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Reisende Erzählungen: Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa

Eine große Auswahl von Büchern der Universitätsbibliothek ist bis zum 18. Januar in der Staatsbibliothek zu Berlin zu sehen, neben wertvollen Beständen der Staats- und Kunstbibliothek.

Fast jeder von uns verbindet Bilder und Geschichten mit dem Namen Tausendundeine Nacht.  Doch was kennen wir aus den Tausendundeine Nacht wirklich, dem wohl einflussreichsten orientalischen Werk der Weltliteratur nach der Bibel – und in welchen Fassungen und Abwandlungen? Die Ausstellung veranschaulicht die Wirkung dieses Werks: Die Erzählungen wandern fluid in den Kontexten, im Wechselspiel zwischen europäischem und dem orientalischen Kulturraum. Im Orient gehörten etwa 300 Erzählungen zum Kontext, doch gab es nie einen geschlossenen Komplex. Die erste kanonisierte Form entstand im Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts und verbreitete sich rasch in Europa. Es folgten dann erste arabische Drucke des Werks.

Zu entdecken sind rund 200 Objekte – persische, indische und arabische Handschriften; Übersetzungen und literarische Werke; Künstler- und Kinderbücher sowie Alltagskunst. Die orale Erzähltradition bis in die Gegenwart wird in der Filminstallation des Künstlers Thomas Ladenburger dargestellt. Al Halqa – die letzten Erzähler aus Marokko (https://www.alhalqa-virtual.com) dokumentiert die Erzähltradition auf dem „Platz der Gehenkten“ in Marrakesch. Diese zählt heute zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ (UNESCO). Wer möchte, kann im „Erzählkasten“ selbst eine Geschichte aufzeichnen.

Der Schwerpunkt der UB liegt auf der Literaturgeschichte. Ausgehend von der französischen Übersetzung Antoine Gallands, dem ersten europäischen Text und der ersten geschlossenen Fassung der Tausendundeinen Nacht überhaupt, werden Märchenvariationen und -parodien aus dem 18. Jh. gezeigt. Illustrierte Reisebeschreibungen aus dem 17. und 18. Jh. verdeutlichen den Kulturaustausch zur Zeit Gallands. Dazu treten literarische Raritäten des 19. Jahrhunderts, z.B. Preußens Tausendundeine Nacht (Hesslein), Lysers Abendländische Tausendundeine Nacht oder die politische Satire Komische Tausend und eine Nacht: Buntes aus dem grauen Alterthum und der gräulichen Gegenwart von Glaßbrenner, welche auf die 1848er-Revolution reagiert.

Kooperation

Die Ausstellung wurde von der Staatsbibliothek in Kooperation mit der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin und der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin konzipiert.

Begleitprogramm

Die Ausstellung wird von einer Veranstaltungsreihe flankiert

(Staatsbibliothek zu Berlin, Simón-Bolívar-Saal).

19.11.2019 18.00 Eröffnung

13.12.2019 18.00 Thomas Ladenburger (Berlin) Filmvorführung „al-Halqa“

16.1.2020 / 18 Uhr Dr. Constanze Baum statt (HU, Institut für deutsche Literatur): Orientalische Spiegelungen. Selbst- und Fremdbilder in frühaufklärerischen Reisebeschreibungen (Vortrag)

18. 01. 2020 / 15.30 Claudia Ott (Beedenbostel) Das fliegende Pferd – Mitmachlesung für Kinder und Familien / 19.00 Uhr Tausendundeine Nacht – Der Anfang und das glückliche Ende (Szenische Lesung)

Weitere Veranstaltungen

Öffnungszeiten

20. November 2019 – 18. Januar 2020
montags bis samstags  11–19 Uhr

Der Eintritt ist frei

Führungen: Donnerstag 17.00 (außer 26.12.)

Begleitband: Im Insel-Verlag ist ein Begleitband zur Ausstellung erschienen. (Nr. 2038 der Insel-Bücherei, 184 S., 78 farbige Abb., 18 €, ISBN 978-3-458-20038-3).

https://blog.sbb.berlin/termin/ausstellung-reisende-erzaehlungen-tausendundeine-nacht-zwischen-orient-und-europa/Ankündigung auf dem Blog der Staatsbibliothek

 

Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin und der Kunstbibliothek

Ansprechpartner:

Frau Dr. Yong-Mi Rauch

yong-mi.rauch@ub.hu-berlin.de

Universitätsbibliothek, Historische Sammlungen

Öffentlichkeitsarbeit der SBB-SPK

Frau Jeannette Lamble

Jeanette.Lamble@sbb.spk-berlin.de

Johann Peter Lyser: Abendländische Tausendundeine Nacht. Meissen 1839
© Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Al Halqa ©Thomas Ladenburger
Aladdins Palast. El Pintor’s Zauberbuch von 1001 Nacht. ca. 1943
© Staatsbibliothek zu Berlin, Kinder- und Jugendbuchabteilung.
Mausolée de Sefy I. Journal du Voyage du Chevalier Chardin en Perse & aux Indes Orientales, par la Mer Noire et par la Colchide. Londres: Moses Pitt. 1686
© Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin

2. Dezember 2019 | Veröffentlicht von Ulrike Schenk
Veröffentlicht unter Allgemein

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