Allgemein

EndNote-Campuslizenz läuft zum März 2028 aus – Citavi und Zotero als Alternativen

Um die als Folge der Sparvorgaben des Berliner Senats notwendigen Kürzungen des Software-Etats umzusetzen, kann die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) zukünftig nur noch eine der beiden Campuslizenzen für die Literaturverwaltungsprogramme Citavi oder EndNote fortführen.

Zur Entscheidung über die zu kündigende Campuslizenz hat der Computer- und Medienservice der HU die Universitätsbibliothek (UB) um fachliche Einschätzung gebeten. Da weder Kosten, Nutzungszahlen noch Vor- und Nachteile der Funktionalitäten den Ausschlag für eines der beiden Programme geben konnten, führte die UB im Frühjahr 2026 unter allen HU-Angehörigen eine Umfrage zur Nutzung der Programme durch. Hierbei fiel das Votum deutlich zugunsten von Citavi aus. Die UB möchte sich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich bei allen Teilnehmenden der Umfrage bedanken. Ihre Rückmeldungen und Kommentare werden wir nutzen, um Sie bestmöglich beim Umstieg unterstützen zu können.

Die aktuelle Campuslizenz für EndNote läuft noch bis zum 31. März 2028. Das Programm ist bis zum Lizenzende vollumfänglich nutzbar.

Zotero als leistungsstarkes Open-Source-Programm läuft auf sämtlichen gängigen Betriebssystemen (Windows, Mac, Linux) und ist somit eine sehr gute Alternative zu kommerziellen Programmen. Die browserbasierte Nutzung beinhaltet einen kostenlosen Speicherplatz von 300 MB.

Die Campuslizenz für Citavi sowie Citavi Web steht allen HU-Angehörigen weiterhin zur Verfügung. Insbesondere die browserbasierte Variante ermöglicht auch Mac- und Linux-Nutzenden die Arbeit mit diesem Programm.

Unterstützung beim Umstieg

Bei der Migration der Daten von EndNote in ein anderes Literaturverwaltungsprogramm ist mit Datenverlusten und Einbußen beim Funktionsumfang zu rechnen. Die UB wird deshalb ein umfangreiches Support-Angebot für die Migration von EndNote zu Citavi bzw. zur Open-Source-Software Zotero anbieten, um alle HU-Angehörigen bestmöglich zu unterstützen. Erste Termine für Umstiegsschulungen finden Sie auf der Webseite der UB.

Für Projektgruppen und Fachbereiche der HU bieten wir zudem individuelle Sprechstunden an. Kontaktieren Sie uns bei Bedarf gerne: ub.literaturverwaltung@ub.hu-berlin.de

Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Lizenzierung an den Software-Service des CMS: softwareservice@cms.hu-berlin.de

Zusammenfassung der Umfrageergebnisse: https://blogs.hu-berlin.de/wir_bewegen_buecher/wp-content/uploads/sites/42/2026/10/Umfrage-Nutzung-Literaturverwaltungsprogramme_2026.pdf


9. Oktober 2026 | Veröffentlicht von Dr. Ulrike Schenk | Kein Kommentar »

Writing Day für First Generation Doctoral Researchers

Am 25. September 2026 von 9:00 bis 13:00 Uhr lädt das First Gen Docs Connect Netzwerk gemeinsam mit der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin zu einem Writing Day im Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums ein.

Der Writing Day richtet sich an Promovierende, die als Erste in ihrer Familie promovieren, und ist offen für Promovierende aller vier Einrichtungen der Berlin University Alliance – Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Nach einem kurzen Writing Prompt zu Beginn folgen konzentrierte Schreibphasen in unterstützender Arbeitsatmosphäre. In den Pausen gibt es Gelegenheit, andere First Gen Docs kennenzulernen und sich auszutauschen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, gemeinsam Mittag zu essen und das HU Docs Café zu besuchen.

Der Writing Day ist Teil von First Gen Docs Connect im Graduate Studies Support Program der Berlin University Alliance und bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe monatlicher Writing Days.

Wann: 25. September 2026, 9:00–13:00 Uhr
Wo: Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Auditorium, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin

https://umfrage.hu-berlin.de/index.php/647926?lang=en

Verfasst von: Saskia Köbschall

18. September 2026 | Veröffentlicht von Sabine Tschorn | Kein Kommentar »
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Infotag Akademisches Schreiben – Mit professioneller Schreibberatung ans Ziel

Am 23. September 2026 findet von 9:00 bis 15:00 Uhr der Infotag Akademisches Schreiben an der Freien Universität Berlin statt.

Wissenschaftliche Kommunikation und Leistungsmessung erfolgen im akade­mi­schen Kontext traditionell schriftlich. Durch die breite Verfügbarkeit text­ge­nerierender KI-Tools wird diese Tradition grundlegend infrage gestellt. Wieso noch wissenschaftliches Schreiben lernen, wenn die Texte „der KI“ doch auf den ersten Blick so geschliffen klingen?

Studierende und Promovierende sehen sich inzwischen in einem Span­nungs­feld zwischen vermeintlichem Effizienz- und Qualitätsgewinn durch KI-Nutzung und dem Wunsch, ihren eigenen Text zu verfassen und sich die Inhalte schrei­bend zu erschließen. Zudem begegnen sie im Schreibprozess Herausfor­derun­gen, die sich eher schlecht als recht durch KI lösen lassen. Diese Heraus­for­de­run­gen sind oft sehr individuell und können durch externe und persönli­che Fak­toren bestimmt sein, zum Beispiel wenn Studierende oder Promovieren­de als erste ihrer Familie eine akademische Laufbahn einschlagen, sie nicht in ihrer Her­kunftssprache schreiben oder familiäre Pflichten haben.

Professionelle Schreibberatung führt Studierende und Promovierende zum Ziel:

  • Sie unterstützt dabei, sowohl Unsicherheiten im Verfassen von Texten (mit oder ohne KI) als auch andere individuelle Herausforderungen anzu­gehen.
  • Sie bietet bedarfsgerechtes Schreibwissen und Training von Schreib­prak­tiken.
  • Sie ergänzt und entlastet die fachliche Betreuung.

Mit dem Infotag soll ein Einblick in die Praxis fachunabhängiger Schreib­beratung gegeben werden. Dabei stehen vor allem die Angebote in der Hochschulregion Berlin-Brandenburg im Mittelpunkt.

In Form von Impulsvorträgen, Workshops und einem „Infomarkt“ wird vorgestellt, welche vielfältigen Formen der Schreibberatung bereits praktiziert werden und welche unterschiedlichen Akteur*innen daran beteiligt sind.

Als Lehrende, Hochschulmitarbeitende, Promovierende und Studierende er­hal­ten Sie die Gelegenheit, sich über bestehende Angebote zu informieren und sich zu vernetzen, aber auch darüber auszutauschen, wie weitere Angebote zur Unterstützung im wissenschaftlichen Schreibprozess in Berlin und Branden­burg aussehen können.

Melden Sie sich hier an und kommen Sie vorbei!

Das vorläufige Programm finden Sie hier.

Zeit & Ort

23.09.2026 | 09:00 – 15:00

Foyer KL-Gang, Hörsaal 2 Rostlaube (Habelschwerdter Allee 45)

Weitere Informationen

Veranstalter: Organisiert wird die Veranstaltung durch die Abteilung Lehr- und Lernservices der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, der Regionalgruppe Berlin-Branden­burg innerhalb der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung e.V. (gefsus) und unter Beteiligung der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin und weiterer Einrichtungen.

Kontakt: schreibberatung@ub.fu-berlin.de

25. August 2026 | Veröffentlicht von Sabine Tschorn | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter Allgemein, Schreiben, UB, Veranstaltung
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#8 Bücherwege: Die Geschenke des Auswärtigen Amts während des Zweiten Weltkriegs

Umstände der Erwerbungen durch die Universitätsbibliothek, die Rolle des Bodemuseums, die Abordnung des Bibliothekars Fritz Streichhan, Umfang der Zugänge, „eigener Altbestand“

Im Haushaltsjahr 1942 beginnen die Geschenkerwerbungen der Zentralen Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin mit der Überstellung von etwa 100 Dubletten aus der Deutschen Bücherei in Leipzig. Nachweislich ist eines dieser Bücher seinem Eigentümer unrechtmäßig entzogen worden. Bei etlichen anderen ist der Verdacht auf unrechtmäßigen Erwerb nicht auszuschließen. Diese Bücher waren zu einem großen Teil bereits im Akzessionsjournal verzeichnet, als sich vom 20. April 1942 an ein weiterer, hinsichtlich der Weitergabe von Raubgut verdächtiger Lieferant unter die Eintragungen mischte: das Auswärtige Amt.

Seite aus dem Akzessionsjournal Pflicht 1942 mit 4 Einträgen
Abb. 1: Akzessionsjournal Donum, Tausch, Pflicht 1942. Akzessionsnummern D 1942.99 – D 1942.100.

