Problemorientiertes Lernen – Erfahrungen, Herausforderungen und Beispiele

Am 30.09.2015 hielt Prof. Dr. Johannes Hirata auf der Lehr-Lern-Konferenz der FH Osnabrück einen Vortrag zum Thema „Problemorientiertes Lernen – Erfahrungen, Herausforderungen und Beispiele“. Eine Zusammenfassung:

Die Idee ist die: Die Student_innen sollen sich aktiv und an einem konkreten Problem orientiert neues Wissen bzw. Kompetenzen erarbeiten.

Arbeitweise: Hierzu werden Kleingruppen mit 10 bis 12 Student_innen gebildet, die sich zu den Präsenzveranstaltungen (was normalerweise Vorlesungen, Übungen o.ä. wären) treffen. Von Treffen zu Treffen wechselt die gruppeninterne Moderator_in und die Protokollant_in. Die Dozent_in greift so wenig wie nötig ein. Der Input erfolgt über das Lesen von Texten, wobei mehr Zeit zum Lesen gegeben sein sollte als Anwesenheitszeit.

Arbeitsschritte: Zuerst liest die Gruppe gemeinsam das von der Dozent_in gegebene Problem. Dieses wird direkt im Anschluss diskutiert, sodass jede_r das Problem und die Aufgabenstellung verstanden hat. Darüber hinaus soll diskutiert werden, was für Wissen bzw. Kompetenz zur Lösung des Problems fehlen. Darauf aufbauend wird eine Lernfrage formuliert, welcher dann im einzelnen außerhalb der Präsenzzeit mittels Literaturrecherche nachgegangen wird. Zum Schluss trifft man sich wieder zum kritischen Abgleich der Ergebnisse und löst das Problem. Die Anzahl der Sitzungen und die Zeit für Literaturrecherche variieren mit Problem und Gruppen.

(Notwendige) Anpassungen

  • an die Lehrperson: Die Dozent_in verliert ihre Rolle als Wissende, die hauptsächlich den Input vorgibt. Vielmehr wird sie zum Coach, der begleitend zur Seite steht und hier und da Tipps und Hinweise gibt, wenn es denn nötig ist.
  • an die Gruppe: Protokolle sind selten nötig und hilfreich. Können also u.U. weggelassen werden.
  • an die Gruppen: Hinzufügen von großen Plena, in denen die Ergebnisse der Gruppendiskussionen zusammengetragen werden, gemeinsame Lernfragen formuliert werden und eine Ergebnissicherung als PDF durch die Dozent_in erfolgt.
  • an die Zeit: Keine vollständig selbstständige Literaturrecherche. Lieber weniger und dafür auch oft vorgeben, wo man was findet bzw. welche Literatur sinnvoll ist.
  • an die Wünsche der Studierenden nach Qualitätssicherung: Zusätzliche Übungen und Zusammenfassungen, teilweise mit Vorlesungscharakter.

Erfahrungen: 

  • Die Hemmschwelle der Student_innen, Fragen an die Dozent_in zu stellen, geht herunter, wenn sie sich zuerst gegenseitig Fragen stellen und diskutieren.
  • Die Diskussionen werden sehr engagiert und diszipliniert betrieben. Mehr noch von Bachelor- als von Master-Student_innen
  • Sehr positives Feedback von den Student_innen
  • Nicht zu viele Nebenschauplätze in die Probleme einbauen, da diese ablenkend wirken.
  • Insgesamt mehr aktive Teilnahme an den Veranstaltungen.
9. Dezember 2015 | Veröffentlicht von Konstantin Krenz
Veröffentlicht unter News und Erfahrungen

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