Nachhaltig im (Uni)-Alltag

1. Bewusstes Heizen und Lüften

Jeder Grad weniger, spart rund sechs Prozent an Heizenergie. Am Beispiel von Heizöl sind das rund 125 Liter. Dreht man das Thermostat von 24 Grad auf ideale 20 Grad herunter, dann reduziert man den Verbrauch um 24 Prozent! Dabei kann auch das richtige Lüftungsverhalten helfen: Denn oftmals entweicht Heizwärme ungenutzt durch ständig gekippte Fenster. Um im Alltag zu sparen, sollte man mindestens drei Mal täglich für maximal 15 Minuten alle Fenster sowie Türen weit öffnen und stosslüften.[1][2]

Heizung
Glühbirne

2. Strom sparen

Die Klassiker ist Licht aus, wenn es nicht gebraucht wird. Weiter gilt, im Standby, Sleep- oder Energiesparmodus laufen Netzteile und Transformatoren der Elektrogeräte weiter und verbrauchen nutzlos Strom. Ihr Anteil am Stromverbrauch beträgt knapp 15 Prozent. Um die Geräte tatsächlich vom Netz zu nehmen, empfehlen sich abschaltbare Steckerleisten. Wer so die gesamte Unterhaltungselektronik abschaltet, reduziert den jährlichen Energieverbrauch um bis zu 400 Kilowattstunden.[1][2]

3. CO2-sparsames Fortbewegen

In Berlin degeneriert das Auto zunehmend vom Fortbewegungsmittel zum Stehmittel. Hinzu kommt, dass 100 Autokilometer rund 19 Kilogramm CO2 verursachen. Wer Bus und Bahn fährt, hat eine wesentlich bessere Ökobilanz: zwischen ein bis sechs Kilogramm. Da fast zwei Drittel aller Fahrten kürzer als zehn Kilometer sind, könnte die Mehrheit auch in öffentliche Verkehrsmittel einsteigen. Wer das Rad nutzt, schont die Umwelt natürlich noch mehr und ist bei einer Strecke bis zu fünf Kilometern sogar schneller am Ziel. Wenn man nicht aufs Autofahren verzichten möchte, bieten sich Fahrgemeinschaften an.[2]

Fahrrad fahren grün
Teller und Besteck

4. Essgewohnheiten

Der Fleischkonsum in Deutschland ist im Vergleich mit dem weltweiten Mittel von 43,1 kg pro Jahr deutlich höher und liegt bei rund 60 Kilogramm pro Jahr und Kopf. Das entspricht einem Viertel der ernährungsbedingten Umweltbelastungen. Obst und Gemüse sind nur für sieben Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Bevor Steak und Wurst auf den Tellern landen, durchlaufen diese einen ressourcen- und energieintensiven Prozess. Aus diesen Gründen rät der WWF dazu, maximal drei Mahlzeiten mit Fleischbeilage pro Woche zu essen, damit kann man die eigene Ökobilanz bereits um zwanzig Prozent zu verbessern. Dabei hilft auch der Verzehr qualitativ hochwertigen Biofleischs aus tiergerechter und heimischer Haltung.[2][3]

5. Müll

Gerade in Berlin sammeln sich riesige Mengen an Müll. 2012 waren es z.B. 79.105 Tonnen Leichtverpackungen und 822.119 (!!!) Tonnen Hausmüll. Damit die wertvollen Resourcen, die noch darin stecken, wieder Stoffkreisläufen zugeführt werden können, kann jede_r einzelne einen Beitrag leisten, indem man den Müll trennt oder am besten vorbeugend nur das kauft, was man auch wirklich braucht. Weiter sind viele Produkte auch nach ablaufen des Haltbarkeitsdatums noch geniessbar, was Verbraucher durch Geruchs- und Geschmacksproben schnell herausfinden können.[4][5]

Recycle Symbol
Einkaufswagen

6. Einkaufen

Wer etwas Gutes für sich, die Produzenten und die Umwelt tun möchte, kauft hochwertige Bio- und Fairtrade-Produkte (am besten in wiederverwendbaren Leinenbeuteln u.ä.). Fair gehandelte Waren entstehen unter sozial- und umweltverträglichen Bedingungen. Ferner sichert das gerechte Einkommen eine menschenwürdige Existenz. Wer hierzulande lokal und saisonal Bioprodukte kauft, unterstützt heimische Öko-Bauern und die Natur. Damit vermeidet man u.a. den unnötigen Ausstoss von Kohlendioxid, der bei langen Transportwegen mit dem Flugzeug anfällt. Zudem sind die Biostandards sehr hoch und werden ständig verbessert sowie unabhängig kontrolliert. Deshalb ist die Qualität der Bio-Lebensmittel sehr gut und sollte bevorzugt aus der Region gekauft werden.[2]

7. Lange Tragzeiten

Nichts wechselt so häufig wie die Mode. Um aus der Wegwerfgesellschaft auszubrechen, kann man Jeans, Sweatshirts und Schuhe über die Modesaison hinaus tragen. Wer der eigenen Kleidungsstücke überdrüssig ist, braucht nicht den Weg zur Kleidersammelstellen antreten. In Berlin werden z.B. Swap-Parties organisiert, wo man Alt gegen Alt tauschen kann. Weiterhin gibt es vielerorts Secondhandläden mit gut erhaltener Kleidung, die man entweder verkaufen oder auch kaufen kann. Noch günstiger geht das in Schenk- und Tauschläden.

Clothes
tap

8. Wasser und waschen

Von Wasserknappheit kann man in Deutschland nicht sprechen, wohl aber von der Energie, die benötigt wird, um Wasser zu erhitzen. Vor diesem Hintergrund ist es umweltfreundlicher lieber heiß zu duschen als ein heißes Bad zu nehmen. Ebenfalls kann man darauf achten, Waschmaschinen und Geschirrspüler wirklich voll zu beladen. Hinzu kommt, dass unsere Kläranlagen nicht mit allen Schadstoffen fertig werden und dass der sich dort bildende Klärschlamm noch zu wenig in Stoffkreisläufe eingebunden ist. Deshalb empfiehlt es sich keinen Müll ins Klo zu werfen und ökologische, schadstoffarme Reinigungs- und Waschmittel zuverwenden, wie z.B. Waschnüsse.[6][7]

9. Computer(zubehör)nutzung

Viele Geräte verfügen über so genannte Energiesparfunktionen durch die sich Bildschirm, Router oder Rechner bei Nicht-Nutzung automatisch zuerst in die Energiesparfunktion übergehen und schließlich herunter fahren. Wie die Stromsparfunktion im Einzelfall eingestellt wird, ist unterschiedlich. Am besten einfach mal im Internet nachschauen, aber nicht mit dem CO2-intensivem Google, besser mit der ökologischeren Suchmaschine www.ecosia.org.[8]

Laptop

 


 

Quellen
[1] http://www.leuphana.de/themen/nachhaltigkeit/klimaneutrale-universitaet/energiesparen.html
[2] http://www.nachhaltigleben.ch/themen/wohnen-haushalt/nachhaltig-wohnen/nachhaltigkeit-im-alltag-10-tipps-1100
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Fleischkonsum_in_Deutschland
[4] http://trenntstadt-berlin.de/wertstoffe/#.VGoy1ZF6dd0
[5] http://trenntstadt-berlin.de/hausmull/#.VGoy85F6dd0
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Klärschlamm
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Warmwasser#Energie_sparen
[8] http://energieklima.de/neuer-trend-co2-neutrale-suchmaschinen/
1. Dezember 2014 | Veröffentlicht von Nachhaltigkeitsbüro

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