TeachMatics – Erfahrungen mit einer App

Am 30.09.2015 stellte Prof. Dr. Theodor Gervens auf der Lehr-Lern-Konferenz der FH Osnabrück seine Erfahrungen mit dem Einsatz der App „TeachMatics“ in seinen Mathematikveranstaltungen vor. Eine Zusammenfassung seines Vortrags:

Die üblichen Probleme in Mathematikvorlesungen sind dreierlei.

  1. Die mathematischen Grundwerkzeuge, die in den Klassen 7 – 10 (Sekundarstufe I) vermittelt wurden, sind bei den Studierenden oft unsicher bzw. defizitär.
  2. Die Fähigkeit zu studieren, d.h. sich hinzusetzen und selbstständig zu lernen, ist bei den Studierenden oft schlecht ausgeprägt.
  3. Die Studierenden sind mitunter auf ganz verschiedenen Wissensständen (heterogene Gruppen).

 

Diese Probleme können durch Wiederholung, aktives Lernen, Eigenverantwortung und Individualisierung gelöst werden. Die App „TeachMatics“ greift diesen Ansatz auf: Sie bietet Förderung von Selbstständigkeit, individuelles Lernen, Erfolgskontrollmöglichkeiten mit Nutzungsstatistiken und die Möglichkeit Fragen zustellen. Die App stellt im Prinzip einen großen Aufgabenpool dar, den man nach Bedarf durcharbeiten kann. Die Aufgaben sind in Kurse gegliedert und mit Tipps, Feedback und Zwischenschritten versehen. Es existieren u.a. bereits Kurse für Mathematik, insbesondere Statistik und Physik. Weitere Aufgaben können durch den Dozenten hinzugefügt werden. Der Zugang erfolgt über individuelle passwortgeschützte Logins und Nummern für die jeweiligen Kurse.

Prof. Gervens nutzte die App im Sandwichprinzip, d.h. er baute sie in die Präsenzveranstaltungen seiner Lehrveranstaltungen ein, sodass diese eine Mischung aus Frontalunterricht und selbstständigen Verarbeitungsphasen wurden. Die Studierenden fanden dieses Konzept gut und nutzten es gern. Die Tutoren mussten sich umgewöhnen vom üblichen Frontalunterricht hin zur Rolle von Coaches, die die selbstständige Arbeit der Studierenden betreuen und unterstützen.

Als Dozent hat man unterschiedlich großen, aber immerhin überschaubaren Aufwand, um die App einzusetzen. Nutzt man bereits erstellte Kurse von anderen Hochschulen oder entsprechenden Firmen ist der Eigenaufwand natürlich sehr gering. Entscheidet man sich jedoch wie Prof. Gervens auch eigene Kurse zu erstellen, investiert man im Schnitt ein bis zwei Stunden, um eine Aufgabe zu erstellen. Alles in allem empfiehlt Prof. Gervens (natürlich je nach Lerngegenstand) TeachMatics als zeitgemäßes Mittel für Hochschullehre weiter.

25. November 2015 | Veröffentlicht von Konstantin Krenz
Veröffentlicht unter News und Erfahrungen

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