FIRST EUROPEAN GREEN OFFICE SUMMIT

Studierende Europas vernetzen sich für mehr Nachhaltigkeit an ihren Universitäten

Nachhaltigkeit an Universitäten lernen, lehren und leben – das ist das Ziel von entstehenden und bereits etablierten Nachhaltigkeitsbüros (engl. Green Offices) an derzeit 18 Universitäten in fünf europäischen Ländern – und die Bewegung wächst. 45 Mitglieder dieser studentisch geführten und durch HochschulmitarbeiterInnen unterstützten Büros aus Großbritannien, Schweden, Deutschland und den Niederlanden trafen sich vom 16. bis 19. Oktober zum „First European Green Office Summit“ an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Auf der Agenda des von der studentischen Initiative Nachhaltigkeitsbüro an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Non-Profit-Unternehmen rootAbility organisierten Gipfels standen vor allem universitätsübergreifende Vernetzung und der gegenseitige Austausch zu Projekten und Strategien.

Foto v. Tim Strasser

Das Integrative Forschungsinsitut zu Transformationen von Mensch-Umwelt-Systemen an der HU (IRI THESys) war Gastgeber des Summits und ermöglichte den Teilnehmenden einen ertragreichen Wissensaustausch und das Erlernen von spezifischen Fähigkeiten, um sich den Herausforderungen hin zu einer nachhaltigen Universität zu stellen. Über vier Tage tauschten sich die Studierenden untereinander und mit ExpertInnen über folgende Themen aus:

  • Potenziale der übergreifenden Prinzipien von Green Offices
  • Gründung, Implementierung und Beständigkeit von Green Offices
  • Adaption erfolgreicher Projekte und Modelle aus der freien Wirtschaft
  • Best Practice Projekte und Strategien zur Projektimplementierung verschiedener Universitäten
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung der Universitäten und Evaluierung der Arbeit der Green Offices

Auch das studentische Nachhaltigkeitsengagement an der HU war selbstverständlich in den Workshops und Diskussionen vertreten. Mitglieder der Deutschlandstipendium-Themenklasse „Nachhaltigkeit & Globale Gerechtigkeit“ und der studentischen Initiative Nachhaltigkeitsbüro brachten sich aktiv in die Diskurse ein und gestalteten die Strategien und Konzepte der Green Office Bewegung mit.

Darunter auch Josef Kaiser, der begeistert einige der neu gewonnenen Erfahrungen auch an der Humboldt-Universität mit umsetzen möchte: „Wir sollten von gut funktionierenden Projekten anderer Universitäten und Länder lernen. In Großbritannien beispielsweise gibt es Energiesparwettbewerbe innerhalb und zwischen Universitäten, wodurch auch enorme Kosten eingespart werden konnten. Leicht umsetzbar ist zum Beispiel auch eine verbesserte Mülltrennung durch intelligente Designkonzepte für Behälter. Ganz zentral für erfolgreiche Projektumsetzungen ist die Etablierung fester Strukturen. In etablierten Green Offices arbeiten studentische Hilfskräfte, sie besitzen das Mandat und Gelder von der Uni zur Implementierung von Projekten, sind in Uni-Strukturen integriert und erarbeiten Lösungskonzepte gemeinsam mit anderen Abteilungen. Wir hoffen, dass wir beispielsweise für die Finanzierung bald auf Unterstützung seitens der Humboldt-Universität bauen können.“

Foto v. Tim Strasser

Zur Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit fand im Zuge der Tagung am Freitag, den 17. Oktober die Podiumsdiskussion „The Long Ride to Sustainability at Universities – How to accelerate on a bumpy road?“ statt. Vier ExpertInnen aus dem Kontext studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen gaben den BesucherInnen einen Überblick über Erfolge und Hürden auf dem Weg zur nachhaltigen Universität in verschiedenen europäischen Ländern und lieferte den Tagungs-TeilnehmerInnen zusätzliche Motivation und eine Arbeitsbasis für die weiteren Veranstaltungstage. Schließlich konnten am Sonntag vier Hauptergebnisse für die gemeinsame Zukunft der Green Office Bewegung festgehalten werden: eine Plattform für den Online-Austausch, eine gemeinsamen Strategie für die Kooperation auf Regierungsebene, gemeinsame Indikatoren für Nachhaltigkeitsberichterstattungen und ein Alumni-Netzwerks zur Weitergabe von Expertise und Wissen.

Fest steht jetzt schon, dass der nächste European Green Office Summit 2015 in Rotterdam stattfinden wird.

Hinsichtlich aktiver Beteiligung, Vernetzung und innovativer Projektideen war die Tagung ein voller Erfolg, auch dank finanzieller Unterstützung durch bologna.lab und International Office der HU.

Alle Teilnehmenden lobten die reibungslose Organisation und die inhaltliche Ausgestaltung und kehrten mit reichlich Inspiration und Motivation an ihre Heimatuniversität zurück.

 

Weitere Stimmen zum First European Green Office Summit finden sich im Radiobeitrag von Deutschlandfunk unter: http://www.deutschlandfunk.de/nachhaltigkeit-an-universitaeten-kleine-schritte-gegen.697.de.html?dram%3Aarticle_id=300602

Eine umfassende Aufarbeitung der Ergebnisse der Tagung und weitere Informationen befinden sich bald auf dieser Website.

27. Oktober 2014 | Veröffentlicht von Nachhaltigkeitsbüro
Veröffentlicht unter Allgemein

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