Digitale Prüfungen im Sommersemester 2020 – HU-Moodle besteht die Herausforderung

Der CMS betreibt bereits seit 2004 für die HU das Lernmanagementsystem Moodle. Die Open-Sorce-Anwendung bildet gemeinsam mit AGNES die Basis für die Studiumsorganisation an der HU. Moodle fungiert dabei als virtuelle Lernplattform für Studierende. Der Dienst wird seit Jahren eingesetzt zur digitalen Unterstützung von Lehrveranstaltungen, Projekten, Arbeitsgruppen oder Gremien und ermöglicht auch die Umsetzung von Prüfungen.

Im digitalen Sommersemester 2020 wurden Präsenzprüfungen an der HU zu einem großen Teil durch Online-Formate ersetzt und Moodle konnte sich bewähren.

Zahl der Prüfungen stieg im Sommersemester 2020 deutlich

Die Anzahl der durch den CMS betreuten Kurse mit Moodle-Prüfungen stieg schlagartig von zuvor weniger als zehn pro Semester auf über 210 für den Zeitraum Juni bis August 2020. In den Kursen wurden 251 Take-Home-Examen sowie 125 Prüfungen mit Testfragen durchgeführt. Die Zahl der Prüffälle, d.h. individuelle Prüfungen von Studierenden, stieg gegenüber dem Vorsemester fast um das Zwanzigfache von 500 auf 9.000.

Die Grauziffer der tatsächlichen Moodle-Prüfungen liegt noch einmal höher, da beispielsweise die Statistik-Prüfungen in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät oder von den Soziologen von den Lehrenden bzw. Instituten selbst organisiert, eingerichtet und durchgeführt wurden ohne Unterstützung des Moodle-Supports im CMS.

Moodle-Support unterstützt Lehrende

Die gestiegenen Prüfungszahlen bedeuteten auch einen deutlich gestiegenen Betreuungsaufwand: Der Moodle-Support des CMS wies zahlreiche Lehrende im Einsatz von Moodle als Prüfungswerkzeug ein und begleitete sie bei der Prüfungsdurchführung. In insgesamt neun (Ad-hoc-) Webinaren zur Umsetzung einer Prüfung in Moodle wurden 392 Personen geschult, dazu kamen ca. 500, oft längere, Mailkonversationen zu Prüfungsfragen sowie zahlreiche persönliche Sprechstunden über HU-Zoom.

Der Moodle-Support überprüfte zudem sämtliche Einstellungen in Moodlekursen auf korrekte Funktion und Bewertung und koordinierte die Handreichungen mit den Prüfungsbüros. Gleichzeitig leisteten die Kolleg*innen Telefonsupport für Notfälle bei Studierenden und dokumentierten diese Fälle für das Prüfungsprotokoll. Sämtliche Kurse wurden zudem nach Abschluss der Prüfung digital gesichert und gelagert.

Insgesamt fiel dadurch ein zusätzlicher Support-Aufwand von ca. 80 Personentagen an.

Moodle als zentraler Baustein der digitalen Lehre an der HU

Zugriffe auf Moodle im Jahresvergleich 2019-2020

Im Verlauf des Semesters erhöhte sich die Moodle-Nutzung ungefähr um das Dreifache von rund 42 Mio. auf 114 Mio Zugriffe in den jeweils ersten 50 Tagen des Semesters. 20 TB Daten hat Moodle am 20.4.2020, dem ersten Tag des Sommersemesters 2020, ausgeliefert. 200 GB waren es zum Beginn des Sommersemesters 2019. Damit hat sich das Datenvolumen im Vergleich zum Vorjahr verhundertfacht. Im Laufe des Semesters wurde zeitweise das dreihundertfache Datenvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzeugt.

Steigerung des Moodle-Datenvolumen SoSe 2020 gegenüber SoSe 2019

Derzeit arbeitet der CMS unter anderem an der konzeptionellen und technischen Integration von Opencast in die Moodle-Plattform, damit Lehrende Vorlesungsaufzeichnungen zukünftig zentral anbieten können, sowie an der Integration einer mächtigen Chatlösung als Kollaborations- und Kommunikationswerkzeug.

Die gestiegenen Moodle-Nutzungszahlen im „digitalen Sommersemester“ sind ein weiterer Beleg, wie Corona die Umsetzung der digitalen Lehre beschleunigt hat. Der CMS wird die weitere Entwicklung einer digitalen Lehr- und Lernlandschaft an der HU begleiten und mitgestalten.

20. August 2020 | Veröffentlicht von Sebastian Thuemmel
Veröffentlicht unter Allgemein
Verschlagwortet mit , , ,

Schreiben Sie einen Kommentar

(erforderlich)