ver.di: Corona-Krise – Wissenschaft braucht Sicherheit

Die Corona-Pandemie bedeutet für alle eine große Herausforderung. Es gilt jetzt, die Krise gemeinsam zu bewältigen und niemanden zurückzulassen. Das betrifft auch die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung.

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Die aktuelle Unsicherheit wird noch dadurch verschärft, dass in den vergangen Jahren die prekäre Beschäftigung stetig ausgeweitet und eine verlässliche Studienfinanzierung sukzessive abgebaut wurden. ver.di fordert, in dieser Krise ein Sofortprogramm aufzulegen. Damit Beschäftigte und Studierende abgesichert werden, ebenso wie die Leistungsfähigkeit der Einrichtungen.

 In den Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat die Pandemie drastische Auswirkungen. Der Vorlesungsbeginn wurde vielerorts verschoben. Präsenzlehre erscheint bis auf Weiteres nicht möglich. Stattdessen soll der Lehrbetrieb über Onlinekommunikation aufrechterhalten werden. Die Weiterentwicklung digitaler Lehre ist überfällig. Allerdings haben die meisten Hochschulen hier großen Nachholbedarf. Es fehlt an Technik und Lizenzen. Viele Lehrende haben kaum oder keine Erfahrung in diesem Bereich. Sie brauchen Unterstützung, keinen Druck. Und sie brauchen mehr Zeit. Diese muss entsprechend vergütet bzw. in die Lehrdeputate eingerechnet werden.

»Jetzt in der Krise schlagen die Folgen der massenhaften Befristungen von Arbeitsverhältnissen an den Hochschulen voll zu. Diese Praktiken sind einem öffentlich finanzierten Wissenschaftssystem unwürdig. Die permanente Unsicherheit schadet der Qualität von Forschung und Lehre und macht die individuelle Lebensplanung nahezu möglich. Es muss jetzt alles getan werden, um befristet Beschäftigte und Lehrbeauftragte abzusichern. Dauerhaft braucht es an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen gute und verlässliche Bedingungen. Nur so sind Höchstleistungen möglich.«

Sylvia Bühler ist im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

17. April 2020 | Veröffentlicht von Uta Hoffmann
Veröffentlicht unter Allgemein
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