Wann: Donnerstag 18. Juni, 7:30 Uhr
Wo: diffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Über uns:
In den Jahren 1978/79 schaute die Welt auf Iran – auf die Revolution, die den Schah stürzte, und auf die neue Islamische Republik, die schon früh viele Mitglieder der Opposition inhaftierte, folterte und tötete, darunter viele Rückkehrer, die die Revolution zunächst aus dem Ausland unterstützt hatten. Überlebende verließen das Land (erneut) und zerstreuten sich in eine weit verzweigte und politisch diverse Diaspora.
Auch aktuell bestimmt Iran die Schlagzeilen: Immer wieder flammen Proteste auf, die das nahende Ende der Gewaltherrschaft verheißen, immer wieder werden die Proteste brutal niedergeschlagen und Hoffnungen in Inland und Diaspora enttäuscht. Die Aufstände in Iran werden von einer Welle der Solidarität in der Diaspora verstärkt. Doch die Welt ist heute eine andere und die iranischen Oppositionellen, die ihre politischen Vorväter einst als Dinosaurier bezeichnet hatten, sind in den Augen ihrer Kinder selbst zu Dinosauriern geworden.
In ihrem Essay Dinosaurierkind richtet Maryam Aras das Wort an diese Generation und macht sie selbst hörbar, begibt sich anhand der politischen Biographie ihres Vaters auf Spurensuche und reflektiert dabei ihre Kindheit in der iranischen Diaspora in Köln. Im Gespräch mit Nacim Ghanbari und Elahe Haschemi Yekani denkt sie an diesem Abend darüber nach, was eine politische Bewegung in der Diaspora sein kann und welchen Anteil mediale Wahrnehmungen von Iran („Persien“) an der Geschichte hatten und haben. Worin besteht das intellektuelle Erbe der exilierten „Dinosaurier“? Wo sehen sich ihre Kinder, und wie umgehen mit den historischen Spuren einer diversen Diaspora?
Wann: Montag 23. März, 19-22:00 Uhr
Tickets (Free): https://www.eventbrite.com/e/fotobuchvorstellung-gesprach-rund-um-belles-momes-tickets-1981930560659?aff=oddtdtcreator
Overview
Die Lesung und Diskussion rund um das Fotobuch BELLE MÔME (Shift Books) von Clélia Odette schafft einen offenen Raum für gemeinsame Reflexion über zeitgenössische Schönheitsbilder, Sichtbarkeit und Empowerment. Die Veranstaltung versteht sich als Begegnung zwischen Publikum, Kunst und Theorie – als Einladung, über Körper, Alter und Repräsentation neu nachzudenken.
Im Zentrum steht die Frage, wie Bilder unsere Wahrnehmung von Weiblichkeit prägen – und wie fotografische Praxis bestehende Normen verschieben kann. Durch die Verschränkung künstlerischer, journalistischer und wissenschaftlicher Perspektiven eröffnet der Abend einen vielschichtigen Dialog über die Sichtbarkeit von Frauen über 50 im öffentlichen Raum und in visuellen Kulturen.
Das Fotobuch, erschienen bei Shift Books, versteht Schönheit als Ausdruck von Individualität, Intimität und Selbstbestimmung. Mit einer sensiblen und zugleich selbstbewussten Bildsprache zeigt Clélia Odette Körper jenseits gängiger Altersnormen, Geschlechterzuschreibungen und ästhetischer Stereotype. Ihre Arbeit entwickelt neue Narrative einer reifen Schönheit – geprägt von Selbstvertrauen, gelebter Erfahrung und der Freiheit, sich den eigenen Raum zu nehmen.
Moderiert wird der Abend von der Fotojournalistin Miriam Zlobinski. Gemeinsam mit Elahe Haschemi Yekani, Professorin an der Humboldt Universität zu Berlin, entsteht ein Gespräch zwischen künstlerischer Praxis und kritischer Theorie. In der Verbindung von künstlerischer Praxis und kritischem Denken werden Fragen von Diversität, Repräsentation und Gleichberechtigung sichtbar – ebenso wie das emotionale und politische Potenzial fotografischer Bilder.
Die Veranstaltung ist als zugänglicher, gemeinschaftlicher Austausch gedacht: ein Abend für eine plurale und inklusive Vorstellung von Schönheit, für die Sichtbarkeit von Frauen und für die transformative Kraft visueller Erzählungen. Sie lädt dazu ein, gewohnte Bildwelten zu hinterfragen und neue Perspektiven auf Körper, Alter und Identität zu feiern.
Gespräch auf deutscher Sprache. In Kooperation mit dem Verlag Shift Books.
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