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Jedi-Meister des sozialen Einflusses

Häppchenweise an der Weisheit naschen, um in Schlauheit klüger zu werden kann man natürlich immer irgendwie. Wer aber ein ausgemachter Schlaumeier werden möchte, holt sich raffinierter Weise die richtig großen Löffel in einer gut aufgestellten Bibliothek.
Dumm ist dann nur, wenn sich kaum eine Seele findet, der man seine mühsam erworbene Gescheitheit auch präsentieren kann, oder die Ohren an maßgeblicher Stelle für die eigenen Vorstellungen einfach nicht aufgehen wollen.
Überzeugender, glaubwürdiger und sympathischer zu wirken hilft selbstredender Weise in vielen Lebenslagen, nicht zuletzt während der Ausbildung, im Praktikum oder der Jobsuche. Deshalb hier ein Literatur-Tipp für die hoffentlich prüfungsfreie Sommerlochphase zum Ausbau der sogenannten „Soft Skills“.
Im sehr unterhaltsam geschriebenen Buch: „Yes! Andere überzeugen – 50 wissenschaftlich gesicherte Geheimrezepte“* werden Überzeugungsstrategien in anschaulicher Weise erklärt, die sich nutzen lassen, um den sozialen Impact vielleicht noch einmal entscheidend aufzupimpen.
So wird dort unter vielen bewusst einsetzbaren Strategien auf die hohe Wirksamkeit des Prinzips der Gegenseitigkeit verwiesen, aus dem Alltag bekannt als Dankesschuld, die wie ein guter Wein altert. In sozial verträglicher Form wird erläutert, wie man „angeben kann, ohne dass man Sie für einen Angeber hält“. Und um noch einen weiteren Abschnitt etwas anschaulicher darzustellen, sei die Auffälligkeit von Menschen erwähnt, bei der Auswahl zwischen mehreren, mit Aufwand verbundenen Entscheidungsvarianten, sehr stark zu einer mittleren Kompromisslösung zu tendieren. Diese Neigung nutzend, sollte man daher bei Bitten und Wünschen immer daran denken, Alternativen anzugeben und diesen eine anspruchsvollere, teurere oder aufwendigere Variante als der eigenen Wunschlösung voranzustellen.
Solche Techniken zur Beeinflussung finden häufig im Marketing Anwendung, werden in dem angegebenen Buch* aber auch alltagstauglich dargestellt. Wenn neben dem extensiven Fangen von Pokémons noch Zeit bleibt, empfiehlt sich für den Sommer der Besuch unserer Zweigbibliotheken am Campus Nord und in Adlershof (Erwin-Schrödinger-Zentrum), an denen das beschriebene Buch samt angrenzender Liegewiesen zum Studieren verfügbar ist.

Foto: Torsten Ohst
Foto: Torsten Ohst

Bestimmt können auch Sie schon die drei Möglichkeiten zur zweckmäßigen Füllung des kommenden Sommerloches spüren:

1. das überfüllte Grimm-Zentrum in Berlins Mitte besuchen
2. auf der Liegewiese neben einer Zweigbibliothek chillen
3. im stickigen Heim bleiben

Zugegeben, diese Auswahl ist nicht ganz passend, um die Kompromisslösungstendenz zu demonstrieren. Für Hilfestellungen bei der Entscheidungsfindung könnten Sie dennoch oben noch mal nachlesen.
Viel Spaß beim klug werden und möge die Macht des sozialen Einflusses stets mit Euch sein*. Sommerliche Grüße vom letzten wilden Pikachu und Ihrer Universitätsbibliothek.
Passen Sie auf sich auf!

*Yes!: Andere überzeugen – 50 wissenschaftlich gesicherte Geheimrezepte
Noah J. Goldstein; Steve J. Martin; Robert B. Cialdini; Bern: Huber ; 2009; 211 Seiten
Standorte an der UB:
Campus Nord: EG / Raum 0.32B – Freihandbestand, CV 3000 G624+2
Zweigbibliothek Naturwissenschaften: AP 15500 G624

5. August 2016 | Veröffentlicht von Torsten Ohst
Veröffentlicht unter Allgemein

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