Dr.-Ing. Fadwa Alshawaf
Computer- und Medienservice, Organisation und Projekte
Mit den wachsenden Anforderungen an Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und Transparenz gewinnt das Forschungsdatenmanagement (FDM) an Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter an Bedeutung. FDM umfasst alle Maßnahmen und Strategien, die zur systematischen Handhabung von Forschungsdaten erforderlich sind. Dazu gehören Planung, Erhebung, Dokumentation, Speicherung, Analyse, Veröffentlichung und Langzeitarchivierung. Ziel ist es, Daten nachhaltig nutzbar zu machen und sie den FAIR-Prinzipien entsprechend auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar zu gestalten.
Eine der Best Practices im FDM ist die Erstellung von Datenmanagementplänen (DMPs). Ein gut strukturierter DMP sorgt innerhalb eines Forschungsprojekts für Transparenz bei der Erhebung und Nutzung von Daten, definiert Verantwortlichkeiten und stellt sicher, dass die Daten nachhaltig nutzbar bleiben. Zudem erfüllen DMPs die Anforderungen vieler Förderinstitutionen, die diese Dokumente inzwischen als Voraussetzung für die Projektfinanzierung einfordern und deren Qualität bei der Begutachtung von Förderanträgen stärker berücksichtigen.
Bisher basierte die Erstellung von DMPs an der HU vorwiegend auf statischen Textvorlagen. Um diesen Prozess zu verbessern, wurde RDMO (Research Data Management Organizer) im Jahr 2024 vom CMS als zentrales Tool eingeführt.
RDMO ist ein webbasiertes Open-Source-Tool, das Forschende bei der Planung und Organisation ihres Datenmanagementplans unterstützt. Es bietet eine interaktive Plattform mit strukturierten Fragen, Hilfetexten, Leitlinien und anpassbaren Vorlagen. Dadurch werden alle relevanten Aspekte eines DMPs abgedeckt, während der Aufwand für manuelle Anpassungen minimiert wird. Die flexiblen Vorlagen ermöglichen eine standardisierte und nachvollziehbare Dokumentation, die individuell an Projektanforderungen angepasst werden kann.
Darüber hinaus erleichtert RDMO die Integration, Aktualisierung und kollaborative Bearbeitung von DMPs und macht den Planungsprozess effizienter und flexibler. Das Tool kann spezifisch auf die Anforderungen von Projekten oder Einrichtungen zugeschnitten werden. Wenn der DMP fertiggestellt ist, kann er im Rich-Text-, PDF- oder LaTeX-Format exportiert und dem Forschungsantrag beigefügt werden.
Nutzer:innen können sich über Single-Sign-On (SSO) via Shibboleth anmelden. Zu den Verwaltungsfunktionen gehören das Bearbeiten von Projektinformationen und -katalogen, die Organisation übergeordneter Projekte, das Hinzufügen von Teammitgliedern sowie das Löschen von
Projekten (siehe Abbildung). Zusätzlich können Snapshots erstellt werden, um Sicherungen der Projektdaten anzulegen.
Für Datenaustausch und Weiterverarbeitung bietet RDMO flexible Exportoptionen in Formaten wie XML, CSV und JSON. Externe Daten können problemlos durch Datei-Import integriert werden.
Das FDM-Team am CMS bietet Forschenden Schulungen und individuelle Beratung an, um eine reibungslose und effiziente Nutzung von RDMO sicherzustellen.