Der erste Eintrag dieses Zugangs, die Akzessionsnummer D 1942.99, bezieht sich auf ein französischsprachiges Werk mit dem Titel „R. Johannet: Le principe des Nationalités, Paris 1923“. In der Lieferantenspalte ist mit schwarzer Tinte das Auswärtige Amt als Einlieferer angegeben. Auf der nächsten Zeile – E. Driault: La paix de la France, Paris 1937 mit der Akzessionsnummer D 1942.100 – wird als Lieferant jedoch nicht das deutsche Auswärtige Amt genannt, sondern der beraubte polnische Eigentümer: das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen – Ministerstwo Spraw Zagranicznych – exakt abgeschrieben in der Abkürzung auf dem in den Büchern dieser Provenienz häufig vorkommenden kleinen ovalen Stempel „Min. Spraw Zagr. BIBLIOTEKA“.

Abb. 2: Édouard Driault: La paix de la France, Paris 1937, Akz.Nr. D 1942.100, Signatur: Fa 75593, Titelblatt.
Abb. 3: Édouard Driault: La paix de la France, Paris 1937, Akz.Nr. D 1942.100, Signatur: Fa 75593, Stempel auf der Rückseite des Titelblatts „Min. Spraw Zagr. BIBLIOTEKA“.

Der Fehler der Verwechslung des beraubten Eigentümers mit dem Einlieferer wiederholt sich auf der folgenden Seite des Akzessionsjournals noch einige Male. Es scheint, als sei der oder die Verzeichnende anfangs nicht hinreichend instruiert worden, wer als Lieferant einzutragen ist.

Abb. 4: Akzessionsjournal Donum, Tausch, Pflicht 1942. Akzessionsnummern D 1942.101 – D 1942.111.

Wie die Autopsie ergab, kommen dieselben oder ähnliche Stempel von Gesandtschaften und Konsulaten der Republik Polen und den Teilbibliotheken des polnischen Außenministeriums in etlichen Büchern des Bestands vor, die auf den folgenden Seiten des Akzessionsjournals Dona, Tausch, Pflicht 1942 und in den darauffolgenden Jahren akzessioniert wurden. Nicht in den Erwerbungsakten der Universitätsbibliothek, sondern an einem scheinbar abseitigen Ort in ihrer Aktenüberlieferung, nämlich in einer Akte zur Reichstauschstelle und zum Beschaffungsamt der deutschen Bibliotheken, findet sich ein Schreiben, das über den Zugang „Auswärtiges Amt“ im Frühjahr 1942 genauer Auskunft gibt. Es datiert vom 28. Januar 1942 und betrifft die Überstellung von ca. 200 Büchern. Absender ist die Archivkommission, eine Dienststelle des Auswärtigen Amts.

Abb. 5: Auswärtiges Amt, Archivkommission, i. A. Jagow, an den Direktor der Universitätsbibliothek Berlin, 28.1.1942, Universitätsarchiv der Humboldt-Universität, UB 01, 0748, Schriftentausch Reichstauschstelle und Beschaffungsamt, Bl. 13.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Bibliotheksrat Dr. Fritz Streichhan, wissenschaftlicher Bibliothekar an der Universitätsbibliothek, an der Zusammenstellung dieser Lieferung mitgewirkt hatte. Die Lieferung war bereits im Oktober 1941 angekündigt worden; nun, Ende Januar 1942, standen die Bücher zur Abholung im Kaiser-Friedrich-Museum bereit.

Das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) ist, auch unter der Adresse Harwikstraße 3, sowohl in den Akten der Publikationsstelle Berlin-Dahlem im Bundesarchiv und als auch des Geographischen Diensts im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts verschiedentlich als Verteilstelle für in den besetzten Gebieten geraubte Bücher erwähnt. Seit Ende des Jahrs 1940 hatten mehrere Dienststellen des Auswärtigen Amts in dem evakuierten Museum Räume angemietet, um sie als Büros und Lager zu nutzen. Relevant für die Provenienzforschung sind die seit dem Frühjahr 1941 zum Referat Geographischer Dienst erhobene Kartenstelle und die Archivkommission. Da sich in den von den Dienststellen genutzten Räumen immer noch – offenbar großformatige und deshalb nicht transportable – Gemälde befanden, betrieb die Leitung der Gemäldegalerie aus konservatorischen Gründen und unter dem Verweis auf den Luftschutz seit dem Sommer 1942 den Auszug der Dienststellen aus dem Gebäude. Dabei wurden die zu starke Beheizung und die Brandgefahr geltend gemacht. Eine Brandgefahr ging von den großen Mengen brennbaren Materials aus, welches die Dienststellen des Auswärtigen Amts in den von ihnen genutzten Räumen eingelagert hatten. Dabei waren mit ‚brennbarem Material‘ wohl nicht zuletzt Beuteakten und Beute-Bücher gemeint.

Fritz Streichhan war auf Geheiß des vorgesetzten Ministeriums, des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, vom 6. Mai 1940 bis zum 16. August 1944 für Arbeiten in der Archivkommission an das Auswärtige Amt „ausgeliehen“. Seine Aufgabe bestand darin, Übersetzungen von erbeuteten Akten aus dem Norwegischen, dem Niederländischen und dem Französischen anzufertigen. Außerdem beriet er, wie es in der Bescheinigung über seine Tätigkeit heißt, die Archivkommission „bei der Wahrung ihrer bibliothekarischen Belange“. Der Schriftverkehr zwischen Universitätsbibliothek, Universität und Ministerium füllt in seiner Personalakte mehrere Aktenmappen. Ohngeachtet der Schwierigkeiten, die sich während des Krieges aus dem anhaltenden Personalmangel für die Universitätsbibliothek ergaben, verlängerte das Ministerium Streichhans Abordnung etliche Male jeweils im Abstand von einigen Monaten, so dass er letztlich über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren stets mehrere Tage in der Woche für das Auswärtige Amt arbeitete.

Unterbrochen von anderen Lieferanteneinträgen, wie Universitäts- und Schulschriftenabteilung, Reichstauschstelle, Deutsche Bücherei, oder Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität, endet im Akzessionsjournal Dona die Verzeichnung des Zugangs vom Auswärtigen Amt zunächst am 29. August 1942 mit der Akzessionsnummer D 1942.463. Bis zu diesem Datum waren 197 Titel verzeichnet. Es ist anzunehmen, dass damit – jedenfalls in der Akzession der Monographien und Fortsetzungswerke – die in dem Schreiben der Archivkommission vom Januar 1942 in Aussicht gestellten ca. 200 Bücher bearbeitet waren.

Am 23. Oktober 1942 wurde die Akzession von Dona aus dem Auswärtigen Amt wieder aufgenommen; sie setzte sich bis zum 3. Februar 1943 fort und umfasst weitere 38 Titel. Vermutlich gehörten sie zu einer neuen Lieferung, die keine Spuren in den einschlägigen Akten hinterlassen hat.

Im Haushaltsjahr 1943 folgen noch einmal 56 Titel. 1945 wurden zwei Titel portugiesischer Rechtsliteratur verzeichnet, die ebenfalls dem Lieferanten Auswärtiges Amt zuzuordnen sind, nun – nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – mit der Lieferantenangabe „Herkunft unbekannt“ (vgl. # 5 Bücherwege).

Die Zahl von 200 wird allerdings überschritten, schaut man nicht nur in die Akzessionsjournale der Monographien und Fortsetzungswerke, sondern auch in die Akzessionsjournale der Zeitschriften: Auch sie enthalten, und zwar mit dem 18. April 1942 beginnend und endend mit dem 27. März 1943, Dutzende von Titeln, die entweder mit der Lieferantenangabe Auswärtiges Amt versehen oder – ohne Angabe der Lieferanten – unter kritischem Vergleich von Wissensgebieten, Verlagsorten, Sprachen usw. der Herkunft „Auswärtiges Amt“ zugerechnet werden können. Insgesamt sind es 75. Ein weiterer Zugang folgt im Haushaltsjahr 1943 sowie vier mit dem Eintrag „Herkunft unbekannt“ im Akzessionsjournal der Zeitschriften für 1945, deren Zuordnung jedoch unsicher ist. Ohne diese vier ergibt sich für die Monographien und Fortsetzungswerke und die Zeitschriften bis einschließlich des Haushaltsjahrs 1945 eine Zahl von 369 Titeln.

