CMS-Broschüre 01/26

Softwaremanagementpläne – ein Werkzeug zur nachhaltigen Entwicklung von Forschungssoftware

Datenmanagementpläne (DMPs) sind bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil der Begutachtungsprozesse verschiedener deutscher und internationaler Forschungsförderer. Bisher decken diese jedoch nur in geringem Maße die Bedürfnisse und Herausforderungen von Softwareprojekten ab. Daher haben sich verschiedene Initiativen (bspw. Software Sustainability Institute, DINI/nestor AG Forschungsdaten) und zuletzt auch Anbieter von DMP-Tools (u. a. RDMO, Argos) der Entwicklung und Formulierung von spezifischen Templates für Forschungssoftware gewidmet – den sogenannten Softwaremanagementplänen 1[1].

Softwaremanagementpläne – oft als SMP abgekürzt – sind essenzielle Werkzeuge zur effektiven Planung und Verwaltung von Softwareentwicklungsprojekten. Sie dienen dazu, die Nachvollziehbarkeit, langfristige Nutzbarkeit der Software und den Support der Nutzer:innen zu gewährleisten, indem sie die Ziele und das Vorgehen definieren sowie notwendige Ressourcen beschreiben.

Themen des Softwaremanagementplans umfassen dabei:

  • administrative und technische Informationen zum Softwareprojekt
  • eine Beschreibung der Funktionen und Anwendung der Forschungssoftware inkl. Zielgruppe und genutzter Ressourcen
  • Methoden der Softwaredokumentation sowie Versionierung und Festlegung von Qualitätsstandards und -kriterien für das Softwareprodukt
  • Pläne zur langfristigen Verfügbarkeit der Forschungssoftware und Verfügbarkeit zur Nachnutzung (Lizenzen, Nutzungsrechte)
  • Supportangebote für Nutzer:innen (sofern gewünscht/erforderlich)
  • rechtliche und ethische Aspekte der Nutzung, Archivierung und Veröffentlichung der Software (hier insbesondere Dual Use und Ethikprüfung)
  • Beitrag der Forschungssoftware zum Erkenntnisfortschritt in der Wissenschaft
  • Kosten und Verantwortlichkeiten für die Bereitstellung und ggf. langfristige Pflege der Forschungssoftware

Ein gut durchdachter SMP hilft dabei, die Komplexität von Softwareprojekten zu bewältigen und sicherzustellen, dass diese in hoher Qualität sowie unter Einhaltung der FAIR4RS-Prinzipien 2 abgeschlossen werden können. Er dient als Leitfaden für das Projektteam und bietet eine klare Struktur für die Entscheidungsfindung und Problemlösung während des gesamten Entwicklungsprozesses. Implizites Wissen des Entwicklungsteams wird so in explizites Wissen in Form des Softwaremanagementplans überführt. Unklarheiten oder Leerstellen werden sichtbar und können adressiert werden.
Der große Vorteil des Softwaremanagementplans ist gleichzeitig sein Nachteil. So kann der Umfang des Plans mit seinen verschiedenen Themen ein kleines Softwareprojekt in der Forschung auch überfordern. Insbesondere für Softwareprojekte ohne langfristigen Verfügbarkeitsbedarf ist der SMP daher wenig geeignet.

  1. https://doi.org/10.5334/dsj-2024-043 ↩︎
  2. FAIR4RS-Prinzipien: https://doi.org/10.15497/RDA00068 ↩︎
17. März 2026 | Veröffentlicht von cmsredakteur | Kein Kommentar »
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