Wann: Donnerstag 18. Juni, 7:30 Uhr
Wo: diffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Über uns:
In den Jahren 1978/79 schaute die Welt auf Iran – auf die Revolution, die den Schah stürzte, und auf die neue Islamische Republik, die schon früh viele Mitglieder der Opposition inhaftierte, folterte und tötete, darunter viele Rückkehrer, die die Revolution zunächst aus dem Ausland unterstützt hatten. Überlebende verließen das Land (erneut) und zerstreuten sich in eine weit verzweigte und politisch diverse Diaspora.
Auch aktuell bestimmt Iran die Schlagzeilen: Immer wieder flammen Proteste auf, die das nahende Ende der Gewaltherrschaft verheißen, immer wieder werden die Proteste brutal niedergeschlagen und Hoffnungen in Inland und Diaspora enttäuscht. Die Aufstände in Iran werden von einer Welle der Solidarität in der Diaspora verstärkt. Doch die Welt ist heute eine andere und die iranischen Oppositionellen, die ihre politischen Vorväter einst als Dinosaurier bezeichnet hatten, sind in den Augen ihrer Kinder selbst zu Dinosauriern geworden.
In ihrem Essay Dinosaurierkind richtet Maryam Aras das Wort an diese Generation und macht sie selbst hörbar, begibt sich anhand der politischen Biographie ihres Vaters auf Spurensuche und reflektiert dabei ihre Kindheit in der iranischen Diaspora in Köln. Im Gespräch mit Nacim Ghanbari und Elahe Haschemi Yekani denkt sie an diesem Abend darüber nach, was eine politische Bewegung in der Diaspora sein kann und welchen Anteil mediale Wahrnehmungen von Iran („Persien“) an der Geschichte hatten und haben. Worin besteht das intellektuelle Erbe der exilierten „Dinosaurier“? Wo sehen sich ihre Kinder, und wie umgehen mit den historischen Spuren einer diversen Diaspora?
Between Goodbyes April, 16-18:30 Uhr, Filmforum NRW, Köln
Mieke Murkes, a queer Korean adopted girl, grew up in the Netherlands. In adulthood, she finds out that her Korean parents are looking for her and travels to South Korea. The film portrays the challenges of reuniting as a family after so many years, dealing with geographic distance, language barriers, Mieke’s queerness, and the reactions of her parents and sisters. Between Goodbyes conveys the protagonists’ conflicting feelings respectfully and sensitively, and also gives a voice to the Korean parents, a perspective often missing from such stories. The film poses questions about the legitimacy of separating parents and children in the past. It points to how rigid gender policies and the lack of state support for poor families created a situation where sending hundreds of thousands of South Korean children to Western countries seemed the only solution. Between Goodbyes draws parallels between Mieke’s individual story and broader systemic factors, offering insight into what it has meant for those involved, both in South Korea and in the West, to live with these experiences.
Introduction by Dr. Anja Sunhyun Michaelsen and conversation with Mieke Murkes
The event will be held in English.
In Cooperation with GeStiK – Gender Studies in Köln