Doch auch mit den beiden bereits im Kalenderjahr 1946 verzeichneten Titeln sind keineswegs alle vom Auswärtigen Amt an die Zentrale Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität abgegebenen Geschenke erfasst. Der Zufallsfund eines Buches mit den Provenienzmerkmalen des Tschechoslowakischen Konsulats in Lissabon sowie der dazugehörige Eintrag im Akzessionsjournal – Akzessionsnummer A 1961.517 – lassen darauf schließen, dass auch knapp zwei Jahrzehnte später noch Bücher und Broschüren in den Bibliotheksbestand eingingen, welche der Universitätsbibliothek Jahre zuvor vom Auswärtigen Amt des Deutschen Reichs überlassen worden waren. In dem Akzessionsjournal der 1960er Jahren erscheinen die verdächtigen Titel mit der Herkunftsangabe „Eigener Altbestand“.

Abb. 9. Akzessionsjournal 1961, Einträge A 1961.509-520 mit dem Lieferantenvermerk: „Eig. Altbest.“.

#Bücherwege – Die Universitätsbibliothek hat in einem Projekt zwischen 2023 und 2025 ihre zwischen 1933 und 1945 zugegangenen Bücher auf Erwerbungskontexte untersucht, die auf beschlagnahmte, geraubte und erpresste Bestände in der NS-Zeit hinweisen. Die Verdachtsmomente wurden flächendeckend erfasst, indem die erhaltenen Originalbestände und Erwerbungsakten systematisch durchgesehen wurden. Die unrechtmäßigen Erwerbungen wurden im Katalog und in der Datenbank LostArt dokumentiert. In den folgenden Schritten werden Anspruchsberechtigte und ihre Nachkommen kontaktiert, um Bücher zurückzugeben. Das Projekt wurde vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste gefördert.


Quellen:

  • Akzessionsjournale der Zentralen Universitätsbibliothek, Dona, Tausch, Pflicht.
  • Akzessionsjournale der Zentralen Universitätsbibliothek, Zeitschriften.
  • Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin
    • Personalakten
    • Akten der Universitätsbibliothek UB01
  • Bundesarchiv, Akten der Publikationsstelle Berlin-Dahlem
  • Politisches Archiv des Auswärtigen Amts
    • Akten Geographischer Dienst
  • Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin, Akten der Gemäldegalerie
  • Cornelia Briel: Raubgut aus Osteuropa in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Herkunft, Erwerbungszusammenhänge, unvollständige Rückgabe in den Nachkriegsjahren. In: Daniela Mathuber, Tilmann Tegeler (Hg.): Aktuelle Forschungen zum nationalsozialistischen Kulturgutraub im östlichen Europa, Berlin 2024, S. 125 – 144.


Verfasst von: Dr. Cornelia Briel

Die Bibliothek des ehemaligen Institutum Judaicum in Berlin

Die Bibliothek des Institutum Judaicum Berolinense gehört zu den Vorgängereinrichtungen der Zweigbibliothek Theologie an der Humboldt-Universität. Den folgenden Beitrag erarbeiteten die Studentinnen Lilly von Berg und Siya Aleksandrova Stoyanova im Rahmen eines Seminars am Institut für Kulturwissenschaft. Das Seminar fand im Wintersemester 2025/26 unter Leitung von Prof. Liliana Feierstein in Kooperation mit mehreren Einrichtungen statt, unter anderem mit dem Bereich Provenienzforschung der Universitätsbibliothek.

Geschichte des Institutum Judaicum

Die Geschichte des Institutum Judaicum beginnt in den 1880er Jahren. In dem Zeitraum entstanden im deutschsprachigen Raum an zahlreichen Universitäten sogenannte Instituta Judaica, deren Ziel es war, umfassende Kenntnisse über das Judentum zu erwerben, zu systematisieren und weiterzuvermitteln. Das Institutum Judaicum in Berlin wurde 1883 von Hermann Leberecht Strack gegründet und bestand, neben dem in Leipzig, als einziges über das Jahr 1900 hinaus fort. Während das Leipziger Institut 1935 aufgelöst wurde, existierte das Berliner Institut bis zum Jahr 1956. 

In dem Leipziger Institut lag der Fokus auf der Ausbildung von Berufsmissionaren, während in dem Berliner Pendant die Ausrichtung auf der Vermittlung von Wissen über das Judentum lag, zugleich aber Verständnis für die Judenmission bestand. Die judenmissionarischen Ziele stießen außerhalb der involvierten Missionskreise auf keine Resonanz und wurden kritisch bewertet. Nach Stracks Tod wurde im Jahr 1923 die Judenmission im Institutum Judaicum aufgegeben.1

Hermann Leberecht Strack wurde am 6. Mai 1848 geboren, studierte in Berlin und Leipzig und promovierte 1872 zum Dr. phil. Daraufhin war er ein Jahr als Lehrer in Berlin tätig und unternahm 1876 eine Reise nach Russland, um hebräische Handschriften zu erforschen. Strack publizierte viel, und seine herausgegebenen Textausgaben wurden auch noch lange nach seinem Tod für das Studium der rabbinischen Literatur herangezogen.2 

Abb.1: Hermann L. Strack. Porträtsammlung, Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Signatur: P-StrH-0372-B.

Stracks Tod am 5. November 1922 setzte nicht nur den Schlussstrich unter die judenmissionarische Ausrichtung, sondern markierte auch ein Ende einer beständigen Institutsleitung, die sich bis dato immerhin über die Hälfte des Bestehens des Instituts erstreckte. Die Leitung des Instituts wurde in den weiteren drei Jahrzehnten mehrfach neu besetzt und wird im Folgenden kurz umrissen: 

Hugo Greßmann übernahm von 1923–1927 die kommissarische Leitung des Instituts; er setzte sich für eine geschichtlich-wissenschaftliche Betrachtungsweise des Judentums ein.3 Sein Spezialgebiet war der hellenistisch-römische Zeitraum des Judentums.4 Er starb im April 1927. 

Ernst Sellin war 1927/28 der stellvertretende Direktor.

Joachim Jeremias war 1928/29 für ein Semester Direktor, bevor er nach Greifswald wechselte. 

Alfred Bertholet erhielt in seiner Zeit als Direktor von 1929–1937 große Unterstützung durch den Privatdozenten Leonhard Rost.5 

Johannes Hempel, im Amt von 1937–1945, war als Direktor an die nationalsozialistische Weltanschauung gebunden, mit entsprechenden Konsequenzen nach 1945.6 Es fanden während seiner Leitung keine Lehrveranstaltungen statt, und ab 1940 war Hempel als Kriegspfarrer im Einsatz.7 Sein Versuch, nach dem Krieg wieder in die Theologische Fakultät einzutreten, scheiterte an seiner “nach 1933 zunehmend engagierten Haltung im Sinne des Nationalsozialismus, die nicht verborgen bleiben konnte.”8 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges leitete Leonhard Rost von 1946–1956 das Institut. 

Im Wintersemester 1936/37 wurde der Lehrbetrieb im Institut vorläufig beendet und nach dem Krieg mit der Neueröffnung 1946 wieder aufgenommen.
Zehn Jahre später wurde die Lehr- und Forschungseinrichtung Institutum Judaicum in Berlin allerdings nach 73 Jahren endgültig geschlossen und nach Rosts Weggang kein neuer Leiter mehr berufen.

Zu der Geschichte des Instituts wird nun schlussendlich ein Überblick über die Teilnehmerzahlen gegeben, wobei allerdings nur Aufzeichnungen für die Anfangsjahre und für den Zeitraum von 1928 bis 1936 existieren. In den ersten Jahren belief sich die Zahl der Teilnehmer auf um die 10 Personen, 1889/90 stieg die Zahl dann auf das Doppelte.10 Neben den Vorlesungen wurden Spezialseminare und Übungen angeboten, die zwischen 1929/30 und 1933 von bis zu 16 Personen besucht wurden, ansonsten nahmen durchschnittlich unter 10 Personen teil.11

Die Bibliothek 

Die wissenschaftliche und kulturgeschichtliche Bedeutung der Bibliothek des Institutum Judaicum ist ebenso beachtlich. Die Bibliothek hat ihren eigenen Werdegang und ist heutzutage ein Teil der Zweigbibliothek Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Geschichte der Bibliothek des Berliner Institutum Judaicum beginnt mit der Gründung des Instituts im Jahr 1883 und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer bedeutenden Sammlung für nachbiblisches Judentum, rabbinische Texte sowie jüdische Literatur- und Kulturgeschichte sowie Missionsforschung. Besonders unter dem Begründer und erster Leiter des Instituts Hermann L. Strack wurde der Bestand kontinuierlich erweitert.12 Durch Schenkungen verschiedener Stiftungen sowie durch Stracks eigene Zuwendungen wuchs die Bibliothek so schnell, dass der ursprünglich vorgesehene Bücherschrank bald nicht mehr ausreichte.13 1918 übergab Strack schließlich seine komplette private Büchersammlung an die Theologische Fakultät, die dann den bedeutendsten Teil der Institutsbibliothek bildete.

