Sammlungen und Selbstdarstellung mit Mahara

Studierende haben im digitalen HU-Angebot bisher kaum eine Möglichkeit, webbasiert eigene Inhalte zu erstellen, zu sammeln und bei Bedarf einzelnen Personen, einer Gruppe oder der Öffentlichkeit zu präsentieren oder gemeinsam an ihnen zu arbeiten. Verschiedene Dienste des Computer- und Medienservice (wie beispielsweise Blogs, Wikis, Moodle, Dateiablage …) bedienen jeweils nur ein Medium bzw. bieten keine granulare Veröffentlichungsmöglichkeit. Diese Lücke schließt das digitale Portfoliosystem Mahara.

 

Was ist Mahara?

Mahara ist ein Projekt der Neuseeländischen Bildungsbehörde zusammen mit verschiedenen Universitäten. Die Software ist frei verfügbar und eine Open Source Entwicklung. Das Wort ‚Mahara‘ bedeutet in der Sprache der Māori ‘Denken’ oder ‘Gedanke‘. Gedanken, Inhalte und Medien können auf dieser Online-Plattform digital erfasst und zu sogenannten E-Portfolios organisiert werden. E-Portfolios sind digitale Sammelmappen, in die verschiedene Medien-Daten auf einzelnen Seiten integriert und angeordnet werden können. Studierende erstellen und pflegen beispielsweise ein E-Portfolio als digitale Zusammenstellung ihrer Erkenntnisse und Dokumente, die sie im Verlauf einer Veranstaltung oder auch während des gesamten Studiums erstellt haben. Sie können es benutzen, um Kompetenzen auszuweisen und ihren Lernprozess zu reflektieren.

 

Einfuehrungs-Portfolio
Eine Sammlung von drei Seiten

 

Zusätzlich kann Mahara zur Selbstpräsentation mit individuell einstellbarer Zeit- und Zugriffssteuerung genutzt werden. Damit sind z.B. Bewerbungen möglich. Granular einstellbare Veröffentlichungsmöglichkeiten einer Arbeit maharaintern oder die Weitergabe eines anonymen Links einer ansonsten geschlossenen persönlichen Arbeit machen dies einfach, übersichtlich und nachvollziehbar.

Mahara kann von Lehrenden didaktisch eingesetzt werden und so die individuelle Portfoliogestaltung der Studienden fördern, z.B. indem

  • eigenverantwortlich ein eigener Blog geführt werden soll – inklusive der Möglichkeit, Dateien beliebigen Formates zu integrieren, zu archivieren und zu strukturieren,
  • ausgewählte Inhalte für andere Teilnehmer und Gruppen veröffentlicht,
  • diese Inhalte von Kommiliton/innen kommentiert werden und
  • institutsinterne oder auch fachgebietsübergreifende Sammlungen oder Mappen (z.B. mit Praktikumsbereichten) zur Einsichtnahme oder auch zur Bewertung durch Lehrpersonen weitergegeben werden.

 

Mahara und Moodle

In Mahara ist jeder „sein eigener Herr“. Es gibt keine Rollen- oder Kurszugehörigkeiten wie in Moodle. Mahara ist ausschließlich nutzerorientiert, während Moodle z.B. kursraumorientiert und an Lehrveranstaltungen oder Projekte gebunden funktioniert.

Auch die integrierten Gruppenfunktionen können unabhängig von Moodlekursen oder realen Lehrveranstaltungen genutzt werden. Jede/r Nutzer/in kann eine Gruppe gründen, Inhalte sammeln, ein Forum führen oder ein gemeinsames Portfolio erstellen. Für eine Projektgruppe sinnvolle Werkzeuge wie eine gemeinsame Aufgabenliste, einen Gruppen-Blog oder einen Terminplaner sind für sie allerdings noch nicht enthalten, sondern nur individuell nutzbar.

 

Eine Gruppe wird angelegt.
Jede/r Nutzer/in kann eine Gruppe anlegen.

