Newsletter des GPR – Januar 2018

Der GPR wünscht allen Beschäftigten der Humboldt-Universität zu Berlin ein gutes erfülltes Jahr 2018!

Themen:

1. Wir sind im Gespräch: „humboldt gemeinsam“ ERP/SAP an der HU
2. Info der Gewerkschaften GEW und ver.di: Tarifverhandlungen für
Studentische Beschäftigte gescheitert – Streiks ab 16. Januar!
3. StuPa-Wahl 2018
4. Forschung und Familie – das geht? Bericht von der Podiumsveranstaltung
5. Personalprobleme beim Arbeitsschutz
6. Schlaglichter aus der Personalversammlung am 21.11.2017

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website und im Blog des GPR sowie auf dem Twitter-Kanal der HU-Personalräte:
https://hu.berlin/gpr
https://blogs.hu-berlin.de/hu_gpr/
https://twitter.com/PersonalraeteHU

1. Wir sind im Gespräch: „humboldt gemeinsam“ ERP/SAP an der HU

Nachdem Ende November 2017 das Forum des Projekts „humboldt gemeinsam“ (HUg) im Grimm Zentrum sowie eine Informationsveranstaltung im Rahmen der Personalversammlung stattgefunden haben, berichten wir über die regelmäßigen Treffen der Personalräte der HU Berlin (Studentischer Personalrat, Personalrat Hochschulbereich und Gesamtpersonalrat) mit den behördlichen Datenschutzbeauftragten sowie mit der Projektleitung von HUg.

Das Ziel der Projektstudie, die an der HU von Mai bis Oktober 2017 lief, ist nach Auskunft von Herrn Naumann, dem Programmleiter von HUg, erreicht.

Auf der folgenden Webseite finden Sie Informationen und Ergebnisse der Projektstudie sowie weitere Informationen zu HUg:
https://www.projekte.hu-berlin.de/de/huge

Die Universitätsleitung der Humboldt Universität zu Berlin hat sich entschieden, die Arbeitsabläufe und Prozesse in allen Abteilungen der HU zu synchronisieren und transparenter zu gestalten. SAP soll dafür das softwareseitige Grundgerüst liefern. Mittels der Projektstudie wurde festgestellt, welche Prozesse sowie deren Elemente in das neue Softwaresystem wie eingeordnet werden müssen und umgesetzt werden können.

Das Projektmanagement von HUg wird durch das Team von Herrn Naumann vorangetrieben. Das Änderungsmanagement, d.h. die Begleitung des Wandels an der HU sowie dessen Vermittlung, ist hierbei ein wesentlicher Bestandteil des Projektes.

Andere Universitäten, wie die TUB, befinden sich auf einem ähnlichen Weg. Wir wissen um die Schwierigkeiten, die es gibt und um die Hindernisse, die es auszuräumen gilt.

Die Personalräte und die Behördlichen Datenschutzbeauftragten haben in ihrem Treffen mit „humboldt gemeinsam“ am 22.11.2017 folgende Themen identifiziert, die gemeinsam bearbeitet werden:
1. Das Team sieht die Notwendigkeit für eine/n Sicherheitsbeauftragte/n, der/die dieses Projekt sowie alle weiteren IT-Projekte unabhängig begleitet.
2. Der Datenschutz muss in allen Phasen entsprechend der neuen EU-DSGVO (EU-Datenschutzgrundverordnung) gewährleistet sein.
3. Die Belange der Schwerbehindertenvertretung (SBV) müssen berücksichtigt werden. Dafür müssen Barrierefreiheit und Ergonomie der Software zugesichert werden.
4. Die Einbeziehung der Gremien der HU Berlin muss zur Entscheidungsfindung eingeplant werden (Meilensteine der Mitbestimmung).
5. Die Infrastruktur für das Projekt muss vorbereitet werden. Die Einrichtung einer Abteilung 9 zur Strategieentwicklung ist als ein erster Schritt geplant. Weiterhin müssen Ressourcen aus den Abteilungen mit viel Know-how freigestellt und Ersatzeinstellungen ohne Reibungsverlust vorgenommen werden.
6. Der Plan zur Implementierung wird bis Ende März 2018 aufgestellt.
7. Das Schulungskonzept wird parallel erarbeitet. Den Beschäftigten muss ermöglicht werden, an den Änderungsprozessen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten teilzuhaben.
8. Lösungen anderer Universitäten müssen begutachtet und bei Eignung adaptiert werden.
9. Die Vergabeunterlagen (Leistungsbeschreibung) für HUg werden bis 20.12.2017 erstellt.
10. Es muss zeitnah eine prozessorientierte Dienstvereinbarung (DV) zwischen der Universitätsleitung und dem Gesamtpersonalrat abgeschlossen werden – und ggf., wenn bis Januar 2018 die Rahmendienstvereinbarung für IT-Prozesse nicht verabschiedet sein sollte, eine gesonderte IT-DV für die Einführung von SAP verabschiedet werden.
11. Für die Beschäftigten in der HU Berlin muss es eine 100% Beschäftigungssicherheit geben und die Arbeitsbelastung sollte für alle entsprechend ihrer Kapazitäten vertretbar sein.