Unter der Leitung von Hugo E. W. Greßmann ab 1923 erhielt die Bibliothek des Institutum Judaicum erneut einen Zuwachs.15  Greßmann erweiterte den Bestand auf rund 3.000 Bände. Zudem wurde nach seinem Tod auch seine Privatbibliothek für das Institut käuflich erworben.16 Im Jahr 1930 zog die Einrichtung in das Gebäude des Theologischen Seminars in die damalige Dorotheenstraße 3 (Abb. 2), die Bestände wurden neu aufgestellt und in einem Realkatalog neu erfasst.17

Abb. 2: Ehemaliger Standort des Theologischen Seminars in der Dorotheenstraße 3, 10117 Berlin. Foto:  L. v. Berg, S. A. Stoyanova, 10.11.2025.

Der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg hinterließen auch in der Bibliothek des Institutum Judaicum deutliche Spuren. Zum einen nahm der damalige Leiter Hempel einen Teil des Bestands „unter Verschluss”, da die Bücher nach seiner Einschätzung nicht mit der nationalsozialistischen Ideologie vereinbar waren.18 Zum anderen war die Stadt und somit die Bibliothek durch Bombenangriffe akut gefährdet. Die Bibliothek zog in dieser Zeit mehrmals um, teilweise wurde sie an ungeeigneten Orten untergebracht, was zu Schäden und Verlusten führte. Konkrete Angaben dazu fehlen jedoch. Nach dem Zweiten Weltkrieg lässt sich unter neuer Leitung erneut ein kontinuierliches Anwachsen des Bibliotheksbestands feststellen.19

Nach der Schließung des Instituts im Jahre 1956 war niemand mehr unmittelbar für die Bibliothek zuständig, sie wurde aber trotzdem aufgrund ihrer inhaltlichen Bedeutung weiter gepflegt.20 Mit der Hochschulreform in der DDR nach 1967 folgte eine Zentralisierung und Vereinheitlichung der Instituts- und Seminarbibliotheken und damit auch des Bestandes des Institutum Judaicum. Damals entstand die Zweigbibliothek Theologie, die organisatorisch zur Zentralen Universitätsbibliothek gehört.21

Heute befindet sich der Bestand als Sondersammlung in der Abteilung Judaica in der Zweigbibliothek Theologie der Humboldt-Universität in der Anna-Louisa-Karsch-Straße 1. (Abb. 3) Er umfasst rund 4.000 Bände mit Literatur zur Auslegung des Alten Testaments, zu Mischna und Talmud sowie zur jüdischen Geschichte, Kultur und Religion – und bewahrt damit ein wichtiges Erbe der wechselvollen Geschichte des Institutum Judaicum Berolinense.

Abb. 3: Stempel des Institutum Judaicum aus der „Strack-Sammlung”,  Zweigbibliothek Theologie. 

Verfasst von Lilly von Berg & Siya Aleksandrova Stoyanova

Entstanden im Seminar „Bücher als Raubgut“ von Prof. Dr. Liliana Feierstein (Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin), 10.11.2025.


Literaturverzeichnis

1.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 17. 

2.  Ebd., S. 19–20.

3.  Ebd., S. 97.

4.  Ebd., S. 101.

5.  Ebd., S. 109.

6.  Ebd.

7.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 117.

8.  Ebd.

9.  Humboldt-Universität zu Berlin: An-Institute, Online: 15.04.2025. https://www.hu-berlin.de/de/forschung/exzellente-forschung/kooperationen/an-institute/an-institute. Letzter Zugriff: 10.11.2025.

10.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 76. 

11.  Golling, Ralf: Das ehemalige Institutum Judaicum in Berlin und seine Bibliothek. Schriftenreihe der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Berlin, 1993, Nr. 57, S. 14.

12.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 123. 

13.  Ebd., S. 124. 

14.  Humboldt-Universität zu Berlin: Geschichte der Universitätsbibliothek. Online: 15.01.2023. https://www.ub.hu-berlin.de/de/ueber-uns/geschichte. Letzter Zugriff: 07.11.2025. 

15.  Freuling, Georg: Greßmann, Hugo. Online: 2009. http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/20120/Greßman. Letzter Zugriff: 08.11.2025. 

16.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 125. 

17.  Ebd. 

18.  Hempel: Mitteilung an den Universitätskurator vom 4.11.1937 über die Sperrung von Büchern. In: Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin. UK-Nr. 795/1, B1.44., zit. n. Golling, Ralf: Das ehemalige Institutum Judaicum in Berlin und seine Bibliothek. In: Schriftenreihe der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Berlin, 1993, Nr. 57, S. 20.

19.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 128. 

20.  Institut Kirche und Judentum: Unsere Bibliothek. https://www.ikj-berlin.de/ueber-uns/unsere-bibliothek. Letzter Zugriff: 09.11.2025. 

21.  Golling, Ralf, et al.: Hermann L. Strack und das Institutum Judaicum in Berlin: Mit einem Anhang über das Institut Kirche und Judentum. Berlin, 1996, S. 129. 

#7 Bücherwege: Die Provenienz „Deutsche Heeresbücherei Berlin“

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die umfangreichen Zugänge von unrechtmäßig erworbenem Bibliotheksgut in die Zentrale Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin während des Zweiten Weltkriegs. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Dona/Tausch-Akzessionen für das Haushaltsjahr 1940 mit 1620 Einträgen beinahe dreimal so viel sind wie die Erwerbungen der vorangegangenen Jahre. Der immense Zuwachs ist hier vor allem auf einen Lieferanten zurückzuführen: die Deutsche Heeresbücherei. Die Einträge beginnen am 25. September 1940 und enden zwei Tage vor dem Abschluss des Haushaltsjahrs am 29. März 1941 bei der Akzessionsnummer D 1940.1620. Dabei scheint es, als seien ganze Seiten im Akzessionsjournal für die Verzeichnung dieses Zugangs reserviert worden. Insgesamt sind es 867 Titel, die die Herkunftsangabe „Deutsche Heeresbücherei“ aufweisen. Bemerkenswert ist, dass die Eintragungen bei der Akzessionsnummer 1620 mit dem Ende der Seite aufhören und im Haushaltsjahr 1941 nicht fortgeführt wurden, gerade so, als sei von dem zu bearbeitenden Buchbestand noch etwas übrig gewesen, die Akzession dann aber abgebrochen worden.

Die verzeichneten Titel betreffen Werke zu Geschichte, Kultur-, Kunst- und Literaturgeschichte mit dem Schwerpunkt Polen und in polnischer Sprache sowie polnische Belletristik, aber auch einige wenige Romane in französischer Sprache. Bei vielen Eintragungen sind die Akzessionsnummern und die Angaben zur Anzahl der zugehörigen Bände ausgestrichen. Bei manchen Titeln erscheint in der letzten Spalte die Notiz „zurückgegeben an poln. Militärmission“, bei einigen mit der Zeitangabe „Nov. 47“ oder mit einem exakten Datum „16.“ bzw. „18. X. 47“.

Diese Streichungen stellten die Provenienzforscherin an der Universitätsbibliothek und ihre Mitarbeiterinnen vor die Frage, ob sie nach den mutmaßlich ausgeschiedenen Büchern im Magazin bzw. zunächst im Bandkatalog überhaupt suchen sollten. Sie entschieden sich, anhand der Seite, auf der die Eintragungen mit der Akzessionsnummer D 1940.401 beginnen, eine Stichprobe zu machen. Dabei stellte sich heraus, dass der letzte Titel auf dieser Seite trotz ausgestrichener Akzessionsnummer und der Bemerkung „zurückgeg. an poln. Militärmiss.“ – es handelt sich um den Roman „Savarette“ von Jules Breton, Paris 1898, Akz.Nr. D 1940.420 – im historischen Bandkatalog verzeichnet und im Magazin vorhanden ist. Der vorangehende Titel mit der Akzessionsnummer D 1940.419, Henry Gréville: Céphise, Paris 1896, war ebenfalls vorhanden, im Akzessionsjournal aber auch nicht ausgestrichen. Nach diesem uneindeutigen Befund wurden sämtliche Titel überprüft. Von den 867 eingetragenen Titeln wurden 23 im Bestand – insgesamt 34 Bände – der Bibliothek aufgefunden.

Abb. 3: Jules Breton: Savarette, Paris 1898, Akz.Nr. D 1940.420, Signatur: Xz 86760, Titelblatt.

Bei allem 34 Exemplaren lässt sich aufgrund von Stempeln und Exlibris auf ihre Herkunft schließen. Anhand dieser Merkmale können zwei verschiedene Provenienzen unterschieden werden. Die Mehrzahl der Bücher stammt aus einer oder vielleicht auch mehreren militärischen Ausbildungsanstalten in Polen. Gemeinsam ist ihnen das graphisch gestaltete Exlibris auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels mit dem Schriftzug „Bibljoteka Wojskowa – Szkoły Podchorążych Piechoty“ und der kleine Stempel mit den Buchstaben „p.S.p“. In den Büchern mit diesem Exlibris finden sich mitunter noch weitere Stempel, die sich auf Ausbildungsstätten für Unteroffiziere, für Fähnriche oder auf die den Offizieren vorbehaltene Bibliothek beziehen. Der Zusammenhang zwischen den militärischen Strukturen und die eventuelle zeitliche chronologische Abfolge, die sich in diesen Stempeln manifestieren, konnte nicht aufgeklärt werden. Ebenso wenig ergibt sich daraus eine lokale Zuordnung. Dass die Bücher zu einer Militärbibliothek der Ausbildungsstätten für die Fähnriche der Infanterie gehörten, ist jedoch durch das oben erwähnte Exlibris verbürgt.

