Handlungsorientierung

Überleben in Berlin, auf Italienisch! Ein Projekt aus dem A1-Kurs

Text: Gianluca Pedrotti, Video: Arbeitsgruppe 3 (Vita notturna)

Im Rahmen eines Italienisch-Kurses (A1) arbeiteten die Studierenden gegen Ende des Semesters an einem handlungsorientierten Projekt: die Erstellung eines Stadtführers für Berlin in Form eines Videos. Mittelpunkt war dabei nicht die Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung, sondern ein gemeinsamer Arbeitsprozess. Sprache wurde als Werkzeug genutzt, um ein konkretes Produkt für ein reales Publikum zu entwickeln.

Unter dem Titel „Als Erasmus-Student in Berlin überleben“ arbeiteten die Studierenden drei Wochen lang in Gruppen an einem klaren und authentischen Ziel: Sie sammelten Informationen, verfassten kurze Texte und produzierten thematische Videos zu zentralen Aspekten des Berliner Lebens, um zukünftigen Erasmus-Studierenden aus Italien praktische Tipps zu geben.

Unterrichtsphasen und Arbeitsaufträge für zu Hause wechselten sich ab. Während des gesamten Projekts erhielten die Studierenden gezieltes Feedback sowie sprachliche Unterstützung, sodass sie Schritt für Schritt an ihren Texten und Präsentationen arbeiten konnten.

Arbeiten wie in einem Redaktionsteam

Die Studierenden organisierten sich wie eine kleine Redaktion:

Phase 1: Planung (im Unterricht)
Die Gruppen wählten vier zentrale Themenbereiche (z. B. Geschichte und Politik, Natur und Kultur, Esskultur und Einkaufen, Nachtleben) und legten die inhaltlichen Schwerpunkte fest.

Phase 2: Umsetzung (in Gruppenarbeit, teilweise zu Hause)
Die Studierenden recherchierten Informationen, diskutierten deren Auswahl, verfassten die Skripte und bereiteten ihre Videopräsentationen vor.

Handlungsorientiertes Lernen in der Praxis

Das Projekt ist ein Beispiel für handlungsorientierten Unterricht: Die italienische Sprache diente im Rahmen des Projekts als Werkzeug, um ein konkretes Produkt für ein reales Publikum zu erstellen. Sie war nicht nur Lerngegenstand, sondern Mittel zum Handeln.

Gleichzeitig entspricht die Aktivität den Prinzipien von UNIcert®, da sie universitätsnahe Inhalte einbindet und überfachliche Kompetenzen wie Teamarbeit, Informationsrecherche und Präsentationsfähigkeit fördert.

Trotz ihres Einstiegsniveaus zeigten die Studierenden, dass bereits auf A1-Niveau Kommunikation, Kooperation, kreatives Schreiben und freies Sprechen möglich sind. Das folgende Video dokumentiert das Endergebnis sowie auch den Lernprozess, der von Kreativität und authentischem Sprachgebrauch geprägt war.

Vita notturna a Berlino: (Arbeitsgruppe 3)

https://blogs.hu-berlin.de/wwwteam_spz/wp-content/uploads/sites/72/2026/03/Italienisch-A1-Ueberleben-in-Berlin-1.mp4

Die Rückmeldungen der Studierenden waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurden: die Freude an der Zusammenarbeit, die Motivation durch eine sinnvolle Aufgabe und ein gestärktes Selbstvertrauen im mündlichen Ausdruck.

Ein herzlicher Dank an alle Kursteilnehmenden: ottimo lavoro!

9. März 2026 | Veröffentlicht von Anja-Sylvia Zimmermann | Kein Kommentar »
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Anerkennung für exzellente Sprachlehre: Das Sprachenzentrum erhält zwei AKS-Lehrpreise

Vom 12. bis 14. März 2025 fand an der Ruhr-Universität Bochum die 33. Tagung des AKS statt unter dem Motto „Lehren, lernen, leben – in neuen Realitäten: Sprachenzentren im Aufbruch“. Die Tagung bot Lehrkräften, Forscherinnen und Forschern sowie Studierenden die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Fremdsprachenausbildung an Hochschulen auszutauschen.  

