[29.09.17] Symposion „Lektüre im Zeitalter digitaler Medien“

Weg vom Text, hin zu den Daten – unter dieser Losung vollzieht sich derzeit ein grundlegender Wandel innerhalb der Geisteswissenschaften. Er ist Teil eines großen Transformationsprozesses, der die geisteswissenschaftlichen Einzeldisziplinen in den von transdisziplinären Fragestellungen und Ansätzen geleiteten Digital Humanities zusammenführt.

Im Zuge dessen übernimmt die Literaturwissenschaft – als Textwissenschaft schlechthin – zunehmend neue Instrumente aus der Informatik und Computerlinguistik. Literaturwissenschaft unter hochtechnischen Bedingungen heißt nicht nur Lesen am Computer, sondern auch Lesen mit dem Computer. Der Einzeltext als primärer Gegenstand der Philologien verliert dabei an Bedeutung. An seine Stelle treten Korpora und quantitative Forschungsdaten.

Während des zweitägigen Symposions werden Vertreter*innen verschiedener Disziplinen über die Potenziale der neuen, computergestützten Instrumente und deren Anschlussfähigkeit an vordigitale Methoden und Fragestellungen geisteswissenschaftlichen Arbeitens diskutieren. Dabei soll anhand literaturwissenschaftlicher Fragestellungen eine grundlegende Problematik der Digital Humanities angesprochen werden: Innerhalb welchen Deutungsrahmens können Daten überhaupt interpretiert werden?

Anmeldung unter lzdm@posteo.de

Beiträge:

Wolfgang Ernst |HU Berlin
Algorithmisierte Geisteswissenschaft. Für eine intelligente Adressierung von „big data“ (alias Literatur)

Manuel Günther | HU Berlin
Texte lesen uns

Jörg Lehmann | FU Berlin
Pattern recognition. Vom anekdotischen Lesen zur Clusteranalyse

Harun Maye |IKKM Weimar
Für eine Medienphilologie des Lesens

Carolin Odebrecht | HU Berlin
Annotationsgestützte Suche und Visualisierung für Close und Distant Reading

Christian Thomas | BBAW
In die Tiefe gehen. Lektüre- und Nutzungsmöglichkeiten digitaler Repräsentationen historischer Textzeugen

Jan Claas van Treeck | HU Berlin
Aus/Eintreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften

Peer Trilcke | Uni Potsdam
Das dlina-Projekt und das epistemische Ding einer digitalen Literaturwissenschaft

Thomas Weitin |TU Darmstadt
Digitale Literaturwissenschaft

Burkhardt Wolf | HU Berlin
Nicht-Lesen im Mann ohne Eigenschaften

Organisation:
Stephan Brändle & Maximilian Pötzsch

In Kooperation mit:
Humboldt-Universitäts-Gesellschaft (http://www.hug-berlin.de/)
if|DH|b (http://www.ifdhberlin.de/)

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25. September 2017 | Veröffentlicht von Martin M. Meier
Veröffentlicht unter Medienwissenschaft