Eine andere Provenienz haben die Bände der zwischen 1930 und 1933 erschienenen, mit zahlreichen Abbildungen ausgestatteten allgemeinen Literaturgeschichte. Sie sind vielfach mit einem runden Stempel „14. P. P. BIBLIOTEKA WOJSKOWA“ (14. Pułk Piechoty) und einige Male mit einem Zeilenstempel „Koło T-wa Wiedzy Wojskowej we WŁOCŁAWKU“ [Towarzystwo Wiedzy Wojskowej] versehen. Offensichtlich gehörten sie zu der Regimentsbibliothek des in Włocławek nordwestlich von Warschau stationierten 14. Infanterieregiments. Das 14. Infanterieregiment kämpfte im September 1939 gegen die vorrückenden deutschen Truppen und wurde nach seiner militärischen Niederlage aufgelöst. Vermutlich sind die Bände Überbleibsel seiner geplünderten Bibliothek.

Abb. 6: Wielka literatura powszechna, Bd. 2, Teil 1 (= Literatura średniowieczna łacińska. Literatury romańskie), Warszawa 1933, Akz.Nr. D 1940.1290, Signatur: X 3715:2:2, Impressumsseite mit Stempel „14. P. P. BIBLJOTEKA WOJSKOWA“.
Abb. 7: Wielka literatura powszechna, Bd. 1 (= Wschód. Literatury klasyczne), Warszawa 1930, Akz.Nr.D 1940.1290, Signatur: X 3715:1, Stempel auf Textseiten: „Koło T-wa Wiedzy Wojskowej we WŁOCŁAWKU“.

Soweit zu den Erkenntnissen durch die Autopsie. Ein Schriftwechsel zwischen der Universitätsbibliothek und der Deutschen Heeresbücherei bezüglich dieser Überstellung existiert nach jetzigem Kenntnisstand nicht. Doch erwähnt Johannes Asen, der als Stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek zugleich für die Erwerbungen zuständig war, in einem handschriftlichen Entwurf zum Verwaltungsbericht für das Haushaltsjahr 1940, dass die Bücher von der Heeresbücherei überstellt wurden. Er schreibt: „Die Heeresbücherei überwies eine große Menge erbeuteter Literatur, die aber z. T. wegen ihrer schlechten Erhaltung makuliert wurde. Es handelte sich hauptsächlich um die Bücher eines polnischen militärischen Instituts, darunter auch viele polnische schöne Literatur. Das ganze ist z. Z. in Bearbeitung.“ Mit dem polnischen militärischen Institut ist/sind wohl die Schule oder die Schulen der Fähnriche der Infanterie gemeint.

Weitere Kenntnisse über die polnischen Bücher lassen sich aus den historischen Akten der Staatsbibliothek zu Berlin gewinnen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs leitete der vormalige Direktor der Universitätsbibliothek Rudolf Hoecker, der 1933 wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD seines Amts enthoben worden war, alle drei großen wissenschaftlichen Bibliotheken Berlins: die Preußische Staatsbibliothek (1946 in Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek umbenannt), die Universitätsbibliothek und die Bibliothek der Technischen Hochschule (seit 1946 Technische Universität). Daher war Hoecker auch mit den Rückgabeforderungen Polens hinsichtlich des geraubten Bibliotheksguts befasst. Diese Rückgabeforderungen wurden von der in den Akzessionsjournalen erwähnten Polnischen Militärmission gestellt, namentlich von deren Vertreter, dem Kunsthistoriker Jan Morawiński, und von der Sowjetischen Militäradministration genehmigt.

Erklärend schreibt Hoecker am 18. Juni 1946 an die SMAD zu den Hintergründen: „Gegen Ende des Jahres 1939 wurde durch die deutsche Polizei unverpackt in Lastkraftwagen eine grössere Anzahl Bücher, hauptsächlich aus polnischen Militärbibliotheken stammend, nach Berlin in die Staatsbibliothek gebracht. Die Generalverwaltung lehnte jedoch die Übernahme dieser Bücher in ihre Bestände ab. Infolgedessen wurden sie in die Kellerräume gebracht, um dort bis zur Beendigung des Krieges aufbewahrt zu werden. Zu gleicher Zeit wurden in den Keller der Universitätsbibliothek ca. 10 Kisten mit rund 2–3.000 polnischen Büchern derselben Herkunft eingelagert.“

Die eigentliche Rückgabe verzögerte sich jedoch noch um anderthalb Jahre. Erst am Ende des Jahrs 1947 wurden Materialien für die Anfertigung von 120 Kisten von der Öffentlichen Wissenschaftlichen Bibliothek (Staatsbibliothek) angefordert. Aufgrund der Eintragung „Nov. 1947“ im Akzessionsjournal der Universitätsbibliothek kann man davon ausgehen, dass die Bücher von da an für die gemeinsame Restitution von ÖWB und Universitätsbibliothek, die 1939 bzw. 1940 zweifellos den kleineren Teil der in Polen geraubten Bücher erhalten hatte, bereitgestellt waren. Auch wenn die Vorgänge soweit bekannt sind, bleiben viele Fragen hinsichtlich der beraubten militärischen Einrichtungen, der Umstände des Raubs, bis hin zur nachträglichen Nennung der deutschen Polizei durch Hoecker und der Nennung der Deutschen Heeresbücherei 1940 durch Asen offen.

Festzuhalten bleibt, dass Preußische Staatsbibliothek und Universitätsbibliothek mit Bibliotheksgut, welches in den von Deutschland besetzten Gebieten geraubt worden war, unterschiedlich umgingen. Gemäß der von ihrem Generaldirektor Hugo Andres Krüß vertretenen Richtlinie, solches Gut nicht in den Bestand aufzunehmen und die Entscheidung, was damit zu geschehen habe, eventuellen Friedensverhandlungen zu überlassen, wurde Kriegsbeute, gleich ob sie aus West- oder aus Osteuropa angeliefert wurde, nicht akzessioniert, sondern lediglich eingelagert. Die Universitätsbibliothek hingegen akzessionierte zahlreiche Bücher aus polnischen Militärbibliotheken, nachdem die schlecht erhaltenen ausgesondert worden waren, setzte aber die Akzessionierung im Haushaltsjahr 1941 nicht fort und katalogisierte letztendlich nur wenige. Warum die Universitätsbibliothek in dieser Weise – im Grunde inkonsequent – verfuhr, ist nicht bekannt.

Im Haushaltsjahr 1943 wurden dann weitere, möglicherweise früher eingelagerte Bücher der Provenienz „Deutsche Heeresbücherei“ akzessioniert, doch handelte es sich hierbei nur um ein halbes Dutzend. Bei einem von ihnen – D 1943.489 – wurde – wahrscheinlich irrtümlich – das Auswärtige Amt als Lieferant eingetragen.

Zu ergänzen ist, dass sich die Provenienzrecherchen während des Projekts 2022–2025 nicht auf die Erwerbungen von Periodika erstreckten. Deshalb sind diese bei den detaillierten Forschungen zu den Zugängen aus der Deutschen Heeresbücherei zwischen 1933 bis 1945 nicht berücksichtigt worden. Inzwischen wurden die eigens geführten Akzessionsjournale für Zeitschriften jedoch kursorisch durchgesehen. Dabei zeigte sich, dass auch hier ein Zugang aus der Deutschen Heeresbücherei, und zwar von 285 Titeln, verzeichnet wurde. Die Bemerkungen in den entsprechenden Zeilen lassen ebenso wie bei den Monographien auf Rückforderung und Rückgabe nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schließen. Wie bei den Monographien ist anhand der Bemerkungen im Akzessionsjournal nicht einwandfrei zu beurteilen, ob einzelne dieser Periodika im Altbestand noch vorhanden sind.


#Bücherwege – Die Universitätsbibliothek hat in einem Projekt zwischen 2023 und 2025 ihre zwischen 1933 und 1945 zugegangenen Bücher auf Erwerbungskontexte untersucht, die auf beschlagnahmte, geraubte und erpresste Bestände in der NS-Zeit hinweisen. Die Verdachtsmomente wurden flächendeckend erfasst, indem die erhaltenen Originalbestände und Erwerbungsakten systematisch durchgesehen wurden. Die unrechtmäßigen Erwerbungen wurden im Katalog und in der Datenbank LostArt dokumentiert. In den folgenden Schritten werden Anspruchsberechtigte und ihre Nachkommen kontaktiert, um Bücher zurückzugeben. Das Projekt wurde vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste gefördert.