Es gibt auf dem Weg sicherlich noch weitere Baustellen und Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Wir bemühen uns, dass wir die Entscheidungen gemeinsam treffen können, gehen aber konstruktiven Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg!

Sie können sich jederzeit gerne an uns wenden:
Jörg Naumann (Projekt „humboldt gemeinsam“) joerg.naumann@hu-berlin.de
Karsten Asshauer (GPR) karsten.asshauer@cms.hu-berlin.de
Uta Hoffmann (GPR) u.hoffmann.gpr@hu-berlin.de
Rene Pawlak (PR Hochschulbereich) rene.pawlak@rewi.hu-berlin.de
Miriam Siglreitmaier (Studentischer Personalrat) siglremx@hu-berlin.de
Alexander Rück (Behördlicher Datenschutzbeauftragter)
alexander.rueck@uv.hu-berlin.de

2. Info der Gewerkschaften GEW und ver.di: Tarifverhandlungen für
Studentische Beschäftigte gescheitert – Streiks ab 16. Januar!

Die Gewerkschaften ver.di und GEW haben im Dezember 2017 die Tarifverhandlungen für einen neuen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte endgültig für gescheitert erklärt. Mit der erfolgten Kündigung des Tarifvertrages zum Ende des Jahres sind somit Streiks ab Januar möglich. Es ist davon auszugehen, dass demnächst Streikaufrufe von den Gewerkschaften publik gemacht werden – bleibt also aufmerksam und informiert euch! Dies ist in eurem, aber auch im Sinne aller Studierenden, damit diese möglichst frühzeitig über Auswirkungen informiert werden können.

Hierbei handelt es sich nicht um einen Streikaufruf, sondern lediglich um die Weitergabe wichtiger Informationen. Zu einem offiziellen Streik rufen ausschließlich die Gewerkschaften (ver.di und GEW) auf.

Über aktuelle Entwicklungen wird informiert:
https://tvstud.berlin/#latestnews
https://www.facebook.com/tvstudberlin
https://twitter.com/TVStud_Berlin

3. StuPa-Wahl 2018

Am 16. und 17. Januar 2018 wird das neue StudentInnenparlament der HU gewählt. Die Wahl des StudentInnenparlaments findet in diesem Jahr am 16. und 17. Januar statt. Die 60 Sitze werden entsprechend der Stimmenanzahl auf die Listen verteilt. Zur Wahl sind Listen mit mindestens drei Kandidaten zugelassen.

Wer ist wahlberechtigt?
Alle Mitglieder der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) mit studentischem Status, die ihre Mitgliedsrechte an der HU ausüben, sind wahlberechtigt. Also alle Studierenden, die an der HU ihre Beiträge zur Studierendenschaft bezahlen, auch Promovierende und Programmstudierende.
Zur Urnenwahl ist die persönliche Anwesenheit sowie die Vorlage eines gültigen amtlichen Lichtbildausweises (Personalausweis, Reisepass oder Fahrerlaubnis) sowie des Studierendenausweises erforderlich.

