• Blog der Universitätsbibliothek
    • UB Blog

Archiv für August 2018

Hilfe für Bücherriesen

Die Universitätsbibliothek erhält Fördermittel zur Restaurierung von großformatigen Bild- und Tafelwerken

Großformatige Druckwerke und Bücher waren im 19. und frühen 20. Jh. wichtige Medien für die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse und zentral für die universitäre Lehre:  Durch große Bildtafeln wurden naturkundliches Wissen, Architekturpläne, Kunstwerke oder archäologische Funde anschaulich. Die oft monumentalen Werke, etwa große Mappen mit losen Tafeln oder gewichtige Bücher im Tischformat, sind in der Bibliothek Sorgenkinder – sie benötigen eine spezielle Lagerung, eigene große Leseplätze und können schlecht transportiert werden. Aufgrund der sperrigen Handhabung  und ihres Eigengewichts sind die Werke häufig stark beschädigt und ihre Erhaltung gefährdet.

Die Universitätsbibliothek führt ein Modellprojekt zur Erhaltung dieser besonderen Materialien durch und wird von der „Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK)“ aus Mitteln der Bundesregierung und der Kulturstiftung der Länder gefördert.

Für viele Wissenschaften sind historische Tafelwerke auch heute eine wichtige Quelle, denn sie dokumentieren beispielsweise inzwischen verschwundene Kunstwerke oder zeigen, wie historische Orte – etwa das Hohenzollernschloß – ursprünglich ausgesehen haben.  Auch medien- und kulturgeschichtlich sind die Tafelwerke aufschlussreich, denn im 19. Jahrhundert entwickelte sich auf dem Gebiet der Fotografie eine Vielfalt von Druck- und Reproduktionstechniken, die bei  hochwertigen Bildtafeln zum Einsatz kamen. Im Mittelpunkt des Projekts stehen seltene Werke, die im Bezug zur Geschichte Berlins und Preußens stehen und deren kulturelle Identität dokumentieren –  etwa historische Gebäude oder die großen öffentlichen Kunstsammlungen.

Exemplarisch werden etwa zehn herausragende historische Objekte restauriert sowie die Lagerung der „Riesen“ neu geplant.  Auch erhalten 100 Objekte eine Verpackung aus speziellem Archivkarton, welche vor Staub und weiteren Schäden schützt. Bei den Arbeiten müssen mindestens zwei Personen zusammenarbeiten – alleine können viele Werke kaum bewegt werden. Die fachgerechte Restaurierung erfolgt durch externe Spezialisten. Der Modellcharakter des Projekts besteht darin, dass unterschiedliche Materialarten, z.B. gebundene, gefaltete oder lose Blätter, exemplarisch ausgewählt werden und die jeweils beste Lösung erarbeitet wird. Ein Workshop zum Abschluss des Projekts wird das Bibliothekspersonal auf den neuesten Wissensstand bringen, wie die Großformate  langfristig erhalten werden können.

Dr. Yong-Mi Rauch

© Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Fotos: Yong-Mi Rauch

Kontakt

Frau Dr. Yong-Mi Rauch

Universitätsbibliothek

yong-mi.rauch@ub.hu-berlin.de

030-2093-99280

31. August 2018 | Veröffentlicht von Ulrike Schenk | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter Historische Sammlungen

110 Jahre Frauenstudium in Preußen – Listen der ersten Studentinnen werden mit Mitteln der KEK restauriert

HU-Archiv erhält 7.000 Euro Förderung für Restaurierung

Vor genau 110 Jahren wurden erste Frauen in Preußen offiziell zum Studium zugelassen. Die Zahl der immatrikulierten Studentinnen wuchs danach kontinuierlich an, besonders in den Jahren 1914-1918 nahm ihr prozentualer Anteil an der Gesamtzahl aller Studenten auffällig zu – zu der Zeit befanden sich viele männliche Kommilitonen an der Front.

Berlin war als Studienort damals schon sehr beliebt. Doch waren die ersten Studentinnen nicht die ersten Frauen, die in der deutschen Hauptstadt an Vorlesungen teilnehmen konnten. Bereits seit 1895 sind Listen der so genannten „Gasthörerinnen“ geführt worden, die in Ausnahmefällen und mit besonderem ministeriellem Dispens am akademischen Leben teilnehmen konnten und teilnahmen, um Lehrerinnen oder Ärztinnen zu werden.

Diese Listen sind erhalten geblieben und werden im Archiv der Humboldt-Universität aufbewahrt. Ihr Alter und auch die Benutzung haben an den wertvollen Dokumenten Spuren hinterlassen. Einige dieser Spuren, die das Material schädigen, können nun fachmännisch beseitigt werden, um die historischen Unterlagen zu schützen und ihre Aufbewahrung und Benutzung auch in Zukunft zu ermöglichen. Ein Projekt des Archivs wurde im Rahmen des Programms „Caring & Sharing“ der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bewilligt, um die Restaurierung der 15 vorhandenen Bände durchzuführen.

Eine zeitnahe Digitalisierung und elektronische Verfügbarmachung der Dokumente ist im Anschluss geplant.

13. August 2018 | Veröffentlicht von Ulrike Schenk | Kein Kommentar »
Veröffentlicht unter Allgemein, Universitätsarchiv