Quellen:

  • Akzessionsjournale der Universitätsbibliothek Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Donum, Tausch, Pflicht, 1940 ff.  https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714803
  • Akzessionsjournale der Universitätsbibliothek Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Zeitschriften 1940. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-749641
  • Rudolf Hoecker an die Abteilung Volksbildung der Sowjetischen Militäradministration, 18.6.1946. SBB PK, Historische Akten, G I/A/10.
  • [Johannes Asen: handschriftlicher Entwurf zum Verwaltungsbericht der Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin für das Haushaltsjahr 1940]. HU UA, Universitätsbibliothek.01, Nr. 0023.
  • 14 Pułk Piechoty Ziemi Kujawskiej. Stand 5.11.2025.
  • Cornelia Briel: Beschlagnahmt, erpresst, erbeutet. NS-Raubgut, Reichstauschstelle und Preußische Staatsbibliothek zwischen 1933 und 1945, Berlin: Akademie-Verlag 2013.
  • Cornelia Briel: Raubgut aus Osteuropa in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Herkunft, Erwerbungszusammenhänge, unvollständige Rückgabe in den Nachkriegsjahren. In: Daniela Mathuber, Tilmann Tegeler (Hg.): Aktuelle Forschungen zum nationalsozialistischen Kulturgutraub im östlichen Europa, Berlin 2024, S. 125 – 144.


Verfasst von: Dr. Cornelia Briel

Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

Wir wünschen Ihnen eine fröhliche Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr.

Zum Jahrausklang möchten wir an der Universitätsbibliothek gerne nochmal zurückblicken:

Zu den Highlights 2025 zählt vor allem unser lang ersehntes neues Raumbuchungstool BibRoomz, mit dem unsere Räumlichkeiten jetzt endlich bequem digital buchbar sind. Vorerst gibt es den Service nur an den Standorten Grimm-Zentrum und Campus Nord, er soll aber sukzessive auf die anderen UB-Standorte ausgeweitet werden.

Neu sind zudem verschiedene Entspannungsorte an der UB: Im Grimm-Zentrum lädt die Biblounge zum Chillen, Spielen und Abschalten ein. Wer mag, kann dort natürlich auch in Gruppen arbeiten. Am Campus Nord gibt es nun eine ausgewiesene Nap-Zone für einen Power-Nap zwischendurch sowie eine überdachte Gartenlounge zum Arbeiten oder Pausieren im Grünen. In der Zweigbibliothek Naturwissenschaften lädt die Leselounge mit bequemen Sesseln und einem gemütlichen Sitzsack zum Entspannen ein. Während der Sommermonate kann man jetzt in der Zweigbibliothek Musikwissenschaft Kraft und frische Luft auf der Dachterrasse tanken.

Um Ihnen den Arbeitsalltag bei uns an der UB zu erleichtern, bieten wir jetzt neben schon länger etablierten Gerätschaften wie iPads und Konferenzkameras zusätzlich Laptopständer, Tastaturen, Mäuse, HDMI-Kabel und USB-C-Kabel für die Tagesausleihe an. Auch dieses Angebot wird sukzessive ausgebaut und kann von Standort zu Standort variieren. In Kürze wird diese Sammlung technischer Arbeitsutensilien als „Primus der Dinge“ über unser Suchportal Primus recherchierbar sein.

Über alle neuen Services und vieles mehr informieren wir laufend auf unseren Social-Media-Kanälen. Seit 2025 sind wir nun auch bei Instagram und LinkedIn aktiv. Wir freuen uns bei Instagram über mittlerweile fast 950 Follower:innen.

Neben diesen positiven Entwicklungen möchten wir aber nicht verhehlen, dass die vom Senat vorgegebenen Sparmaßnahmen uns zur Einschränkung, teils sogar zur Abschaffung bewährter Services zwingen: So muss die Kompetenzwerkstatt Digital Humanities (KDH) ihre Arbeit leider auf unbestimmte Zeit aussetzen. Unsere gerade erst aufgenommenen Angebote zur Schreibberatung (Workshops und Offener Schreibtreff), die auf sehr positive Resonanz stießen, müssen wir ebenfalls wieder auf Eis legen. Sehr bedauerlich ist zudem, dass wir im Grimm-Zentrum die Angebote zur Informationskompetenzvermittlung für Schülerinnen und Schüler vorerst nicht mehr anbieten können.

All diese Einschnitte sind nicht zuletzt auch für uns sehr schmerzhaft. Wir hoffen auf und arbeiten für positivere Entwicklungen im neuen Jahr, denn wir wissen: Auch in schwierigen Zeiten gibt es Raum für Innovation und Fortschritt.
Daher freuen wir uns besonders über die positive Resonanz auf unsere neuen Angebote – und bleiben motiviert, auch in herausfordernden Situationen stets kreative Lösungen zu finden.

Bitte beachten Sie unsere geänderten Öffnungszeiten zum Jahreswechsel sowie unsere Informationen zu unseren Bereitstellungen während der Feiertage.

Frohe Feiertage wünscht Ihre

Universitätsbibliothek

Abb.: Bernhard Ludewig, Gestaltung der Karte: Zeynep Sayman

19. Dezember 2025 | Veröffentlicht von Dr. Ulrike Schenk | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter Allgemein

Wissen gestalten, Räume öffnen: eine Strategie für die Universitätsbibliothek der HU

Unter dem Titel UB2035 hat die Universitätsbibliothek (UB) eine Strategie für die nächsten zehn Jahre veröffentlicht. Darin steht, wie die Bibliothek in naher Zukunft aussehen soll und welche Schritte notwendig sind, um dieses Zielbild zu erreichen.

Lesen Sie gerne einmal rein. Zum Text der Strategie geht es hier. 

Die Strategie macht noch einmal deutlich: Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Bedarfe der Forschenden, Lehrenden und Studierenden der HU. Bereits während des Projekts zur Erarbeitung der Strategie hat die UB Forschende involviert, um herauszufinden, wie sie die Wissenschaftler:innen noch besser in ihrer Arbeit unterstützen kann. Auch viele Mitarbeitende der UB haben die Strategie mitentwickelt und in verschiedenen Workshops neue Formen der Zusammenarbeit ausprobiert.

Die Welt verändert sich rasant, und auch die Anforderungen an eine moderne UB wachsen stetig. Mit dem Strategieprojekt UB2035 hat sich die UB auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet und Schwerpunkte ihrer Arbeit für die kommenden Jahre festgelegt. „Unsere Strategie ist unser Kompass, der uns Orientierung dabei geben wird, wie wir unsere Aufgaben gewichten und Ressourcen angemessen verteilen“, so Martin Lee, der Direktor der UB.

In den nächsten Jahren geht es nun an die Bearbeitung der zehn strategischen Handlungsfelder.

Wer mehr über die Entstehung der Strategie erfahren möchte, findet Infos auf unserer Webseite.

25. November 2025 | Veröffentlicht von Dr. Ulrike Schenk | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter Allgemein, Hintergrundinformation

Internationale Open Access Week 20. – 26. Oktober 2025

Das diesjährige Motto „Wem gehört unser Wissen?“ wirft die Frage auf, wie Gemeinschaften – insbesondere in Wissenschaft und Bildung – in einer sich wandelnden Umgebung die Kontrolle über den Zugang zu und die Verantwortung für das von ihnen erzeugte Wissen zurückgewinnen können. 

Das Thema regt zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des wissenschaftlichen Publizierens an: Wer hat Zugang zu Forschungsergebnissen? Wie und von wem wird Wissen produziert und verbreitet? Welche Strukturen fördern Offenheit und welche behindern sie? 

Eine Übersicht über die angebotenen Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg finden Sie auf dem Blog des Open Research Office Berlin.

Gerne berät das Open-Access-Team der UB – auch außerhalb der Open-Access-Woche – zu den verschiedenen Themen rund um das wissenschaftliche Publizieren und bietet Ihnen als Wissenschaftler:innen eine Vielzahl von Services an, wie

  • die Unterstützung bei der Finanzierung von Open-Access-Publikationen über Publikationsfonds, sowie Sonderkonditionen bei zahlreichen Verlagen zur Übernahme von Open-Access-Publikationsgebühren
  • die Möglichkeit zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen aus HU-Forschung als Erst- oder Zweitveröffentlichung auf dem Open-Access-Publikationsserver EDOC.

