„This Be The Beat“ – Ein Abend zwischen Gedicht, Rhythmus und Sound-Improvisation
Nadja-Christina Schneider
Lyriker:innen müssen nicht zugleich begnadete Performer:innen, Spoken Word-Künstler:innen oder Rapper:innen sein. Beim Abschluss des Curator in Residence-Programms zeigte sich jedoch, wie beglückend es sein kann, wenn all diese Talente in vier Künstler:innen und drei Musikern auf einer gemeinsamen Bühne zusammenkommen.
Unter dem Titel This Be The Beat brachte Kurator Jeet Thayil Tishani Doshi, Anthony Joseph, Omar Musa und sich selbst auf die Bühne. In wechselnden Konstellationen traten sie einzeln und miteinander auf, antworteten aufeinander und ließen aus Sprache, Rhythmus und Improvisation eine gemeinsame Performance entstehen. Begleitet wurden sie von der ILB House Band, die auch an diesem Abend in leicht veränderter Besetzung mit großer musikalischer Aufmerksamkeit hervorragend spielte, begleitete und improvisierte.

(c) Aufnahme aus dem Livestream der Veranstaltung auf YouTube
Omar Musa widmete sich in seiner starken Performance den Themen Klima und Umwelt. Seine Texte verbanden ökologische Bedrohungen infolge kolonialer Ausbeutung und Gewalt mit Fragen nach Verantwortung, Widerspruch und Zusammenhalt.
Fierceland – Roman von Omar Musa (2025)
After many years abroad, Roz and Harun return to Malaysian Borneo for the funeral of their father Yusuf – and to reckon with their inheritance. A renowned palm-oil baron during Malaysia’s economic rise, Yusuf built the family’s immense wealth by destroying huge tracts of rainforest. What his children know is that he was also responsible for the violent disappearance of a man who stood in his way.
Harun has become a successful tech entrepreneur in Los Angeles, Roz is an artist struggling to stay afloat in Sydney. Now they want to return something their father stole from the forests of their homeland. In their quest for redemption they grapple with the legacy of power and corruption, dreamers and exiles, thugs and zealots. Most dangerous of all, they are haunted – by the ghosts of colonialism, the ghosts of family, the ghosts of language, and the ghosts of the forest itself.
A trailblazing journey across the globe, Fierceland weaves the past and the present into an emotionally powerful family saga that plays out at a mythical scale. https://www.penguin.sg/book/fierceland/

Tishani Doshis eingängig präsentiertes Gedicht „Poem for a Stranger in a Time of War“, richtet sich ausgehend von Bildern des Verlusts und der Entfremdung an ein Gegenüber, das zugleich fremd und vertraut erscheint: „Dear stranger, it was so nice before the war.“ Zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und der Hoffnung auf eine gemeinsame menschliche Zukunft entsteht ein eindringlicher Appell, sich an frühere Momente des Glücks zu erinnern und diese Erinnerung vielleicht sogar als etwas Lebensrettendes weiterzugeben.
Poem For a Stranger in a Time of War
We left the city and found at the gates
a prescription with your name on it.
We took the metro to the beach
and on the shore, we saw
a row of your teeth.
Dear stranger, it was so nice
before the war. We read letters
at the breakfast table while one of us
stood with a bayonet at the door.
Now we are forced into uniforms
to die on beds of arrows. The cafés
are deserted but from the trenches
we can still hear David Bowie sing
Never let me down, and it’s 1987.
I’m curious, did you ever have a moustache?
Did you stop believing love would arrive
like a grand railway collision? Dear stranger,
we may be fighting cousins, but try
to remember a time of happiness.
In a garden, say, with the sweetness
of pomegranate bursting in your throat.
All your dogs on the grass—even the lost
ones—panting with the hard breath
of a morning walk. Or a late February evening
with your father, banging kitchen vessels
down the street, to chase out winter
and welcome spring, sounding the air
with tiny detonations. You were a child.
How the world filled you then. How it fills
you now, whispering from behind the line
of silver birches, Just get out, just go.
