Kann sich Geschichte wiederholen?

Podcast der Humboldt-Universität zu Berlin

Folge 15: Ein Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt über verfassungskonforme Beamt*innen, die NS-Zeit an der Berliner Universität und ob sich Geschichte wiederholen kann.

Diese Woche wurde bekannt, dass Polizeibeamt*innen in Nordrhein-Westfalen offenbar an rechtsextremen Chatgruppen beteiligt waren. Michael Wildt, Professor für Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin spricht mit der Radiojournalistin Cora Knoblauch im neuen HU-Wissenschaftspodcast unter anderem über die Wichtigkeit von verfassungskonformen Beamt*innen.

Die Seminare und Vorlesungen von Prof. Wildt sind stets gut besucht – „Das Interesse am Holocaust ist ungebrochen“, erzählt er in dieser neuen Podcast-Folge. Auch heute wollen junge Menschen verstehen wie sich eine Gesellschaft derart verändern kann, dass Menschen zu Verbrechen imstande seien wie nach 1932. „Studierende waren damals eine Speerspitze im Nationalsozialismus“, so Wildt.  Einige Verbrechen der NS-Zeit seien an der damaligen Berliner Universität geplant worden, zum Beispiel der Generalplan Ost. Die Bücherverbrennung auf dem heutigen Bebelplatz sei eine Aktion der Professor*innen und Studierenden der Universität gewesen.

Die Antwort auf die Frage, ob sich Geschichte wiederholen kann, gibt Prof. Dr. Wildt in unserem Podcast.


17. September 2020 | Veröffentlicht von kirsteik
Veröffentlicht unter Allgemein

Ein Kommentar zu “Kann sich Geschichte wiederholen?

  1. Im Hinblick auf die europaweite Akzeptanz des Faschismus: Ich habe 11 Jahre (1986 -1997) in den Niederlanden gelebt. Um Land, Leute, Sprache & Geschichte zu verstehen, habe ich (unvollendet) Kulturwissenschaften studiert an der „Open Universiteit“, Heerlen. Der Faschismus fand nicht nur in Deutschland & Italien („Das Futuristische Manifest“!), seine begeisterten Anhänger, auch in den Niederlanden (Mussert!). Heute zeigt er sich, m. E. in weiten Teilen der europäischen Gesellschaft im „nach Unten Treten“, der Ausgrenzung hilfsbedürftiger Personen, seien es Obdachlose, Geflohene, Frauen & Behinderte. Sie werden zielgerichtet gegeneinander ausgespielt. Um Wähler zu gewinnen, setzte R. Koch auf „Kinder statt Inder“, das Grundgesetz (Paragraph 16) wurde geändert, weil „das Boot voll“ war. Seitdem gab es diverse „Aktualisierungen“…
    & dem VVN, Attac & Campact wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt. Ich fürchte, dass mit derlei Maßnahmen die Aggressivität in der Bevölkerung gefördert wurde & wird.

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