 

Mahara ist direkt aus Moodle heraus erreichbar. Aktuell muss in einem Moodle-Kurs (vom Kursverantwortlichen) oder auf der Persönlichen Startseite (durch jede/n Nutzer/in) der Seitenblock „Mahara-Zugang“ eingeblendet werden. Von diesem Link aus öffnet sich Mahara und man ist mit identischen Benutzerdaten dort eingeloggt (alternativ kann dieser Link genutzt werden, sofern man in Moodle eingeloggt ist: https://moodle.hu-berlin.de/auth/mnet/jump.php?hostid=4).

 

Moodle-Startseite mit Seitenblock Mahara-Zugang
Moodle-Startseite mit Seitenblock Mahara-Zugang

 

Mahara an der HU

Das MLZ am Computer- und Medienservice arbeitet eng mit Lehrprojekten zusammen, die Mahara explizit für didaktische Szenarien in Lehrveranstaltungen oder Studiengängen nutzen oder nutzen möchten. So ist es uns möglich, das System nah an konkreten Bedürfnissen aus der Praxis einzurichten. Beispielsweise hat die Dozentin Anja-Sylvia Zimmermann vom Sprachenzentrum im letzten Semester für ihre Lateinkurse eine Alternative zu den reinen Lektürekursen ausprobiert auf Basis von E-Portfolios: http://blog.sprachenzentrum.hu-berlin.de/2014/10/08/portfoliokurs-zur-vorbereitung-auf-das-latinum/ und wird dies weiter fortführen und ausbauen. Von ihr haben wir viele wertvolle Hinweise für eine bessere Usability erhalten.

Für den neuen Masterstudiengang Erziehungswissenschaften im Lehramtsstudium sowie den gewählten Fachwissenschaften (siehe: https://www.hu-berlin.de/studium/lust/lehrer/master/studienverlaufsplan_grosser-master) soll Mahara ab dem kommenden Wintersemester als studienbegleitendes „Mappen“-Tool eingeplant und eingesetzt werden. Lehramt-Studierende können so über Studien- und Referandariatszeiten hinweg fachübergreifend eigene Sammlungen erstellen, Praktikumsberichte einreichen und weiter geben, Unterrichtsvorbereitungen mit Fachkommiliton/innen gemeinsam oder allein erstellen, bei Bedarf sichtbar machen, weitergeben, anpassen.

 

Praesentationsportfolio von Klaus Himpsl-Gutermann
Praesentationsportfolio von Klaus Himpsl-Gutermann

 

Großer Vorteil gegenüber ähnlichen Systemen wie z.B. Facebook ist, dass die eigenen und die Gruppen-, Personen- und Inhalts-Daten nicht auf außereuropäischen Servern abgelegt werden, sondern auf gesicherten Servern der Humboldt-Universität bleiben. Da jede/r Nutzer/in selbst bestimmt, wann welche Seiten für andere (Personen, Gruppen, HU-weit oder ganz offen) sichtbar sind, bleiben die Inhalte ganz in Nutzer/innen-Verantwortung.

Zudem ist es möglich, über die HU-Angehörigkeit hinaus in Moodle seinen Zugang von der Nutzung HU-Accountes umzustellen auf einen für HU-Externe. Entsprechend kann auch die Verknüpfung mit Mahara erhalten bleiben. Nach Löschung eines Nutzers sind auch seine Daten komplett gelöscht.

 

Aktueller Stand und anstehende Arbeiten

Mahara an der HU befindet sich derzeit noch in der Test-Phase. Das bedeutet, dass ein 100%-ig gesicherter Betrieb noch nicht garantiert werden kann. HU-Moodle-Nutzer/innen können das System jedoch schon nutzen, wobei eine regelmäßige lokale Sicherung empfohlen wird. Portfolios und Sammlungen können bei Bedarf exportiert und somit lokal gesichert und / oder in andere Portfoliosysteme importiert werden.

Die Oberfläche wird noch an das HU-Layout angepasst. Für eigene Ansichten können aber verschiedene Themes genutzt werden.

 

Ansprechpartner und Betreuung

Stefanie Berger, mahara-support@hu-berlin.de

30. Juni 2015 | Veröffentlicht von Stefanie Berger
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