I have robbed these memories and I give
them to you, dear stranger. Take them.
They may save your life. https://redroompoetry.org/poets/tishani-doshi/poem-stranger-time-war/
Anthony Joseph präsentierte mit The Ark eine musikalisch-rhythmische Performance, in der sich Namen, Erinnerungen und kulturelle Bezugspunkte zu einem vielstimmigen poetischen Archiv verbanden.
Jeet Thayil wiederum setzte mit seiner Praise…-Performance einen besonderen Schlusspunkt vor dem nachfolgenden gemeinsamen Auftritt der vier beeindruckenden Künstler:innen. Sein Lobgesang galt – nun, im Grunde nahezu allem in dieser Welt und – nicht zuletzt der Musik, den Dichter:inn en und all den Menschen, die diesen sehr besonderen Abend möglich gemacht hatten.
How to Be a Leaf von Jeet Thayil
Hold your breath until
you are God’s green thoughts.
Stop eating,air will suffice for food.
Water is another matter:
the skin absorbs moisture,eyes adjust,
limbs grow inward.
Conjugate patience.Worship women and trees.
Aus: Collected Poems (2015). https://scroll.in/article/1061174/how-to-be-a-leaf-a-poem-by-jeet-thayil
Dazwischen standen überraschende, humorvolle Momente, etwa Tishani Doshis schwärmerisches Ode an Patrick Swayze aus der Perspektive ihres 14-jährigen lyrischen Ichs.
So entstand keine bloße Abfolge von Lesungen, sondern ein lebendiger lyrischer und musikalischer Austausch. Vier eigenständige Stimmen, die sich gegenseitig Raum gaben, aufeinander reagierten und gemeinsam mit der ILB House Band etwas Einmaliges entstehen ließen.
Jeet Thayil hat seinen Auftrag als Curator in Residence damit auf eindrucksvolle Weise erfüllt. Das Finale verband politische Dringlichkeit, persönliche Erinnerung, musikalische Energie und spielerische Improvisation – ein Abend, der noch lange nachwirken wird.
Viel zu kurz: Mohammed Hanif in der Rebel English Academy
Nadja-Christina Schneider
Gerne hätten die Zuhörenden Mohammed Hanif mit seinem unterhaltsamen Humor noch länger auf der Studiobühne des Hauses der Berliner Festspiele erlebt. Und vor allem noch etwas mehr aus seinem neuen Roman Rebel English Academy gehört, denn die wenigen von ihm daraus vorgelesenen Passagen machten sofort Lust auf dieses Buch.

A Political Literary Novel on Dissent, Surveillance, Education Resistance in Modern Pakistan by Mohammed Hanif
When a major Pakistani political figure is hanged, OK Town erupts in protest.
A few miles away, Sir Baghi is surprised by a knock at the door of the Rebel English Academy, his tuition center that offers affordable English lessons. An unexpected visitor, Sabiha, seeks refuge at the Academy – but she has a gun, her parents are political prisoners, her husband has just died in a suspicious fire, and she’s clearly hiding something. Baghi encourages Sabiha to write, and throughout the book her life unspools on the page.
Meanwhile Captain Gul, disgraced intelligence officer, has been banished to OK Town, where he aims to silence protesters by any means necessary. But his duties – and romantic desires – begin to overlap, and his already-dubious power is further threatened. (https://www.instagram.com/p/DVLLZoIAV7H/)
Hasnain Kazim schien mitunter einige Mühe zu haben, zu seinen vorbereiteten Gesprächsfragen zurückzukehren, denn Hanif zeigte sich als verschmitzter Autor, der sich mit Freude auf den einen oder anderen längeren Exkurs begab. Er wollte sich keinesfalls nur befragen lassen, sondern erkundigte sich selbst interessiert nach Kazims werdendem Roman über dessen frühere Tätigkeit als Offizier der deutschen Marine (Hanif seinerseits war vor seinem Schriftstellerleben Offizier der Pakistan Air Force). Einige Fragen Kazims wirkten etwas unbeholfen in ihrem erkennbaren Bemühen, einem Publikum Südasien zu „erklären“, das dieser Übersetzung wohl nicht bedurfte. Viele der Anwesenden dürften mit der Region und auch mit Hanif und seinem Werk gut vertraut gewesen sein.