Weitere Informationen zu Open-Access an der HU zu den vielfältigen Informations-, Finanzierungs- und Publikationsangeboten sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter: https://hu.berlin/open-access

Autor:in: Open-Access-Team der UB

21. Oktober 2025 | Veröffentlicht von Sabine Tschorn | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter #OAweek, Allgemein, Open Access, UB
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#6 Bücherwege: Der Lieferanteneintrag „Herkunft unbekannt“ II

Buchkäufe, Schenkungen und Erwerbungen aus dem Büchertausch wurden in der Universitätsbibliothek akribisch in den Zugangsbüchern erfasst. Diese sogenannten Akzessionsjournale sind fast lückenlos erhalten und stellen eine wichtige Grundlage für die Provenienzermittlung dar. In ihnen wurden neben den Titeln auch die Lieferanten verzeichnet, wie Buchhandlungen, einliefernde Institutionen und Privatpersonen sowie die Partnereinrichtungen im Büchertausch. Bei manchen Einträgen fehlen jedoch diese Angaben, und an ihrer statt erscheint in der Lieferantenspalte „Herkunft unbekannt“ oder ähnliche Angaben. Dies kann ein Hinweis auf einen unrechtmäßigen Erwerb sein und somit zum Anlass für weitere Nachforschungen werden; weitaus öfter aber ist die Aussage „Herkunft unbekannt“ wohl Informationsverlusten in den Arbeitsabläufen geschuldet.

Bei den im folgenden vorgestellten Erwerbungen liegen die Umstände anders. Hier ist zu vermuten, dass die Schenkgeber ihrerseits Gründe hatten, ihre Namen nicht preiszugeben, dass sie jedoch daran interessiert waren, bestimmte Publikationen in einer öffentlichen Einrichtung wie der Universitätsbibliothek der Berliner Universität zu platzieren und so eventuell in deren Leserschaft wirksam zu werden.

Die Schrift Die Wahrheit über den Kampf um die Karls-Universität in Prag von Karol Domin, dem Rektor der tschechoslowakischen Prager Karlsuniversität, und dreier weiterer Autoren, steht in Zusammenhang mit dem seit 1918 virulenten Insignienstreit zwischen der tschechoslowakischen und der deutschen Universität in Prag. 1934 forderte die tschechoslowakische Universität von der deutschen die Herausgabe der Insignien (Gründungsurkunde, Amtskette und Szepter) als Bestätigung, dass sie die rechtmäßige Nachfolgerin der ursprünglichen, 1348 gegründeten Prager Universität sei. Herausgeber des Hefts mit dem eilenden schwertschwingenden Jüngling auf dem Umschlag – das Schwert trägt das Motto LEX CIVIUM DUX – war der Verein tschechoslowakischer Akademiker in Wien. Die Herkunft der Sendung ließ sich bis zu dem Wiener Postamt zurückverfolgen, wo sie von der Frankiermaschine mit dem Datum 29.3.1935 gestempelt worden war, weiter jedoch nicht. Der Eintrag vom 10. April 1935 in der Lieferantenspalte lautet folgerichtig: „Herkommen? Wien (s. Poststempel)“. Die Autoren und ihr Anliegen waren bekannt; wer die Sendung in Wien aufgegeben hatte, jedoch nicht ersichtlich.

Abb. 1: Karel Domin u. a.: Die Wahrheit über den Kampf um die Karls-Universität in Prag, Wien: Akademický Spolek ve Vídni 1935. Akz.Nr. D 1933.323, Signatur: Ay 77572, Umschlag mit Poststempel.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten sahen ihre Parteigänger und Sympathisanten den Zeitpunkt gekommen, ihre Vorstellungen von Revanche und Annexion gegenüber den Nachbarstaaten kundzutun. Am 13. Juni 1933 verzeichnet das Akzessionsjournal Dona – Tausch eine Schrift mit dem Titel Speer-Ruf an Österreich. Darin fordert der Autor Helmuth Wolmes in altertümelnd gestelzter Rede – halb werbend, halb drohend – den „Anschluss“. Auf dem Umschlag seines sechzehnseitigen Appells steht vor mittelalterlicher Stadtkulisse ein jugendlicher Ordensritter, der traurig-entschlossen in die Ferne schaut.

Abb. 2: Hellmuth Wolmes: Speer-Ruf an Österreich, Danzig: Danziger Verlags-Gesellschaft (Paul Rosenberg) 1933. Akz.Nr. D 1933.87, Signatur: Gesch. 26666, Umschlag.

Wer Wolmesʼ Schrift der Universitätsbibliothek zusandte, ob der Autor oder sein Verlag, die Danziger Verlagsgesellschaft von Paul Rosenberg, oder jemand anderes, lässt sich weder anhand des Akzessionsjournals noch der Akten der Universitätsbibliothek im Universitätsarchiv ermitteln. In der Lieferantenspalte vermerkt ein Fragezeichen, dass der Absender dieser Geschenkerwerbung den Eintragenden nicht bekannt war.

Abb. 3: Akzessionsjournal Tausch 1933, Dona 1933, Ausschnitt. Eintrag: D 1933.87, Hellmuth Wolmes: Speer-Ruf an Österreich, Danzig 1933.

Die Universitätsbibliothek war indes nicht der einzige Adressat, an den Wolmesʼ Pamphlet verschickt wurde. Auch die Preußische Staatsbibliothek erhielt ein Exemplar des Speer-Rufs. Dieses wurde mit der Akzessionsnnummer D 1933.180 einige Tage zuvor, am 7. Juni 1933, im Akzessionsjournal Dona Deutsch verzeichnet. Auch hier war der Absender nicht bekannt. Die Kollegen in der Preußischen Staatsbibliothek beließen es bei der Aussage „eingesandt“ in ihrem Akzessionsjournal.

Abb. 4: Akzessionsjournal der Preußischen Staatsbibliothek Dona Deutsch 1933/34, Ausschnitt. Eintrag: D 1933.180.

Ebenso wie in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität ist auch in der Staatsbibliothek zu Berlin das entsprechende Exemplar noch vorhanden. Eine weitere, ebenfalls 1933 erschienene Schrift von Wolmes mit dem Titel Hammer-Wurf. Drei Freundesreden, welche nur die Preußische Staatsbibliothek besaß, ist im Katalog der Staatsbibliothek als Kriegsverlust angezeigt.

Mit einem zarten, mit spitzem Bleistift gesetzten Fragezeichen ist auch der Eintrag einer gänzlich anderen politischen Schrift versehen, der Anklage gegen die Ankläger. Die Widerlegung der geheimen Anklageschrift des Reichstagsbrand-Prozesses.

Abb. 5: Akzessionsjournal Tausch 1933, Dona 1933, Ausschnitt. Eintrag: D 1933.323, Anklage gegen die Ankläger. Am Anfang der Zeile „(F)“, am Ende der Zeile Vermerk: „Schrank 9“.
Abb. 6: Anklage gegen die Ankläger. Die Widerlegung der geheimen Anklageschrift des Reichstagsbrand-Prozesses, hrsg. vom Weltkomitee für die Opfer des Hitlerfaschismus, Paris: Verlag Edition du Carrefour 1933. Akz.Nr. 1933.323, Signatur: H 51815. Titelblatt.

Die auf festem, nicht säurehaltigem Papier gedruckte Beweisführung war nach dem Beginn des Prozesses am 21. September 1933 erschienen, herausgegeben in Paris von der Komintern, der Kommunistischen Internationale. Am 29. November 1933 wurde der Titel mit einem „(F)“ für Fortsetzungswerk am Anfang der Zeile von der Universitätsbibliothek akzessioniert. Demzufolge erschien die Anklage gegen die Ankläger als die Fortsetzung der bereits vor Beginn des Prozesses – gleichfalls von der Komintern – herausgegebenen Streitschrift Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror.

Dieses sogenannte Braunbuch I ist indes im Akzessionsjournal Dona 1933 nicht nachweisbar. Bei dem in die Zeile gequetschten Verweis stellt sich die Frage, ob es den Eintragenden vorlag oder ob sie nur davon wussten, dass der Titel existierte. Jedenfalls weist der Eintrag vom 29. November 1933 am Ende der Zeile nur einen Band, also wohl das Braunbuch II, die Anklage gegen die Ankläger – und nicht zwei Bände – aus.

Das unter der Nummer D 1933.323 akzessionierte Exemplar mit der Signatur H 51815 Nachtr. befindet sich heute noch in der Universitätsbibliothek. Das Braunbuch I (Signatur H 51815) hingegen wurde im historischen Bandkatalog der Universitätsbibliothek bei einer Bestandsrevision (vermutlich 1949) als „Verlust“ vermerkt.

Abb. 7: Bandkatalog, Eintrag unter „Anklage“.
Abb. 8: Bandkatalog, Eintrag unter „Braunbuch“.

