von Rechtsvorschriften des Arbeits-, Gesundheits- und des Umweltschutzes an der Humboldt-Universität zu Berlin (http://www.amb.hu-berlin.de/2010/32/322010) regelt im Punkt IV Handlungspflichten unter 8 die Veranlassung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen nach den gesetzl. Bestimmungen unter Einschaltung der zusätzlichen Stellen in der Universitätsverwaltung. Unter Punkt III Verantwortliche werden alle Gruppen von Führungskräften benannt, die direkte Personalverantwortung tragen. Diese sind u.a. auch verantwortlich für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung, auf deren Grundlage Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz festgelegt werden. Eine dieser Maßnahmen ist die Umsetzung der arbeitsmed. Vorsorge. Dabei erhalten die Führungskräfte Unterstützung insbesondere durch die Betriebsärztin, die die Vorsorge dann auch durchführt. Eine Zusammenfassung aller Details finden Sie unter https://www.ta.hu-berlin.de/index.php?fd=563, hier wird explizit auch auf das Zustandekommen der Beratungs- und Untersuchungstermine eingegangen: das Arbeitsmedizinische Zentrum bietet für die Anmeldung in unseren Räumen am Charité Virchow Klinikum eine telefonische und elektronische Anmeldemöglichkeit: 450 570 700 oder amz-anmeldung@charite.de an. Die Betriebsärztin direkt soll für die Anmeldung nur kontaktiert werden, wenn es sich um Gruppenuntersuchungen vor Ort in den Bereichen (z.B. bei der Bildschirmvorsorge) handelt, oder wenn Ausnahmetermine nötig werden sollten.
Leider ist diese Wissen bei den Führungskräften und MitarbeiterInnen noch nicht ausreichend vorhanden, deshalb bitten wir, die Verfahrensweise zur Kenntnis zu nehmen und die Information breit zu streuen.

Im Anschluss an die Vorsorge bekommen sowohl die MitarbeiterInnen als auch die Führungskräfte (Vorsorgekartei) eine Bescheinigung über die Pflicht-, Angebots- oder Wunschuntersuchung. Auf der Bescheinigung wird seitens der Betriebsärzte ein Datum zur erneuten Vorstellung vorgeschlagen. Die Arbeitgeberbescheinigungen sollen in einer Vorsorgekartei vor Ort aufbewahrt werden, ggf. für die Behörde einsehbar sein und dazu führen, dass insbesondere bei Pflichtuntersuchungen, die MitarbeiterInnen regelmäßig vom Vorgesetzten erinnert werden, eine erneute Untersuchung zu absolvieren. Auch die Angebotsvorsorge muss regelmäßig (z. B. anlässlich der jährlichen Unterweisung) angeboten werden (Einzelheiten über die Vorsorgekartei in der ArbMedVV: https://www.ta.hu-berlin.de/563/res:18.03.2014-Arbeitsmedizinische-Vorsorge-ArbMedVV-31.10.2013-1395402213.pdf oder direkt in der Verordnung).

Um die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bzw. die Beschäftigungsfähigkeit der MitarbeiterInnen zu fördern sollten die betriebsärztlichen Empfehlungen ernstgenommen werden. Immer wieder kommt es zu Diskussionen über erteilte betriebsärztliche Vorschläge bzw. werden diese nicht umgesetzt. Die Folge ist dann meist ein langwieriger Arbeitsausfall der Beschäftigten, was den oft bereits schon überbelasteten Teams nicht zu Gute kommt.
Der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz ist gesetzlich klar geregelt. Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitsschutz beraten den Unternehmer und die Beschäftigten mit dem Ziel, Arbeitsunfälle, arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten zu verhindern (ASiG). Personalräte haben eine weitreichende Mitbestimmung bei den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz über das PersVG. Die Vorgesetzten haben die Verantwortung, Gesundheit zu beschützen und zu fördern und die MitarbeiterInnen sollen mitwirken beim Gesundheitsschutz.

Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns an!

Sie finden uns im Intranet HU → A-Z → B – Betriebsärzte http://www.ta.hu-berlin.de/index.php4?fd=563, oder über Service – Beratung und Unterstützung https://www.hu-berlin.de/service/beratung/mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter/unterstuetzung-fuer-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter oder mittels der Telefonnummern 450 570 702 (Sekretariat Arbeitsmedizinisches Zentrum der Charité AMZ) oder 450 570 700 (Anmeldung im AMZ).

Mit allen guten Wünschen für Ihre Gesundheit

 

Dr. med. Ulrike Pohling
Betriebsärztin des Arbeitsmedizinischen Zentrums der Charité-Universitätsmedizin Berlin

3. September 2014 | Veröffentlicht von Steffen Juettner
Veröffentlicht unter Webseite GPR

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