Das digitale Semester und Corona – Die Herausforderungen für den CMS

Der Computer- und Medienservice (CMS) betreibt als zentraler IT-Dienstleister der HU die Kommunikations- und Netzwerkinfrastruktur für mehr als 40.000 HU-Angehörige und bietet ein breites Spektrum an Diensten für Forschung, Lehre und Verwaltung.

Die Corona-Situation stellt auch den CMS vor große Herausforderungen, und zwar doppelt: Wie bei allen anderen Einrichtungen der Universität stellt eine Notbesatzung vor Ort den Betrieb der zentralen Infrastrukturen der Universität sicher, während der Großteil der Beschäftigten im Home-Office per Fernzugang arbeitet. Gleichzeitig sah sich der CMS der Herausforderung gegenüber, ebendiesen Home-Office-Betrieb für die 6.000 Kolleginnen und Kollegen der HU zu ermöglichen sowie rechtzeitig zum Beginn des Sommersemesters 2020 die digitale Lehre für rund 35.000 Studierende zu gewährleisten.

Breites Dienste-Angebot für Home Office

Unter den 60 IT-Diensten des CMS befinden sind auch einige Angebote, die das Arbeiten im Home-Office erleichtern bzw. überhaupt erst ermöglichen: Über die VPN-Zugänge haben HU-Angehörige z.B. auch von zuhause Zugriff auf das HU-Netz, die HU-Mailaccounts verfügen über Webmail-Zugang und können so von überall per Browser abgefragt werden. Der CMS hat kurzfristig eine Übersicht dieser Dienste für Home-Office und Kollaboration veröffentlicht, um den Kolleginnen und Kollegen die Arbeit zu erleichtern.

Die Corona-Situation bedeutete aber auch, die Infrastruktur für die plötzliche, deutlich gestiegene Belastung zu rüsten und Dienste auszubauen bzw. einzuführen, mit denen der Unibetrieb „im Fernzugriff“ gewährleistet werden kann.

Ausbau der Kapazitäten

So wurden Besprechungen, Konferenzen und Team-Meetings innerhalb der Uni und mit externen Partnern plötzlich als Videokonferenzen abgehalten. Sehr schnell zeigte sich, dass die bisherigen Kapazitäten für Videokonferenzen, die der DFN-Verein anbietet und der CMS betreut, nicht ausreichten. Die Lizenzen wurden verdoppelt und trotzdem war der Videokonferenzservice weiterhin überlastet. Inzwischen verfügt der DFN über Pexip-Lizenzen für mehr als 3.000 parallele Video- und mehr als 2000 Audiokonferenzen sowie mehr als 1.200 Adobe-Connect-Lizenzen, aber der Bedarf der beteiligten 400 Hochschulen liegt weiterhin deutlich darüber.

Als kurzfristige, teilweise Ausweichmöglichkeiten baute der CMS die Kapazitäten des HU-eigenen Chatservers aus und aktualisierte die Benutzerinformationen, um den Einstieg zu erleichtern. Die Nutzerzahlen des Chatservers vervierfachten sich in der Folge.

Um den gestiegenen Bandbreiten-Anforderungen für die Mengen an Videokonferenzen und perspektivisch an Videostreamings in der digitalen Lehre zu bewältigen, baute der CMS die Infrastruktur deutlich aus: Die Bandbreite zum DFN wurde erhöht und das Peering – also die direkte Zusammenschaltung der Netze – gestärkt für den Traffic, der v.a. im Zusammenhang mit der neu eingeführten Videokonferenzlösung HU-Zoom (mehr dazu in einem separaten Artikel) auftritt. Auch die Anbindung der HU an das Berliner Stadtnetz BRAIN wird erhöht für mehr Bandbreite zwischen den Berliner Hochschulen und ins Internet.

Neue Angebote – neue Anforderungen

Sehr schnell orderte der CMS auch neue, besonders leistungsstarke Server für die gestiegenen Anforderungen und zusätzlichen Speicher für die zu erwartenden Vorlesungsaufzeichnungen. Die aktuelle Situation bedeutet aber auch, dass Lieferanten häufig Schwierigkeiten haben, Liefertermine zu halten oder auch nur konkret zu benennen, so dass die dringend nötige Rechenleistung frühestens Mitte Mai verfügbar sein wird. Ähnlich problematisch gestaltete sich die Beschaffung von Ausstattung für Videokonferenzen, wie Webcams und Mikrofone, inklusive der anschließenden Verteilung. CMS-Beschäftigte richteten VPN-Hardware für das Kernpersonal der HU persönlich im Home-Office der Kolleginnen und Kollegen von der HU ein, natürlich unter Achtung der bestehenden Vorschriften zu Hygiene und Social Distancing.

Die CMS-Expert*innen von Medientechnik- bzw. Videoservice rüsteten kurzfristig mehrere Vorlesungssäle in HU-Gebäuden in Mitte und Adlershof aus für Vorlesungsaufzeichnungen im leeren Hörsaal.

Um die Arbeit im Home-Office zu erleichtern bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, baute der CMS die Kapazitäten der Terminalserver und der VPN-Verbindungen aus, damit HU-Beschäftigte von zuhause auf das Netzwerk der HU zugreifen und per Remote Desktop in einer Windows-Umgebung mit den gewohnten Anwendungen und Netzlaufwerken arbeiten können.

Die Corona-Situation stellt (nicht nur) die HU derzeit vor außergewöhnliche Herausforderungen. Der CMS verfügte bereits über ein breites Portfolio an Leistungen für Home Office und Kollaboration – wenngleich nicht für diese Nutzungsintensität – und konnte relativ gut und schnell auf die neue Situation reagieren, da er fortwährend neue Technologien evaluiert, die sich in der gegenwärtigen Situation – wie z.B. bei Zoom – als praktisch erwiesen haben.

Dienste-Übersicht des CMS für Home Office und Kollaboration
Dienste-Übersicht des CMS für Home Office und Kollaboration
27. April 2020 | Veröffentlicht von Sebastian Thuemmel
Veröffentlicht unter Allgemein, Corona, Dienstleistung, Home Office

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