CMS-Broschüre 01/26

Zukunft gestalten im Forschungsdatenmanagement (FDM)

Daten sind längst das Fundament wissenschaftlicher Arbeit. Doch erst durch funktionierende Strukturen für Speicherung, Austausch und Nachnutzung werden sie zum wertvollen Bestandteil der Forschung. Mit seiner Online-Veranstaltungsreihe „Zukunft des Forschungsdatenmanagements (FDM)“ bietet das FDM-Team am CMS seit 2024 eine Plattform, die genau dort ansetzt: Sie bringt Fachleute aus Forschung, Infrastruktur und Politik zusammen, um über Wege zu sprechen, wie Daten besser genutzt, geteilt und langfristig gesichert werden können.
In der Reihe fanden 2024/2025 vier Workshops statt, die unterschiedliche Perspektiven auf eine gemeinsame Herausforderung eröffnen – den verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsdaten in einer zunehmend digitalen Wissenschaft.

Judith Hartstein und Clemens Blümel vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) stellten Ergebnisse der Trendumfrage zu Forschungsdateninfrastrukturen 2024 vor. Die Befragung unter rund 1.000 Forschenden aus verschiedenen Disziplinen zeigte, wie heterogen der Umgang mit Forschungsdaten noch ist. Während viele Wissenschaftler:innen die bestehenden Infrastrukturen bereits aktiv nutzen, bleibt etwa das Bewusstsein für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und ihre Ziele oft gering – besonders außerhalb der Professor:innenschaft. Der Befund: Es braucht mehr gezielte Information, Kommunikation und Unterstützung, damit Forschungsdateninfrastrukturen ihren Zweck erfüllen können.

Ein Blick über die Grenzen: Dr. Yusuke Komiyama vom National Institute of Informatics (NII) in Japan stellte die NII Research Data Cloud (NII RDC) vor – eine integrierte Umgebung, die Datenmanagement, Authentifizierung und Analyse auf einer Plattform vereint. Die Infrastruktur für effizientes Datenmanagement umfasst Plattformen für Forschungsdaten und -software, eine Publikationsplattform sowie ein Discovery-Portal. Besonders eindrucksvoll war der Einsatz von maschinenlesbaren Data Management Plans, die Prozesse automatisiert steuern und Datenqualität messbar machen. Das Beispiel zeigt, wie konsequente Digitalisierung Forschung nicht nur effizienter, sondern auch nachvollziehbarer macht.

Mit dem Übergang vom Papier zum Digitalen beschäftigte sich Dr.in Samantha Pearman-Kanza. Ihr Vortrag veranschaulichte, dass die Einführung elektronischer Laborbücher (ELNs) weniger eine technische als eine kulturelle Aufgabe ist. Erfolgreiche Implementierung hängt nicht allein von Software ab, sondern von Schulung, Akzeptanz und klaren Prozessen. ELNs, so Pearman-Kanza, sind keine bloßen digitalen Notizbücher, sondern Werkzeuge, die Forschung strukturieren und FAIR-Prinzipien im Alltag verankern können.

Zum Abschluss führte Dr.in Leyla Jael Castro in die Idee von Software-Managementplänen (SMPs) ein – einem noch jungen, aber entscheidenden Konzept, um Qualität und Nachvollziehbarkeit von Forschungssoftware zu sichern. SMPs helfen, FAIR-Prinzipien auf Softwareentwicklung anzuwenden und gute wissenschaftliche Praxis auch dort zu verankern, wo Forschung technisch entsteht.

Gemeinsam zeichnen diese Beiträge ein klares Bild: FDM ist kein Randthema, sondern eine Grundvoraussetzung wissenschaftlicher Exzellenz. Es verbindet Technik, Organisation und Kultur. Die CMS-Reihe zeigt, wie sich aus dieser Verbindung neue Wege öffnen.
Die Veranstaltungsreihe wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Sie lädt Forschende, Datenmanager:innen sowie Infrastrukturexpert:innen ein, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

17. März 2026 | Veröffentlicht von cmsredakteur | Kein Kommentar »
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