‚Bei Office heiß‘ ich HabmichliebKätzchen‘

Seit kurzem bietet der CMS interessierten Studierenden der HU das Microsoft-Office-Paket Office365 ProPlus an. Enthalten sind die gängigen Microsoft Office-Produkte. Man erwirbt das Recht, Office365 ProPlus für 1 Jahr auf bis zu 5 Geräten installieren und nutzen zu dürfen, danach muss man die Lizenz erneuern. Kosten: Pro Jahr 5 EUR.

Ob es sich um ein attraktives Angebot handelt, möge bitte jeder für sich entscheiden. In jedem Fall hätte ich ein paar kurze Anmerkungen zur Handhabung.

Der Erwerb der Software läuft in zwei Stufen ab. In der ersten Stufe findet die Bezahlung statt. Hier ist also die Preisgabe von Namen, Adresse usw. nicht vermeidbar. Diese Daten bleiben jedoch beim Reseller und wandern nicht an Microsoft weiter. Hat alles geklappt und das System den Studentenstatus akzeptiert, erhalten die Erwerberinnen oder Erwerber eine Mail. Der darin enthaltene Link führt zum zweiten Schritt.

In diesem zweiten Schritt wird erneut zur Namenseingabe aufgefordert.  Diese Daten werden anschließend an Microsoft (Irland) weitergesandt und dienen der Erstellung eines Microsoft-Office-Kontos. (Mit Cloudspeichern hat dieses Konto übrigens nichts zu tun, es dient allein der Verwaltung der fünf möglichen Installtionen. Wer Cloud-Dienste von Microsoft nutzen will, muss sich gesondert anmelden.)

Dabei wird in der Einwilligungserklärung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Pseudonyme verwendet werden dürfen. Und wenn man schon mal so drauf gestoßen wird: Dann darf man das auch gerne tun.

Rechtlich bedeutet Pseudonymisieren übrigens: „das Ersetzen des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Bestimmung des Betroffenen auszuschließen oder wesentlich zu erschweren“ (z.B. § 4 Abs. 3 Nr. 8 BlnDSG).

Also auszuschließen oder wesentlich erschweren. Daher nochmal ganz deutlich aus der Praxis: Heißt jemand Volker, wurde 1989 geboren und spielt als Hobby (Unterwasser-)Rugby, dann ist RugbyVolker89 KEIN besonders gutes Pseudonym. Hier empfiehlt sich eher etwas wie HabmichliebKätzchen15.

Neben dem Pseudonym benötigt man noch einen sog. Validierungsschlüssel (aus derselben Mail, in welcher der Link steht). Den Validierungsschlüssel sollte man neben Pseudonym und Passwort ebenfalls aufbewahren, da man ihn für die Verlängerung der Laufzeit erneut benötigt. Bei so vielen Daten mag man über Passwort-Manager nachdenken, wie z.B. KeePass. Als (trojanersichere) Alternative bietet sich daneben Stift und Papier (oder ein Ausdruck der Office-Rechnung) an.

Einmal installiert verhält sich Office 365 ProPlus weithin wie ein lokales Office2013, mit der Besonderheit, dass einmal im Monat über das Netz überprüft wird, ob die entsprechende Installation noch im MicosoftOffice-Konto aktiv ist. Wer also pflegt seine Abschlussarbeiten abgeschirmt von der Welt auf einer Privatinsel ohne Internet zu schreiben, sollte auf das Angebot verzichten. Sonst wechselt die Software in den Viewer-Modus und man kann nach einem Monat zwar noch Korrekturlesen, aber nicht mehr korrigieren. Eine automatische Integration von Clouddiensten ist nicht vorhanden. Wer auf die Cloud nicht verzichten mag, kann jedoch privat OneDrive über ein (zusätzliches) Microsoft-Konto mit Microsoft Live-ID direkt einbinden.

Natürlich steht es auch jeder/m Studierenden frei kostenlose und quelloffene Alternativen wie z.B. LibreOffice zu nutzen: http://de.libreoffice.org/product/
HabmichliebKätzchen15 und RugbyVolker89 haben die Wahl.

15. April 2014 | Veröffentlicht von Ansgar Heitkamp
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