Foto: Enrico Lagazio

Ein Höhepunkt der Tagung war die Verleihung des AKS-Preises „Gute Sprachlehre an Hochschulen“. Dieser Preis würdigt herausragende Lehrleistungen in drei Kategorien:

  1. Förderung von Handlungsorientierung und Praxisbezug
  2. Innovative Medien und Medienformate für das Sprachlernen
  3. Hochschulspezifische und fachbezogene Sprachlern-Konzepte.

Die prämierten Projekte setzen Maßstäbe für moderne Sprachdidaktik und sollen als Inspiration für andere Lehrkräfte dienen.

Besonders erfreulich ist, dass in diesem Jahr zwei Lehrkräfte des Sprachenzentrums der HU Berlin mit dem AKS-Preis ausgezeichnet wurden:

  • Elena Carrara erhielt den Preis in der Kategorie A für ihr innovatives Konzept zur handlungsorientierten und praxisnahen Sprachvermittlung „Italienisch im Freien. Spuren der italienischen Kultur in Berlin“. Der Kurs verbindet das Sprachlernen mit der Entdeckung italienischer Spuren in Berlin und macht die Stadt zu einem idealen Schauplatz für interkulturelles Lernen.

  • Anja-Sylvia Zimmermann wurde in der Kategorie B für ihre hervorragende Arbeit im Bereich der hybriden Lehre ausgezeichnet. Ihr Kursprojekt „Basiskurs Klassische Sprachen hybrid“ bietet eine sprachübergreifende Einführung in Altgriechisch und Latein und wird in einem innovativen dynamischen Hybridformat umgesetzt.

Dies war nicht das erste Mal, dass Lehrkräfte des Sprachenzentrums für ihre herausragende Lehre geehrt wurden: 2020 hatte bereits Sabine Cayrou den Lehrpreis in der Kategorie B erhalten für ihr neuartiges Französischkurskonzept „DICOOL Distance Individual Cooperative On/Offline Learning“.

Die wiederholte Vergabe des AKS-Lehrpreises an Lehrkräfte des Sprachenzentrums unterstreicht dessen hohe Qualität und Innovationskraft in der Sprachlehre. Der Erfolg ist auch das Ergebnis einer langjährigen, kontinuierlichen Qualitätsentwicklung, die durch die Direktorin Frau Dr. Rößler – 2017 Mitbegründerin des AKS-Lehrpreises – und durch das Engagement zahlreicher Kolleginnen und Kollegen maßgeblich geprägt wurde.

Die diesjährige AKS-Tagung zeigte eindrucksvoll, wie rasant sich die Sprachlehre an Hochschulen weiterentwickelt. Der Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichte neue Perspektiven und lieferte wertvolle Anregungen für die Gestaltung zukünftiger Lehrangebote.  

Weitere Fotos in der AKS Instagram Fotostrecke

Text: Elena Carrara, Anja-Sylvia Zimmermann

10. April 2025 | Veröffentlicht von Anja-Sylvia Zimmermann | Kein Kommentar »
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Workshop in Göttingen: Lehrkräfte bilden sich weiter

Am 17.11.2012 haben die Kolleginnen der Abteilung Slawische Sprachen und Arabisch am 13. UNIcert®-Workshop zum Thema „Handlungsorientiertes Fremdsprachenlernen auf dem Seziertisch“ in Göttingen teilgenommen. Der Workshop diente vor allem dem Erfahrungsaustausch zwischen Lehrkräften in der Fremdsprachenausbildung mit dem Ziel der Entwicklung eines interkulturellen Bewusstseins und Strategien zur Bewältigung von Stereotypen in Konfliktsituationen.
Im Fokus standen u.a. folgende Themen:

  • Sprachvermittlung durch inhaltlich eingebettete Zusammenhänge
  • Förderung von kognitiver und fremdsprachlicher Mobilität
  • Kommunikationsprozesse im interkulturellen Kontext
  • Erwerb von Handlungskompetenzen.

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26. November 2012 | Veröffentlicht von ehemaliges Mitglied | Kein Kommentar »
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