Spannend wurde es beim Thema Übersetzung und Mehrsprachigkeit. Hanif erzählte, wie anders sein bislang bekanntester Roman A Case of Exploding Mangoes in der Urdu-Übersetzung wirkte und wie diese ihm in Pakistan weitaus mehr Gegenwind einbrachte als die englische Originalfassung, die dort bereits seit zehn Jahren munter zirkulierte. Er sprach darüber, was es bedeutet, Punjabi als erste Sprache in der Familie zu erlernen, in der Schule dann nur noch auf Urdu unterrichtet zu werden und die nächsten Stufen der Ausbildung schließlich auf Englisch zu erklimmen. Ob Humor und Sprachwitz auch in Übersetzungen seiner Werke funktionieren könne, lautete eine Frage. Bestens, war darauf aus dem Publikum zu vernehmen.

Hanif scherzte und unterhielt sein aufmerksam lauschendes Publikum hervorragend. Vielleicht haben sich manche gefragt, ob ihm das Changieren zwischen leichter Ironie und tiefem Ernst selbst immer so bewusst ist, gerade wenn es um das Thema Humor und Politik geht. Hanif sieht hierfür inzwischen weltweit immer weniger Spielraum, was ihn mit Sorge erfüllt. Dass er seine vielen jungen Leser:innen mühelos erreicht, zeigte sich ebenfalls an diesem Abend. Literaturinteressierte, die ihn zuvor noch nicht kannten, verließen die Studiobühne mit dem festen Vorsatz, bald einen seiner Romane zu lesen. Viel mehr lässt sich von einer solchen Veranstaltung kaum wünschen.
„Stop signs are the enemy.“ Mit dieser Zeile war die Richtung der Veranstaltung „One Last Unending Night for the World“ vorgegeben, denn Stillstand gab es an diesem Abend keinesfalls. Beim 26. Internationalen Literaturfestival Berlin brachte der Curator in Residence Jeet Thayil gemeinsam mit der eigens für das Festival gegründeten ILB House Band einige seiner Gedichte auf die Bühne, sehr musikalisch und mit viel Lust an der gemeinsamen Improvisation. Der Auftritt war zugleich Teil eines Literaturfestivals, das in diesem Jahr eine besonders starke indische und südasiatisch-diasporische Präsenz zeigt.
Nadja-Christina Schneider
Thayils lyrisches Ich ist ein Getriebener, ein durch Nächte, Städte und Erinnerungen Rasender, begleitet von Alkohol, Zigaretten, Musik oder einem Geist auf dem Beifahrersitz, irgendwo zwischen Delhi und Haryana. In Stücken wie Real Time Crash Investigation, Diminishing Marginal Utility, Speak Amnesia oder Aquatic verschmolzen Gedicht, Song und Performance. Die Musik von Peter Meyer an der Gitarre, Josh Ginsburg am Bass und Diego Piñera am Schlagzeug verliehen den Texten einen pulsierenden Sound und ließ zugleich viel Raum für Improvisation. Dass die Band vor dem Auftritt gerade einmal einen gemeinsamen Soundcheck mit Jeet Thayil absolviert hatte, passte zu diesem Abend, bei dem das Risiko ausdrücklich Teil des Konzepts war.

Im anschließenden Gespräch mit ILB-Programmleiterin Simone Schröder zeigte sich Thayil als überaus sympathisch, offen und zugänglich. Er sprach über seine Arbeit als Dichter, Romanautor, Musiker und Verleger und darüber, wie selbstverständlich diese verschiedenen Tätigkeiten ineinandergreifen. Ideen und Bilder wandern bei ihm zwischen Gedichten, Romanen und Songs hin und her. Während das Schreiben von Prosa für ihn bisweilen einer „9 to 5“-Arbeit gleiche, entstehe ein Gedicht oft in einem einzigen Schub – und für ihn offenbar mit deutlich mehr Vergnügen.
