Archiv für April 2018

[18./19.04.18] „Aktualisierung kybernetischen Denkens“ Gemeinsame Konferenz der Humboldt-Universität und der Technischen Universität

In den 1960er und 70er Jahren versprach eine neue wissenschaftliche Denkschule mit dem Namen Kybernetik potenzielle Lösungen für annähernd jedes technische und gesellschaftliche Problem. Geblieben ist davon oberflächlich wenig. Die Kybernetik ist als Disziplin scheinbar sang- und klanglos untergegangen oder fristet nur noch ein esoterisches Nischendasein.

Gleichzeitig scheint die Kybernetik unter der Oberfläche einen rasanten Siegeszug angetreten zu haben. Weil die Kybernetik Modellierung und Algorithmisierung als Problemlösungen popularisierte, aber auch weil die Entwicklung des Digitalcomputers in weiten Teilen kybernetischen Überlegungen zu verdanken ist, könnte man die heute Welt zurecht als „unwissentlich durchkybernetisiert“ bezeichnen.

Einer der prominentesten Köpfe der deutschen Kybernetik war der 2013 verstorbene Helmar Frank, der mit seinen Forschungen zu einer kybernetischen Pädagogik Techniken forcierte, die in den 60er und 70er Jahren auch wegen fehlenden Hardwaremöglichkeiten ihrer Umsetzung harrten. Auf der anderen Seite stehen heutige Lern-Apps, die scheinbar ohne Traditionslinie Überlegungen der kybernetischen Pädagogik wieder aufrufen und kommerziell erfolgreich machen.

Angesichts der kürzlichen Übernahme der Nachlasses von Helmar Frank und der Bestände von Franks Paderborner Institut für Kybernetik durch den Lehrstuhl für Medientheorien der Humboldt-Universität Berlin, veranstaltetet die Humboldt-Universität in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin am 18./19.04.2018 eine Tagung unter dem Titel „Aktualisierung kybernetischen Denkens“ bei der die historischen Dokumente und Geräte als Ausgangspunkt für Überlegungen dienen sollen, wo und wie die Kybernetik heute verortet werden kann und welche Aktualisierungen sie erfahren hat und noch bieten kann.

18.04.2018, 14:00 – 20:00 und 19.04.2018, 13:00 – 20:00 jeweils im Medientheater der HU Berlin, Georgenstraße 47, 10117 Berlin, Raum 0.01

PROGRAMM

Mittwoch 18.04.18

  • 14:00-14:40 Begrüßung und Vortrag Wolfgang Ernst (HU Berlin)
  • 14:45-15:25 Vorstellung der Bestände des IfK am Institut für Medienwissenschaft Maria Priebe (HU Berlin)
  • Kaffeepause
  • 15:40-16:20 „Begegnungen mit Helmar Frank“ Horst Völz (HU Berlin/TU Berlin/ZKI)
  • 16:25-17:05 „Seinswerte und Sollwerte. Hermann Schmidts Begriffe von „allgemeiner Regelkreislehre“, „Objektivation“ und „Hysterese“ im Kontext kybernetischen Denkens, Fühlens und Handelns.“ Boris Gösl (TU Berlin)
  • 18:00 Keynote: „Die Entwicklung der Kybernetik“ Thomas Fischer (Xi’an Jiaotong-Liverpool University)
  • 20:00 Abendessen

 

Donnerstag 19.04.18

  • ab 14:00 Demonstration kybernetischer Kunstwerke im Atrium
  • 14:45-15:25 Begrüßung und Vortrag „Der Maschinenpark der Entscheidung und seine Effekte“ Jan Claas van Treeck (HU Berlin)
  • Kaffeepause
  • 15:50-16:30 „Kybernetische Pädagogik heute: lehralgorithmische Ansätze in Forschung und Praxis“ Niels Pinkwart (HU Berlin)
  • 16:35-17:05 „Kybernetik, Programmierung und Lernen – oder ein wiederkehrender Gegensatz im deutschen Bildungsdiskurs“ Sabine Reh (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung)
  • 17:10 Keynote: „Das Nachleben der Kybernetik: untot, gespenstisch oder auferstanden?“ Stefan Artmann (FSU Jena)
17. April 2018 | Veröffentlicht von Martin M. Meier
Veröffentlicht unter Allgemein, Medienwissenschaft

[20.04.18] Game Circuit #21: RANDOM

Am Freitag, den 20.04. findet ab 17 Uhr im Signallabor die 21. Sitzung unseres offenen Arbeitskreises für operative Computerspielforschung „Game Circuit“ statt.

Auf dem Plan steht dieses mal die Vorstellung von Dr. Nikita Braguinskis Dissertation „RANDOM“, die soeben in der Reihe „Computerarchäologie“ erschienen ist.

Nach einer Buchvorstellung und Lesung durch den Autor können die Geräte und Spiele, die im Buch thematisiert werden, getestet, programmiert und gespielt werden.

Fühlen Sie sich herzlich zum Game Circuit #21 eingeladen! Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

8. April 2018 | Veröffentlicht von Martin M. Meier
Veröffentlicht unter Medienwissenschaft