Den Autoren der Anklage gegen die Ankläger war die Anklageschrift als Photokopie zugespielt worden. Aufgrund der Rekonstruktion des Brandverlaufs bezweifeln sie in der „Widerlegung“, dass der beschuldigte Marinus van der Lubbe mit den von ihm benutzten Kohlenanzünder-Paketen einen derart verheerenden Brand überhaupt hätte auslösen können. Überdies heben sie hervor, dass Zeugenaussagen im Prozess unberücksichtigt blieben und dass einige Zeugen gar nicht erst vorgeladen wurden. Und sie verweisen auf jene Aussagen, die die Aktivitäten im Verbindungsgang (Heizungstunnel) zwischen dem Palais des Reichstagspräsidenten (Hermann Göring) und dem Reichstagsgebäude mehrere Tage zuvor betrafen und denen nicht nachgegangen wurde. Zweck ihrer Schrift war es dabei, die Anschuldigungen gegen die kommunistischen Funktionäre, den Deutschen Ernst Torgler und die drei Bulgaren Georgi Dimitrow, Blagoi Popow und Wassil Tanew, zu entkräften und van der Lubbe als Werkzeug der Nationalsozialisten hinzustellen.

Darüber, wie die Anklage gegen die Ankläger in die Universitätsbibliothek lanciert wurde, kann nur spekuliert werden. In den frühen Jahren des NS-Regimes wurden in den öffentlichen Bereichen mehrfach als „Handzettel“ bezeichnete Schreiben politischen Inhalts aufgefunden. Die Schreiben selbst sind in den Akten des Universitätsarchivs nicht überliefert, doch zog ihr Fund aktenkundige Meldungen nach sich, aus denen hervorgeht, dass sie der Direktion übergeben und an die Geheime Staatspolizei weitergeleitet wurden.

Abb. 9: Gustav Abb an die Geheime Staatspolizei, 16.9.1936, Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin, UB 01, 0064.

Sollte die Anklage gegen die Ankläger auf ähnlichem Wege wie die Handzettel in die Bibliothek gelangt sein, ist sie offenkundig nicht der Gestapo überantwortet worden, sondern ging – ein gedrucktes Werk – als Geschenk in die Bibliothek ein. Doch versteht es sich bei der Brisanz ihres Inhalts von selbst, dass sie – wie die in # 2 Bücherwege abgebildete Broschüre Das Jungbanner – sekretiert, d. h. in einem gesonderten Raum im Gebäude der Bibliothek aufbewahrt und der allgemeinen Benutzung entzogen wurde.

Eine Schrift, die in ihrer Wirkung weniger spektakulär sein mochte als die Braunbücher und deren Sekretierung offenbar nicht für nötig befunden wurde, ist die von Peter Bockemühl herausgegebene Materialsammlung Eine Stunde der Versuchung. Wohin gehören die Reformierten im gegenwärtigen Kirchenkampf. Mit dem Kirchenkampf ist der Konflikt zwischen der Bekennenden Kirche und dem NS-Regime gemeint. Die Broschüre war Ende 1934 in Wuppertal erschienen und wurde am 17. Dezember 1934 im Akzessionsjournal verzeichnet (Akzessionsnummer D 1934.826, Signatur Cq 21446). Wer sie einlieferte, ist nicht bekannt. Jedoch erweckt der Eintrag „Ungenannter Geber“ in der Lieferantenspalte den Eindruck, dass die Eintragenden den Geber kannten. Er war eben kein Unbekannter, sondern ein ungenannt bleiben wollender Geber.

Die Materialsammlung enthält Auszüge aus Briefen, Gutachten, Gesetzestexten, Stellungnahmen zum „Kirchenkampf“, vornehmlich im Rheinland. Mit der Versuchung, von der Bockemühl im Titel spricht, ist das Angebot der Reichskirchenregierung gemeint, den Angehörigen der Reformierten Kirche in dem Fall Sonderrechte in der Union mit den lutherischen Christen einzuräumen, wenn sie sich von der Barmer Theologischen Erklärung (31. Mai 1934) lossagten und auf die Seite der regime-konformen Deutschen Christen wechselten. Der Autor Peter Bockemühl, Pfarrer in einer evangelisch-reformierten Gemeinde, gehörte selbst der Bekennenden Kirche an und war in den späteren dreißiger Jahren Repressionen ausgesetzt.

Unter D 1937.217 wurde am 10. September 1937 eine großformatige engbedruckte, einer Zeitung ähnelnde Druckschrift mit dem Titel The Modern Line of Attack on Women’s Civil Rights. An Examination of Confused Thinking eingetragen. Herausgeberin war die in London beheimatete Organisation The Open Door International for the Economic Emancipation of the Woman Worker. Der Text wurde im September 1937 in Druck gegeben. Er muss also bereits kurz nach dem Erscheinen in der Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin eingegangen sein. Die Lieferantenangabe lautet auch hier „Herk. unbekannt.“

Abb. 12: The Modern Line of Attack on Women‘ Civil Rights. An Examination of Confused Thinking, hrsg. von: The Open Door International for the Economic Emancipation of the Woman Worker, London 1937, Akz. Nr. D 1937.217, Signatur Fq 3905. Titel.

In dem mit vielen Zitaten angereicherten Text setzen sich die Autorinnen mit verschiedenen, Arbeitnehmerinnenrechte betreffenden Resolutionen und Bulletins auseinander, beginnend mit der Resolution der Arbeitsorganisation des Völkerbunds vom Juni 1937. In ihrer streng juristischen, ja legalistischen Argumentation kritisieren sie, dass die Bestimmungen zu Schutzrechten für arbeitende Frauen, wie z. B. das Verbot der Nachtarbeit, sich nicht zu deren Vorteil auswirken, sondern vielmehr dazu führen, dass Frauen aus bestimmten Berufen und Arbeitsprozessen hinausgedrängt werden. Da Frauen, zumindest in den demokratisch verfassten Staaten, jedoch dieselben Bürgerrechte haben wie Männer, bewerten die Autorinnen diese Praxis nicht allein als paternalistische Bevormundung, sondern bezeichnen sie auch als rechtswidrig, wenn die verfassungsmäßig garantierte Gleichheit von Frauen und Männern vor dem Gesetz gelten soll.

Es gibt bislang keine Anhaltspunkte, durch wen und auf welchem Wege dieser stringente Beitrag zu grundsätzlichen arbeits- und menschenrechtlichen Fragen in die Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität kam. Da der Text – laut dem Karlsruher Virtuellen Katalog – in Deutschland nur noch in einer weiteren Bibliothek, der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, vorhanden ist, ist er als Rarum gekennzeichnet. Wäre er der Bibliothek direkt aus London zugesandt worden, so fände sich wahrscheinlich ein entsprechender Zusatz in der Lieferantenangabe. So fragt sich, ob ein Unbekannter oder eine Unbekannte persönliche Kontakte zu der Londoner Organisation hatte. Oder war der Text abgefangen und beschlagnahmt worden? Aber wäre er dann so schnell an die Universitätsbibliothek abgegeben worden, und wäre seine Herkunft dann mit „Herkunft unbekannt“ verschleiert worden? Auch wenn die Argumentation von The Open Door International hinsichtlich der fürsorglichen und entrechtenden Schutzbestimmungen für berufstätige Frauen auf die Mitarbeiterinnen der Universitätsbibliothek nicht zutraf, so befanden sie sich doch ebenfalls in einer gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligten Stellung. Wie der Verwaltungsbericht der Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität festhält, hatte die Bibliothek am 31. März 1937 78 Beschäftigte. Davon waren 35 Frauen. Frauen arbeiteten als Garderoben- und Reinigungsfrauen. Es gab eine Büroangestellte. Die 19 Hilfsarbeiterstellen der Bibliothek waren 1937 ausschließlich mit Frauen besetzt. Diese Hilfsarbeiterinnen übten vielfach bibliothekarische Tätigkeiten aus. Bei den Bibliotheksbeamten waren Frauen indes unterrepräsentiert: Waren unter den zwölf Bibliotheksinspektoren immerhin noch sechs Frauen, so gab es unter den vier Bibliothekaren nur eine Frau, unter den vier Bibliotheksräten keine. Anhand der Verwaltungsberichte der Universitätsbibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität lässt sich überdies nachweisen, dass aufgrund der bis in die Weimarer Republik zurückgehenden Doppelverdiener-Regelung Frauen, wenn sie heirateten, aus dem Berufsleben ausschieden.


#Bücherwege – Die Universitätsbibliothek untersucht ihre zwischen 1933 und 1945 zugegangenen Bücher auf Erwerbungskontexte, die auf beschlagnahmte, geraubte und erpresste Bestände in der NS-Zeit hinweisen. Die Verdachtsmomente werden flächendeckend erfasst, indem die erhaltenen Originalbestände und Erwerbungsakten systematisch durchgesehen werden. Ziel ist es, unrechtmäßige Erwerbungen zu dokumentieren und an die Anspruchsberechtigten und ihre Nachkommen zurückzugeben. Das Projekt wird bis 2025 durchgeführt und vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste gefördert.


Quellen:


Verfasst von: Dr. Cornelia Briel