Auch über die Form des Ghazals und andere strenge poetische Formen sprach Jeet Thayil. Was zunächst wie eine Einschränkung wirken könne, empfinde er als Befreiung, denn sobald die Regeln gesetzt seien, könne die Form dem Gedicht gewissermaßen den Weg weisen. Ein weiteres zentrales Thema war das Unterwegssein. Thayil sprach darüber, wie man an verschiedenen Orten selbst in kurzen Zeiträumen ein Zuhause schafft, durch Routinen, vertraute Wege und Menschen, die zu einer Art Familie werden. Selbst in einem Hotelzimmer könne dieser Prozess beginnen, mit dem Laptop auf dem Schreibtisch, einem Schal über der Lampe oder einem vertrauten Geruch. Vielleicht erklärt das auch, warum es ihn offenbar immer wieder nach Berlin zieht. Die Stadt ist für Jeet Thayil längst ein literarischer Bezugspunkt, auch wenn er nun, im Berliner Sommer, feststellen konnte, dass die Stadt eine ganz andere Stimmung hervorbringt als im berühmt-berüchtigten Berliner Novembergrau.

I alway say, that New York is where my sadness is rooted. Then Calcutta is the place where it was born.
I am in New York what I could never be in the city of my childhood and I am in Calcutta what I have always been. Trauma and sadness, both, live in the body as well as is imbedded in the nooks and crannies of walls and windows of streets. To find your home is to find yourself and this journey, this tale of a city, is a process of tracing memories and making memories: a construction and a deconstruction. Overlapping yet separate. (Excerpt from: Buku Sarkar, „A Beautiful Devastation“, https://www.bukusarkar.com/#/a-beautiful-devastation/)
Auch über seine Arbeit als Verleger sprach Jeet Thayil an diesem Abend. Mit seinem Imprint Thayil Editions fördert er gezielt experimentelle Literatur in englischer Sprache aus Indien. Zwanzig Bücher sollten innerhalb von fünf Jahren erscheinen, bewusst begrenzt und als Sammlung konzipiert, visuell eigenwillig und offen für Formen, die sich nicht so leicht in konventionelle literarische Kategorien fügen.
Der Abend bot eine anregende Begegnung mit einem äußerst vielseitigen Künstler, der sich zwischen Literatur, Musik und verschiedenen kulturellen Kontexten bewegt und dabei sehr nahbar wirkte. Bekannt wurde Thayil vor allem durch seinen vielfach ausgezeichneten Roman Narcopolis, der das Bombay der 1970er- und 1980er-Jahre in einer poetischen, düsteren Prosa beschreibt. Mit The Elsewhereans veröffentlichte er zuletzt einen „dokumentarischen Roman“ über Herkunft, Familie, Migration und das Leben zwischen verschiedenen Orten.

Placing the Feld is a student-led research-creation zine exploring belonging, agency and everyday life at Berlin’s Tempelhofer Feld. Developed within the project tutorial Sociospatial Belonging in Berlin, led by Miles Clark Silvey, at Humboldt-Universität zu Berlin, the zine brings together ethnographic research, interviews, creative writing, reflection and visual work.
Rather than approaching the Feld simply as a public park, the project asks how urban space shapes who feels welcome, who can take up space and how forms of belonging are (co-)created through everyday practices. Through collective fieldwork and encounters with visitors, the students explore the Feld as a space of freedom and co-creation, while also attending to its histories, exclusions and different experiences of belonging.
The resulting zine reflects the experimental character of research-creation: academic inquiry becomes intertwined with personal experience, observation, dialogue and artistic expression. In doing so, Placing the Feld offers multiple ways of seeing and sensing one of Berlin’s most contested and distinctive urban spaces.