Über das StudentInnenparlament
Das StudentInnenparlament, kurz StuPa, vertritt die studentischen und hochschulpolitischen Belange der verfassten Studierendenschaft. Es wird an der HU jedes Jahr im Januar gewählt. Das StuPa ernennt neben seinem Präsidium auch die Mitglieder des RefRates der HU.

Weitere Informationen:
Wahlen zum 26. StudentInnenparlament der Humboldt-Universität zu Berlin
Orte und Öffnungszeiten der Wahllokale
http://www.refrat.de/wahlen/2018/
Wahlbroschüre mit Selbstdarstellung der Listen
http://www.refrat.de/wahlen/2018/wahlbroschuere2018.pdf

4. Forschung und Familie – das geht? Bericht von der Podiumsveranstaltung

Am 21.11.2017 wurde im Senatssaal der Humboldt-Universität die Podiumsdiskussion “Forschung und Familie – geht das?” mit einem Impulsvortrag von der Autorin der „BuWin Studie Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Hochschul- und außeruniversitären Forschungssektor
<http://www.dzhw.eu/pdf/29/Studie_BerufFamilie_BuWiN17.pdf>“, Frau Dr. Anja Wegner, eingeleitet. Der Vorsitzende der HU-Kommission „Familienfreundliche Hochschule“, Professor Heger, moderierte die dreistündige Veranstaltung.
Es wurde verabredet, dass die in der Veranstaltung diskutierten Anregungen und Forderungen an den Vizepräsidenten zu einem gesonderten Termin durch die Teilnehmer*innen des Podiums übergeben werden. Diese finden Sie zusammengefasst am Ende des Artikels. Professor Heger stellte zu Beginn bereits etablierte Ergebnisse der Familienförderung für Wissenschaftler*innen in Schwerpunkten vor.
Dr. Antje Wegner eröffnete mit der Frage, ob man Vereinbarkeit messen kann? Ein wichtiger Parameter ist die gewünschte und realisierte Familiengründung bzw. die reale Kinderlosigkeit der Wissenschaftler*innen.Weitere Marker sind die subjektive Vereinbarkeit, die Work-Life-Balance, die Wahrnehmung von Belastung und natürlich die Unterstützung von Partnern. Das Bedürfnis nach flexibler Arbeitszeit ist hierbei ein zentraler Wunsch der Betroffenen. Die Organisationsentwicklung hat großen Einfluss auf die Verbesserung der familienfreundlichen Bedingungen. Weitere Faktoren sind Vernetzung, Personalentwicklung und Führung. Bei der Betrachtung der Maßnahmen und auf der Suche nach passenden Maßnahmen muss noch der substanzielle Mehrwert dieser eingeschätzt werden. Im Zentrum stehen auch an der HU die flexible Arbeitsgestaltung, die Vertretungsproblematik der Arbeit, die Sensibilisierung von Führungskräften, die systematische Verankerung in der Personalentwicklung und die maximale Auslegung von Arbeitsvertragszeiten.

