Workshop »Bilder der Reformpädagogik und der Jugendbewegung«, 5. & 6.10.2026, Göttingen

Veranstalter*innen: Prof. Dr. Patrick Bühler, Dr. Daniel Deplazes, Daniel Erdmann, M.A. & Prof.in Dr.in Katharina Vogel | Veranstaltungsort: Tagungshaus Alte Mensa, Wilhelmsplatz 3, 37073 Göttingen, Emmy-Noether-Saal | barrierefrei

Bildnachweis: Schweizerisches Sozialarchiv, Fotosammlung: Wandervogel – Schweizerischer Bund für alkoholfreie Jugendwanderungen. Signatur Sozarch_F_5000-Nx-447

Der Workshop wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Netzwerkes „Erziehungswissenschaft | en? Empirie(n), Epistemologie(n) und Geschichte(n) erziehungswissenschaftlicher Theorieentwicklung und Forschung“ gefördert. Das Netzwerk hat das Ziel, aktuelle empirisch und epistemologisch ambitionierte (Qualifikations-)Projekte aus dem Bereich der Wissens- und Wissenschaftsforschung in der Erziehungswissenschaft in einen strukturierten Arbeits- und Diskussionszusammenhang einzubinden; indem die (Qualifikations-)Projekte, die sich bisher jeweils autonom an Fragen des wissenschaftstheoretischen und wissenschaftsgeschichtlichen Status der Erziehungswissenschaft abarbeiten und dabei auf eine Vielzahl von teils bereits etablierten, teils innovativen Theorie- und Methoden-Settings zurückgreifen, in einem perspektivisch aufeinander abgestimmten und kritisch-konstruktiven Arbeitskontext bearbeitet werden, soll das Potenzial der jeweiligen theoretischen, methodologischen und methodischen Programme über die jeweiligen Standorte hinaus ausgeschöpft werden.

Hier finden Sie den Call for Papers via hist-edu.ch: Download

Das Programm erscheint im Februar 2026.

Die Reformpädagogik und die Jugendbewegung entstanden, als sich zwei wirkmächtige neue Medien durchzusetzen begannen: der Film und die Photographie. Wie bei der Reformpädagogik und der Jugendbewegung – bekannte Beispiele sind sozialistische Jugendorganisationen und die Pfadfinderinnen und -finder – handelte es sich auch bei der Ausbreitung von Film und Photographie um «globale» Entwicklungen. Aber nicht nur entstanden die neuen Medien und die neue Pädagogik zur selben Zeit, sondern die neue Erziehung setzte von Anfang an auch auf Film und Photographie, um ihre neuen Ansätze zu illustrieren und um für ihre neuen Errungenschaften die Werbetrommel zu rühren.

Was immer ihre Schwierigkeiten mit der «Moderne» gewesen sein mögen, was immer ihr Kampf für «Natürlichkeit» bedeutete, wenn es um Film und Photographie ging, zeigten sich die Reformpädagogik und die Jugendbewegung resolut modern. So setzten die Reformpädagoginnen und -pädagogen früh auf Filme, um in ihre Methoden einzuführen und Einblicke in ihre Schulen zu gewähren (so z. B. Maria Montessori oder Ovide Decroly) und in der Jugendbewegung wurde fleißig photographiert, wie etwa die Fahrtenbücher und die Publikationen der Jugendbewegung mit ihren zahlreichen Bildern von Zeltlagern, dem Abkochen, Gruppen beim Wandern, Skifahren, Schwimmen etc. zeigen.

Beim Workshop, der an die seit kurzem unternommene Forschung zur visual history der Reformpädagogik und der Jugendbewegung anschließt, handelt es sich um eine Arbeitstagung, um einen Band zur Inszenierung von Reformpädagogik und Jugendbewegung vorzubereiten. Die Studien, die am Workshop diskutiert werden, sollen mit Hilfe von Bildern (Filmen, Photographien, aber auch Skizzen, Linolschnitten etc.) analysieren, wie und mit Hilfe von was welche Aspekte (Geschlecht, Körper etc.) der neuen Formen von Pädagogik – des Lernens, der Gemeinschaft etc. – illustriert und inszeniert wurden und wie sie sich im Verlauf der Zeit veränderten.

23. Januar 2026 | Veröffentlicht von admin