Ein Desktopfilm über die Suche nach Gesten im Archiv und den digitalen Abdruck einer Recherche
von Daria Lou Koehler
Was bedeuten Gesten in einem Archiv? Gesten von Navina Sundaram, Gesten von den Archivarinnen Merle Kröger und Mareike Bernien, Gesten von Nutzerinnen des Archivs, meine eigenen Gesten im Archiv. Das Archiv „Die Fünfte Wand“ versammelt die Werkbiografie der Dokumentarfilmerin Navina Sundaram. Fernsehreportagen, Dokumentarfilme, Skripte und Notizen für Drehs, persönliche Briefe an Familie und Freundinnen, Kalender und Fotoalben stehen im materiellen und digitalen Archiv nebeneinander. In der Sichtung verweben sich Arbeitsdokumente mit persönlichen, zuweilen intimen Alltagsrelikten. Mein Blick wird unterdessen von den Ordnungsprinzipen des Archivs gefiltert und ich suche nach Gesten, die diese ins Wanken bringen. Zwischen dem digitalen und dem physischen Raum des Archivs finde ich Verschiebungen, manche Gesten lassen sich übersetzen, andere nicht. Während ich Woche für Woche im Rahmen des Seminars von Nadja-Christina Schneider* in und mit dem Archiv „Die Fünfte Wand“ arbeite, entsteht auf meinem Desktop ein digitaler Abdruck meiner Recherche, ein Archiv vom Archiv.
Hier geht es zu Daria Lou Koehlers Desktopfilm
Daria Lou Koehler studiert Kunstwissenschaften (M.A.) an der TU Berlin.
Erinnerungskulturen und ihre medialen Träger prägen ihre Arbeit in Ausstellungs- und Filmpraxis.



Standbildaufnahmen aus dem Desktopfilm von Daria Lou Koehler
*Das Seminar „Archivische Praxis zwischen Online-Archiv und Sammlung: ‚Die Fünfte Wand – Navina Sundaram’” im Sommersemester 2026 wurde von Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider (Institut für Asien- und Afrikawissenchaften/HU Berlin) veranstaltet und fand im Objektlabor des Zentrums für Kulturtechnik (ZfK) der HU auf dem Charité-Campus statt. In Kombination mit einer öffentlichen Veranstaltungsreihe bot sie Einblicke in die Arbeit mit einem digitalen und materiellen Archiv und in Diskurse um Archive als Orte gesellschaftlicher Wissensproduktion. Ausgangspunkt dafür war die “Die fünfte Wand: Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin”. Das Online-Archiv und die materielle Sammlung versammeln journalistische, filmische und persönliche Materialien der in Indien aufgewachsenen Fernsehjournalistin, Filmemacherin und Autorin Navina Sundaram, die über viele Jahrzehnte lang für den NDR tätig war und unter anderem zu Themen wie Migration, Feminismus, Dekolonisierung und Medienkritik gearbeitet hat. Die materielle Sammlung war im Sommersemester 2026 im Objektlabor des ZfK für Studierende und Forschende zugänglich – entstanden sind daraus kreative Arbeiten und Reflektionen wie dieser Desktopfilm sowie eine digitale Zine von Merlina Sessano Jiménez, in der sie über ihr dreimonatiges Forschungspraktikum am Bereich Gesellschaften und Kulturen Südasiens (IAAW) reflektiert, in dem ihre Arbeit zum Navina Sundaram Archiv den Arbeitsschwerpunkt bildete: Diario de un encuentro con Navina Sundaram. sobre encontrar, preguntar y traducir
Anna Schnieder-Krüger, Dhanya Kirchhof and Reyazul Haque successfully defended their doctoral dissertations in the South Asian Studies program in July 2026. Anna’s dissertation focuses on the campus of Jawaharlal Nehru University in Delhi and examines the interplay of urban planning, architecture, and communal life on the university grounds. Dhanya’s research focuses on the media networks and communicative practices of people living in the Indian state of Punjab and in Germany who draw on Guru Ravidas’s teachings. Music plays a central role in this context. In his doctoral dissertation, Reyaz examines GDR newsreels (“Der Augenzeuge”) which contained a significant number of reports on India over a period of several decades. These are analyzed in depth from a film-theoretical perspective, with a focus on time, space, and speed.