In der folgenden Podiumsdiskussion wurde ein Katalog von Forderungen an die HU diskutiert:
·Stärkere Flexibilität im Interesse der Betroffenen – sowohl die Wahl zwischen Stipendien und Stellen, als auch die Wahl der Vertragsform (WissZeitVG § 2.1 oder § 2.2)
·Vergabe von in der Regel mehr Stellen als Stipendien
·Verlängerung der Drittmittelstellen um Elternzeit / Mutterschutz
·Errichten einer HU-Kita in Adlershof
·Verbindliche Aussage seitens HU für mögliche 2 Jahre Verlängerung bei Geburt eines Kindes und Befristung der Stelle (auch bei Wechsel in der Professur und Erreichen eines Qualifikationsziels)
·Option auf weitere Verlängerungen bei Geburt mehrerer Kinder
·Berücksichtigung des Themas Familiengerechtigkeit mit Blick auf Führung und den wissenschaftlichen Bereich im Personalentwicklungskonzept
·Verfahren zum Kontakthaltemanagement bei familiären Auszeiten (Konzept liegt vor)
·Familiengerechte Zeiten in Forschung und Lehre
·Vernetzung von Eltern (auch auf Beschäftigten-Ebene)
·Sensibilisierung von Professor*innen, Vorgesetzten und von Lehrenden sowie Beauftragten für die Belange von Beschäftigten mit Familie
·Vorhalten von Informationen an zentraler Stelle
·Einspielung des Themas in den Jour fixe der Prodekan*innen für Forschung und in die Professorien
·Überprüfung von Drittmittelanträgen auf Familiengerechtigkeit unter Einbeziehung von GeCo
·Sensibilisierungsworkshop für Lehrende in Verbünden (verpflichtend?)
·Gewinnen der Konfliktberater*innen als Ansprechpartner*innen zum Thema (an das Verfahren der Richtlinie Respektvolles Miteinander anhängen)
·Berücksichtigung des Themas in Personalgesprächen
·Qualifizierungsanteil von Stellen berücksichtigen (Vorgesetzte sensibilisieren)
·Arbeitsaufgaben an Stellenumfang anpassen (Jour fixe der Prodekan*innen, Aufzeigen der Option Teilnahme von WiMis an Zeiterfassung)
·Finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung bei Forschungsaufenthalten im Ausland
·Einwirkung auf Stipendiengeber: Einheitliche Kinderzulagen für Eltern bei allen Stipendien
·Einwirkung auf Stipendiengeber: Verlängerung von Stipendien auch für das zweite Kind
·Forderung an den Senat von Berlin: Elsa-Neumann-Promotionsstipendium auf den Standard anderer Stiftungen bringen (Verlängerung um 1 Jahr bei Geburt eines Kindes)

5. Personalprobleme beim Arbeitsschutz

Eine Stelle Fachkraft für Arbeitssicherheit ist zurzeit nicht besetzt, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit wird im Mai aus Altersgründen aufhören. Es gibt für den GPR zurzeit keine konkreten Hinweise auf rechtzeitige (Wieder)Besetzung. Die Universitätsleitung muss dringend die Personalausschreibungen auf den Weg bringen. Es darf nicht an der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gespart werden.

6. Schlaglichter aus der Personalversammlung am 21.11.2017

Bearbeitete Anträge aus der Personalabteilung sind die Hauptarbeit des Personalrates. 3624 Anträge mussten bearbeitet werden. Dazu gehören Einstellungsanträge, Höhergruppierungen, Stufenfestsetzungen, Weiterbeschäftigung u.a.
Als ein Problem wird die Strukturentwicklung identifiziert. Der Bereich des wissenschaftsunterstützenden Personals wurde nicht im gleichen Maß wie die Professuren mitentwickelt. Gute Arbeit in der Wissenschaft betrifft alle Beschäftigte und muss eine Forderung bleiben!
Derzeit liegt ein Entwurf des Personalentwicklungskonzeptes für MTSV vor.
Die Richtlinien der HU zum WissZeitVG werden evaluiert. Notwendigkeiten der Änderung müssen diskutiert werden. Was funktioniert ist die Nutzung der familienpolitischen Komponente für Haushaltsstellen. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz wird gut genutzt. Handlungsbedarf ist bei
Möglichkeiten unbefristete Verträgen.

Die neue Kategorie WM mit Schwerpunkt Lehre ist für die HU nicht anwendbar.
Zum Diskussionspunkt Defizite, Überlast und Aufwüchse wurden sehr kritische Bemerkungen geäußert. Defizite sind bislang nicht beseitigt:
– unzureichende Arbeitsvolumina und überhöhte Arbeitsverdichtung
– Dauerhafte Vertretungssituation
– Großprojekte (SAP-Einführung “humboldt gemeinsam”), die personell bislang nicht ausreichend kompensiert werden.

 

19. Januar 2018 | Veröffentlicht von Uta Hoffmann
Veröffentlicht unter Allgemein
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