The Department for South Asian Societies and Cultures (SASC) extends its warmest congratulations to the three doctoral graduates and wishes them all the best in their future academic and professional careers!

Reyazul Haque, Anna Schnieder-Krüger and Dhanya Kirchhof.


How would the interaction between students, faculty and other (non-)human beings in our Edison-Höfe in Berlin-Mitte change if the inner courtyard, with newly created seating areas and flowering plants, invited us all to linger? Using this AI-generated image of the IAAW, Anna Schnieder-Krüger illustrated to the audience during her PhD defense in July 2026 that her research on the JNU campus in Delhi also offers valuable insights for redesigning university spaces in Berlin…
What can archival research reveal about identity, belonging and the stories we tell about the world? As part of a three-month research internship at the Department of South Asian Societies and Cultures, Merlina Sessano from Buenos Aires joined Humboldt-Universität zu Berlin to work with the Navina Sundaram Archive. In this interview, Merlina reflects on unexpected connections between India, Germany and Latin America, on the joys and challenges of archival work, and the valuable lesson she learned about finding her own rhythm as a researcher.
„I learned a lot about myself and my relationship with research“.
Photo: Nadja-Christina Schneider
Q: Merlina, you came to Berlin to work here as part of a research internship on an archive dedicated to Navina Sundaram, an Indian journalist and filmmaker in Germany. How did this come about and what interested you about this archive?
Merlina: I did not know about the archive – or Navina – until I heard from the project. What immediately caught my attention was the exceptionality of her work but also the familiarity of her experience: she managed to use her unusual spot in the western media to show a picture of subalternized parts of the world; she also collected reflections on her own identity and life experience, as Indian and German, from India to Germany and back, contradictory, mixed, in both places, in neither, in between. I find her experience – in a way – very connected to Argentinian and Latinamerican experiences and realities, and her work one that we can really learn from. Overall, I found the archive to touch upon topics that do not belong to any region, and at the same time to hold special connections to my own, as it invites us to reflect on how we imagine culture, identity, belonging, others and ourselves and how we can change the fixed representations that continue reproducing colonial imaginaries. I found this experience to raise questions about my own region and its peoples‘ -and my – identity building processes and the ways that it has – or has not – been represented in media.
Q: What exactly did you do during your three-month research internship at HU?
Merlina: During these three months, I did mainly three kinds of activities involving the archive, all of which took me to different conversations, people and questions: I started an excel catalogue of the physical archive – this allowed me to get to know the collection, reflect on the process of cataloguing and also find some hidden treasures. Additionally, I attended lectures and workshops regarding archives and archiving – this was particularly interesting because I met students and scholars who were researching with the same- or other- archive materials than me -, through whom I encountered completely new and different perspectives and questions on them. Finally, I pursued my own research quest within the archive and collection lead by some of the materials to questions around feminisms and translations, regarding politics, distances and representations. The three were completely different and enriching ways to engage with – and learn about- working with archives.
Q: Was there a particular “aha” moment during this internship – and what experiences and insights from this time will you take with you for your future academic career?
Merlina: There were many “aha” moments, some of them regarding archives, some regarding the materials themselves, some regarding my own reflections and some regarding my whole internship experience. I have learned a lot. I got to explore topics and perspectives new to me, I found new questions for older topics and I reaffirmed the importance of exchange with others. But most importantly, I learned that researching has a rhythm, a pace of its own. Opportunities to dedicate exclusively to research – outside the context of a PhD scholarship – are rare where I come from and this was the first time I ever got to do research as a main activity. In this very short experience, I learned a lot about myself and my relationship with research. Maybe the most important “aha” moment – and a big lesson for my future academic career – is that I need to find this rhythm and make it my own.
Poster created by Merlina Sessano for an event organized by the Humboldt Internship Program for international research interns. For more information on the HIP program, go to: https://hic.hu-berlin.de/en/internship-program




